ZWEI ARTEN DER ANSTRENGUNG

08-04-2020

Zwei Arten der Anstrengung

 

Anstrengung ist zweierlei: Die Anstrengung zur Erfüllung einer Sache sowie jene zur Verhinderung einer Sache.

Die Anstrengung zur Erfüllung einer geliebten bzw. erwünschten Sache bedeutet ehrgeizig zu sein, um sie zu realisieren. Sich um etwas zu bemühen, was man nicht möchte, bedeutet, dass man sich darum bemüht und dafür kämpft, ihr nicht zu erliegen. Dementsprechend wird die Bemühung gegenüber einer Sache, die man liebt, nur dann vollkommen sein, wenn man sich stets dafür einsetzt, sie zu realisieren. Und dies ist vorzüglich. Dies geht soweit, dass man im Hinblick auf die Liebe zur geliebten Sache keine Toleranz kennt. So wie die Schöpfung. Was das Teilen dieser Liebe anbelangt, wie etwa die Liebe zu dem Gesandten, der Welt und gar Allah gegenüber, so ist keine Anstrengung dafür aufzubringen, da dies Neid darstellen würde.

Kommen wir nun zur lobenswerten Anstrengung. Die Anstrengung und Mühe eines Liebenden für die Sache, die er liebt, bedeutet, dass er diese Liebe von allem anderen trennt, jene verhindert, die das Geliebte wahrnehmen und dadurch seine Liebe beeinträchtigen sowie in der Liebe dazu eifrig ist. Es bedeutet, den Wunsch des Geliebten dem Wunsch eines anderen vorzuziehen, eifrig in den Taten dem Geliebten gegenüber zu sein sowie Augendienerei, Selbstgefälligkeit, den direkten Lob sowie die Lästerei und alles andere, was dem Geliebten widerwärtig sein könnte, bestrebt zu sein zu unterlassen.

Zusammengefasst: Dies legt offen, dass die Anstrengung dieses Dieners hinsichtlich seiner Umstände, seiner Taten und Handlungen allesamt für Allah sind. Auch möchte er seine gesamte Zeit entsprechend dem Wohlgefallen seines Geliebten verbringen und nutzen. Dies ist die dienerschaftliche Bemühung. Es bedeutet gleichzeitig auch, dass man sich von den Faktoren, die davon abhalten Ihn zu lieben, fernhält bzw. sich dagegen einsetzt.

Die Bemühung des Geliebten gegenüber dem Liebenden ist hingegen davon abhängig, wie sehr das Herz ihn liebt oder nicht doch zu jemand anderem tendiert, was eine Abscheulichkeit darstellen würde. Dies wäre beispielsweise dann der Fall, wenn man in der Liebe zum Liebenden ihm jemanden beigesellt. Aus diesem Grund nimmt Allah eine bestimmte Haltung gegenüber dem Diener ein, wenn dieser sündigt. Allah erklärt die offene und verborgene Schamlosigkeit für verboten. Die Menschenkinder sind Seine männlichen und weiblichen Diener. Er befiehlt ihnen so wie ein Mensch seinem Diener bzw. Sklaven befiehlt. Und Allah besitzt erhabene Eigenschaften. Damit diese Liebe (zu Allah) von Schamlosigkeiten fernhält, sich auf die schönste Weise entfalten kann, verbietet Allah diese (Art der) Liebe gegenüber anderen (außer Ihm).

Wer auch immer sich darüber bewusst ist, dass Allah die einzige Autorität ist, Er es ist, Der ihn erniedrigen kann und mit diesem Wissen Seine Würde in seinem Herzen vergrößert, so wird Allah in die Herzen der Geschöpfe, die ihn (diesen Diener) als niederträchtig ansehen, Akzeptanz gegenüber diesem Diener eingeben. Wenn die Tropfen des Wissens auf den Boden des Herzen prasseln, so wird daraus der Baum der Liebe entstehen. Wenn der Baum an Stärke und Kraft gewinnt, wird er die Früchte der Gehorsamkeit mit der Erlaubnis seines Herrn zu jeder Zeit hervorbringen.

