YAJUJ UND MAJUJ (GOG UND MAGOG)

22-10-2020

Yajuj und Majuj (Gog und Magog)

 

Herkunft

Yajuj und Majuj sind zwei nichtarabische Namen, jedoch vertreten einige die Meinung, dass die arabisch sind. Die leiten sich von den Wörtern „Addschat an-Nar = das sich entfachende Feuer“ oder „al-Udschadsch = das sehr salzige Wasser (das wegen seines hohen Salzgehaltes brennt)“ her. 

Alles, was über deren Abstammung und Herkunft gesagt wurde, passt auch zu ihnen. Die Ableitung mit der Bedeutung „untereinander geraten” wird vom folgenden Vers bekräftigt:

وَتَرَكْنَا بَعْضَهُمْ يَوْمَئِذٍ يَمُوجُ فِي بَعْضٍ ۖ

„Wir lassen die einen von ihnen an jenem Tag wie Wagen unter die anderen geraten (…)“ (Der edle Koran 18:99) 

Die Abstammung von Yajuj und Majuj ist menschlich, also von den Nachfahren Adam und Evas.

Einige Gelehrte sind der Ansicht, dass sie von Adam (a.s.), aber nicht von Eva abstammen und begründen dies damit, dass das Sperma Adams sich mit der Erde vermischte und Allah daraus Yajuj und Majuj erschaffen hat. Hierfür gibt es aber keine Belege und keine Beweise und niemand von den zuverlässigen Gelehrten vertrat diese Ansicht.[1]

Ibn Hadschar sagte: „Diese Ansicht fanden wir bei keinem der Gelehrten, außer bei Ka’b al-Ahbar. Jedoch wird dies von einem vom Propheten (صلى الله عليه و سلم) überlieferten Hadis zurückgewiesen, der betont, dass sie zweifellos von Adam und Eva abstammen.[2]

Yajuj und Majuj stammen von Yafith, dem Vater eines Turkvolks ab. Yafith ist einer der Söhne Nuhs (Noah a.s.).[3]

Abu Sa’id al-Chudri berichtete, dass der Prophet (صلى الله عليه و سلم) sagte: 

„Allah sagt: „O Adam!“ Adam sagt: „Zu Befehl, alles Gute kommt von Dir!“ Dann sagt Er: „Bringe Ba'th an-Nar heraus!“ Er fragt: „Was ist Ba'th an-Nar?“ Allah sagt: „Von 1.000 bringst du 999 heraus. Dann altern die Kinder „(…) und jede Schwangere gebärt, was sie in sich trägt und du siehst die Menschen trunken, obwohl sie nicht betrunken sind. Aber die Strafe Allahs ist gewaltig.“ (22:2) Sie fragten: „Und wer von uns ist dieser eine?“ Der Prophet sagte: „Erfreut euch, denn von euch ist einer und 1.000 von Yajuj und Majuj.“ (Sahih Buchari 6/382)

Abdullah Ibn Umar (Rh.a.) berichtet vom Gesandten Allahs (صلى الله عليه و سلم):

„Yajuj und Majuj sind von den Nachkommen Adams. Würden sie ausbrechen, dann würden sie die Menschenleben vernichten und es wird niemand von Yajuj und Majuj sterben, bis jeder von ihnen 1.000 und mehr Kinder hinterlässt.“[4]

 

Ihre Beschreibung 

Gemäß den Überlieferungen ähneln sie ihren Stammesverwandten von dem unwissenden mongolischen Turkvolk, mit kleinen Augen, kurzen plattgedrückten Nasen, grauem Haar, breitem Gesicht, als wären ihre Gesichter runde Eisenpanzer und ihrer Hautfarbe ähneln.[5]

In einer Überlieferung wird berichtet:

„Der Prophet (صلى الله عليه و سلم) hielt eine Ansprache, während er an seine Finger einen Verband trug wegen eines Skorpionstiches: „Ihr sagt: „Es gibt keinen Feind“, ihr werdet solange einen Feind bekämpfen, bis Yajuj und Majuj ausbrechen; sie haben breite Gesichter, kleine Augen, graue Haare und sie werden von jeder Anhöhe schnell herbeilaufen. Ihre Gesichter ähneln runden Eisenpanzern.“ (Musnad Imam Ahmad 5/271)

Ibn Hadschar erwähnte einige Athar bezüglich ihres Aussehens, jedoch sind diese schwache Überlieferungen. In diesen Athar heißt es, dass sie aus drei Typen bestehen: 

1) Eine Sorte hat einen Körper wie Zedern-Bäume und Zedern-Bäume sind sehr hohe Bäume.

