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12.03.2026 10

ABDULLAH IBN AL-MUBARAK

- Biografie -

ABDULLAH IBN AL-MUBARAK

Name und Herkunft

Abdullah Ibn al-Mubarak Ibn Wadih al-Handhali at-Tamimi (arabisch: عبد الله بن المبارك) gehört zu den bedeutendsten Gelehrten der frühen islamischen Geschichte. Er wurde 118 n.H. (736 n. Chr.) in Chorasan geboren, genauer in der Stadt Marw im heutigen Turkmenistan. Er starb 181 n.H. (797 n. Chr.) während einer Reise.

Sein Vater war ursprünglich aus Turkestan und arbeitete als Händler, während seine Mutter persischer Herkunft war. Trotz dieser einfachen Herkunft wurde Ibn al-Mubarak zu einem der angesehensten Gelehrten seiner Zeit.

Er zählt zur Generation der Tabaʿ at-Tabiʿin (der Generation nach den Schülern der Gefährten des Propheten ﷺ).

 

Bildung und Wissen

Abdullah Ibn al-Mubarak begann schon früh mit dem Studium der islamischen Wissenschaften. Er reiste durch viele Regionen der islamischen Welt, um Wissen zu sammeln – darunter:

  • Khorasan

  • Irak

  • Hijaz (Mekka und Medina)

  • Syrien

Zu seinen Lehrern gehörten berühmte Gelehrte wie:

  • Sufyan ath-Thauri

  • Al-Awza‘i

  • Hammad ibn Zaid

Er war bekannt als Hadith-Gelehrter, Fiqh-Gelehrter, Asket (Zahid), Händler und Mujahid. Besonders bemerkenswert war, dass er seinen Lebensunterhalt selbst verdiente und nicht vom Wissen lebte. Sein Handel finanzierte auch Studenten und Bedürftige.

 

Charakter und Frömmigkeit

Ibn al-Mubarak war berühmt für seine Bescheidenheit, Großzügigkeit und Gottesfurcht. Viele Gelehrte beschrieben ihn als eine Person, die mehrere Tugenden gleichzeitig vereinte:

  • Gelehrsamkeit

  • Frömmigkeit (Zuhd)

  • Mut im Dschihad

  • Großzügigkeit gegenüber Armen

  • starke Hingabe zum Hadith

Der große Gelehrte Ahmad ibn Hanbal sagte über ihn:

„Ich kenne niemanden in unserer Zeit, der besser ist als Ibn al-Mubarak.“

 

Seine Werke

Zu seinen bekanntesten Büchern gehören:

1. Al-Zuhd wa ar-Raqāʾiq
Ein Werk über Askese, Gottesfurcht, moralische Reinigung und spirituelle Ermahnungen.

2. Kitāb al-Dschihād
Ein Werk über die Tugenden und Regeln des Dschihad sowie Berichte über frühe Kämpfer.

Diese Werke zeigen, dass er sowohl die spirituelle Seite des Islam als auch praktische Themen des Lebens behandelte.

 

Eine berühmte Anekdote

Eine der bekanntesten Geschichten über Abdullah Ibn al-Mubarak zeigt seine große Aufrichtigkeit und Barmherzigkeit.

Einmal reiste er mit einer Gruppe von Menschen zum Hadsch nach Mekka. Unterwegs sah er eine arme Frau, die etwas aus einer Müllgrube nahm. Als er sie fragte, was sie tue, antwortete sie:

Sie habe seit mehreren Tagen nichts zu essen, deshalb habe sie ein totes Tier gefunden und wollte es für ihre Kinder kochen.

Ibn al-Mubarak war tief bewegt von ihrer Situation. Daraufhin nahm er sein gesamtes Geld, das er für die Hadsch-Reise vorbereitet hatte, und gab es der Frau und ihrer Familie.

Dann sagte er zu seinen Begleitern, dass dies für ihn der beste Hadsch in diesem Jahr sei, und er kehrte nach Hause zurück, anstatt weiter nach Mekka zu reisen.

Diese Geschichte wird oft erzählt, um seine Großzügigkeit und seine Priorität für Mitgefühl gegenüber Bedürftigenzu zeigen.

 

Sein Tod

Abdullah Ibn al-Mubarak starb 181 n.H. (797 n. Chr.) während einer Reise nach Hit im Irak. Viele Gelehrte und Studenten trauerten um ihn, da er als einer der größten Gelehrten seiner Zeit galt.

Er hinterließ ein großes Erbe an Wissen, Frömmigkeit und moralischem Vorbild, das bis heute in der islamischen Tradition geschätzt wird.

 

„Vielleicht ist eine kleine Tat groß durch die Absicht, und vielleicht ist eine große Tat klein durch die Absicht.“ (Abdullah Ibn al-Mubarak)

„Der Anfang des Wissens ist die Absicht, dann das Zuhören, dann das Verstehen, dann das Auswendiglernen, dann das Handeln danach und schließlich das Weitergeben.“ (Abdullah Ibn al-Mubarak)

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