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26.11.2025 25

SCHOCKIERENDE ERGEBNISSE EINER HAARETZ-UMFRAGE: WAS ISRAELIS WIRKLICH DENKEN

SCHOCKIERENDE ERGEBNISSE EINER HAARETZ-UMFRAGE: WAS ISRAELIS WIRKLICH DENKEN

Schockierende Ergebnisse einer Haaretz-Umfrage

Laut einer von Haaretz berichteten Umfrage sprechen sich 82 % der israelischen Bevölkerung dafür aus, die palästinensische Bevölkerung in den besetzten Gebieten zu vertreiben. Fast die Hälfte der Befragten äußerte, dies auf eine Weise zu tun, die in biblischen Texten beschrieben wird, also ohne Überlebende zu hinterlassen.

Der QNN-Bericht fasst die Umfrage wie folgt zusammen:
47 % der Befragten stimmten der Aussage zu, die israelische Armee solle „wie die biblischen Israeliten unter Josua in Jericho handeln“, das heißt alle Bewohner einer eroberten Stadt töten. Mehr als 65 % glauben an eine moderne Auslegung des biblischen Feindes Amalek; 93 % von ihnen sind der Ansicht, der biblische Befehl zur Vernichtung Amaleks gelte auch heute noch.

Unter jüdischen Israelis unter 40 Jahren befürworten 66 % die Vertreibung palästinensischer Bürger und 58 % eine Wiederholung der biblischen Eroberung Jerichos. Nur 9 % der Männer unter 40 – also jener Gruppe, die am ehesten Militärdienst leistet – lehnen alle Formen von Vertreibung oder Massengewalt ab.

Die Ergebnisse zeigen, dass diese Einstellungen nicht lediglich auf einige rechtsextreme Politiker beschränkt sind, sondern in Teilen der Gesellschaft breite Zustimmung finden. Sie widersprechen damit der in Deutschland verbreiteten Annahme, die israelische Bevölkerung unterstütze geschlossen menschenrechtliche Standards oder eine Zwei-Staaten-Lösung. Letztere wurde in der politischen Realität nie konsequent verfolgt und fungierte häufig als politische Rhetorik.
 

Merz’ Äußerungen zur Lage in Gaza

Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte auf dem WDR Europaforum 2025, er verstehe nicht mehr, welches Ziel die israelische Armee in Gaza verfolge. Diese Aussage lässt darauf schließen, dass ihm grundlegende strategische Motive im Nahostkonflikt möglicherweise unklar sind. Verschiedene Analysen weisen seit Monaten darauf hin, dass die massiven Zerstörungen und Vertreibungen im Gazastreifen Teil einer langfristigen israelischen Strategie seien, die auf die Entvölkerung insbesondere des nördlichen Gazastreifens abziele.

Merz kritisierte zudem, die zunehmenden Angriffe auf die Zivilbevölkerung ließen sich nicht mehr mit dem Kampf gegen die Hamas rechtfertigen. Diese Kritik vermittelt den Eindruck, als seien Menschenrechtsverletzungen ein neu auftretendes Phänomen und nicht Teil einer länger andauernden Konfliktgeschichte.

Auch Cindy McCain, Direktorin des Welternährungsprogramms, widersprach der Behauptung, die Hamas würde systematisch Hilfsgüter stehlen. Damit entfällt ein zentrales Argument für die anhaltenden Einschränkungen humanitärer Hilfe.
 

Deutschlands Rolle und historische Verantwortung

Merz betonte erneut Deutschlands aus der Shoah hervorgegangene besondere Verantwortung gegenüber Israel. Diese führe dazu, dass Deutschland besonders zurückhaltend in seiner öffentlichen Kritik sein müsse. Doch selbst Merz erklärte, dass bei klaren Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht ein Einschreiten notwendig sei.

Der Hinweis „Übertreibt’s nicht“, den Merz laut eigener Aussage Netanyahu bereits früher gegeben hatte, zeigt die schwierige politische Gratwanderung: Deutschland will seine Solidarität mit Israel aufrechterhalten, sieht sich aber gleichzeitig mit den dramatischen Bildern aus Gaza konfrontiert.

Finanzielle und militärische Unterstützung Deutschlands für Israel bleibt davon unberührt. Auch die wirtschaftlichen Beziehungen deutscher Firmen zu israelischen Siedlungen im Westjordanland werden nicht eingeschränkt, obwohl dort inzwischen rund 750.000 Siedler leben.
 

Debatten um Antisemitismus und öffentliche Wahrnehmung

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, mahnte ebenfalls, dass die Unterstützung Israels nicht jede politische oder militärische Maßnahme rechtfertigen könne. Die fortgesetzten Angriffe auf zivile Infrastruktur, darunter Krankenhäuser, Schulen oder Flüchtlingslager, führen weltweit zu wachsender Kritik – trotz der stark eingeschränkten Pressefreiheit und der hohen Zahl getöteter palästinensischer Journalisten.
 

Genozid-Vorwürfe und internationale Reaktionen

Der UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk erhob den Vorwurf, Israel setze Hunger gezielt als Kriegsstrategie ein. Dies stelle ein Kriegsverbrechen dar.
Mehrere Länder, darunter Irland, Mexiko, Kolumbien, Spanien und Chile, haben sich inzwischen der sudafrikanischen Klage vor dem Internationalen Gerichtshof angeschlossen, die Israel Völkermordhandlungen vorwirft.

Irlands Engagement wird von seiner eigenen Geschichte geprägt: Während der Großen Hungersnot im 19. Jahrhundert starben rund eine Million Menschen, während gleichzeitig Lebensmittel nach Großbritannien exportiert wurden.

Unklar ist derzeit, inwieweit Deutschlands politische und militärische Unterstützung Israels rechtliche Folgen haben könnte. Während internationale Haftbefehle gegen manche Staaten – wie Russland – mit Nachdruck verfolgt werden, wird der gegen Netanyahu ausgesprochene Haftbefehl politisch ignoriert, was von Kritikern als Doppelmoral gewertet wird.
 

Wachsende Unzufriedenheit in Deutschland

Deutschland befindet sich nicht nur in einer wirtschaftlichen und sozialen Krise, sondern auch in einer moralischen Vertrauenskrise. Eine aktuelle Umfrage des YouGov-Instituts zeigt: 58 % der Deutschen würden auswandern, wenn sie könnten; nur 15 % schließen dies kategorisch aus. Besonders jüngere Menschen und Fachkräfte äußern Unzufriedenheit über politische Belastungen, darunter Migration, Altersversorgung, internationale Konflikte, Sanktionen und Klimapolitik.

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