Die mit dem höchsten Rang unter den Gläubigen sind folgendermaßen beschrieben:

يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا اذْكُرُوا اللَّـهَ ذِكْرًا كَثِيرًا ﴿٤١﴾ وَسَبِّحُوهُ بُكْرَةً وَأَصِيلًا ﴿٤٢﴾

„O die ihr glaubt, gedenkt Allahs in häufigem Gedenken und preist Ihn morgens und abends.“ (Der edle Koran 33:41-42)

 

Die mit dem mittleren Rang:

هُوَ الَّذِي يُصَلِّي عَلَيْكُمْ وَمَلَائِكَتُهُ لِيُخْرِجَكُم مِّنَ الظُّلُمَاتِ إِلَى النُّورِ ۚ وَكَانَ بِالْمُؤْمِنِينَ رَحِيمًا ﴿٤٣﴾

„Er ist es, Der über euch den Segen spricht und auch Seine Engel‚ damit Er euch aus den Finsternissen ins Licht hinausbringt; und Er ist zu den Gläubigen Barmherzig.“ (Der edle Koran 33:43)

 

Und die untersten werden wie folgt erklärt:

تَحِيَّتُهُمْ يَوْمَ يَلْقَوْنَهُ سَلَامٌ ۚ وَأَعَدَّ لَهُمْ أَجْرًا كَرِيمًا ﴿٤٤﴾

„Ihr Gruß am Tag, da sie Ihm begegnen, wird sein: „Friede!“. Und Er hat für sie trefflichen Lohn bereitet.“ (Der edle Koran 33:44)

 

Der Ort der Fitra (natürliche Veranlagung) ist ein Ort, der weit genug ist um darauf anzubauen (darin zu arbeiten). Wenn darauf der Baum des Glaubens und der Allahs Furcht gepflanzt wird, so wird sie auf ewig der Glückseligkeit und Freude zugeneigt sein. Wenn jedoch der Baum der Unwissenheit und Begierden gepflanzt werden, so werden sämtliche Früchte und Nahrungsmittel davon bitter werden. Kehre zu Allah zurück, sei es mit deinen Augen oder Ohren und erstrebe es mit deinem Herzen und deiner Zunge. Sei bei diesen vier Organen nur nicht unachtsam! Ohne Zweifel, wer zu Allah zurückkehren möchte, kann nur mit der Hilfe, die Er diesen Organen erteilt, zu Ihm zurückkehren. Und wer sich von Ihm abwenden möchte, kann das nur, wenn Er diese Organe zugrunder richtet (also sich mit Seiner Erlaubnis von Ihm abwenden). Somit sind die Erfolgreichen diejenigen, welche mit dem, was von Ihrem Herrn kommt, hören, sehen, reden und gehen. Und wer sich von Ihm abwendet, wird dieses nur entsprechend seiner Begierden und Gelüste tun.

Das Hervortreten oder auch Erscheinen, die Entwicklung und Vermehrung der Fitra ist vergleichbar mit einem Samen der gesät wird. Im Laufe der Zeit wird aus diesem Samen ein Baum hervorkommen, der Früchte gibt. So können diese Früchte gegessen und ihre Samen erneut gesät werden. Dieser Vorgang kann solange widerholt werden, solang der Baum Früchte hervorbringt. Genauso verhält es sich auch mit den Sünden. (Möge Allah uns davor bewahren; jedes Mal, wenn man eine Sünde begeht vermehren sich diese und man steuert geradewegs auf das Höllenfeuer (Jahannam) zu.)

Der Kluge/Schlaue sollte sich viele Gedanken über dieses Beispiel machen! Nach einer guten Tat eine weitere folgen zu lassen, wird als gute Tat belohnt und so lassen sich diese vermehren. Einer schlechten Tat eine weitere folgen zu lassen, vermehrt das Ergebnis des schlechten ebenso und  damit auch die Strafe dafür. Es ist nicht verwunderlich, dass sich die Diener für Allah erniedrigen und Ihm dienen. Ihm zu dienen ist unvermeidbar. Dies, weil sie auf Ihn angewiesen sind und Ihm gegenüber arm sind. Wenn es eine Sache gibt über die man sich wundern kann, dann ist es die Tatsache, dass, obwohl Er Sich Selbst genügt, Er trotzdem Seine Diener vieler Seiner Gaben lieb macht, Barmherzig zu ihnen ist und ihnen viel Güte entgegenbringt.

Dass du Sein Diener bist, ist als Ehre und Stolz ausreichend und dass Er dein Herr ist, genügt als Anerkennung.


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Hilafet-i İslamiyye
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