2) Eine andere ist vier Ellen mal vier Ellen groß.

3) Schließlich gibt es eine Sorte, die sich auf ein Ohr legen und sich mit dem anderen zudecken kann.

Es wird überliefert, dass sie ein Schibr (die Spanne zwischen Daumen und kleinen Finger bei ausgestreckter Hand) bis zwei Schibr groß sind, die größten unter ihnen sind drei Schibr groß.[6] Aber sus den authentischen Überlieferungen ist zu entnehmen, dass sie starke Menschen sind, die niemand zu besiegen vermag. Deshalb ist es unwahrscheinlich, dass sie einen oder zwei Schibr groß sind.

In einem Hadis, von an-Nawwas Ibn Sam’an berichtet, heißt es, dass Allah Isa (a.s.) entsendet und Yajuj und Majuj ausbreche werden, sodass  kein Mensch sie zu besiegen vermag. Er befiehlt die Gläubigen von Yajuj und Majuj zu entfernen, so sagt Er zu ihm: „Bring meine Diener zum Tur (Berg).“ 

Dies wird im nächsten Kapitel näher behandelt, so Allah will. 

 

Die Belege aus dem Koran für das Ausbrechen von Yajuj und Majuj

Das Ausbrechen von Yajuj und Majuj am Ende der Zeit ist eins der großen Zeichen der Stunde. Die Beweise hierfür sind sowohl im Koran als auch in der Sunna beinhaltet.

1. Allah sagt:

حَتَّىٰ إِذَا فُتِحَتْ يَأْجُوجُ وَمَأْجُوجُ وَهُم مِّن كُلِّ حَدَبٍ يَنسِلُونَ ﴿٩٦﴾ وَاقْتَرَبَ الْوَعْدُ الْحَقُّ فَإِذَا هِيَ شَاخِصَةٌ أَبْصَارُ الَّذِينَ كَفَرُوا يَا وَيْلَنَا قَدْ كُنَّا فِي غَفْلَةٍ مِّنْ هَـٰذَا بَلْ كُنَّا ظَالِمِينَ ﴿٩٧﴾

„bis die (Sperrmauer von) Yajuj und Majuj geöffnet wird und sie von jeder Anhöhe schnell herbeilaufen und das wahre Versprechen nahegerückt ist, dann werden sogleich die Blicke derjenigen, die ungläubig sind, starr werden: „O wehe uns! Wir waren dessen ja unachtsam. Nein! Vielmehr pflegten wir unrecht zu tun.“ (Der edle Koran 21:96-97) 

 

2. Allah sagt:

ثُمَّ أَتْبَعَ سَبَبًا ﴿٩٢﴾ حَتَّىٰ إِذَا بَلَغَ بَيْنَ السَّدَّيْنِ وَجَدَ مِن دُونِهِمَا قَوْمًا لَّا يَكَادُونَ يَفْقَهُونَ قَوْلًا ﴿٩٣﴾ قَالُوا يَا ذَا الْقَرْنَيْنِ إِنَّ يَأْجُوجَ وَمَأْجُوجَ مُفْسِدُونَ فِي الْأَرْضِ فَهَلْ نَجْعَلُ لَكَ خَرْجًا عَلَىٰ أَن تَجْعَلَ بَيْنَنَا وَبَيْنَهُمْ سَدًّا ﴿٩٤﴾ قَالَ مَا مَكَّنِّي فِيهِ رَبِّي خَيْرٌ فَأَعِينُونِي بِقُوَّةٍ أَجْعَلْ بَيْنَكُمْ وَبَيْنَهُمْ رَدْمًا ﴿٩٥﴾ آتُونِي زُبَرَ الْحَدِيدِ ۖ حَتَّىٰ إِذَا سَاوَىٰ بَيْنَ الصَّدَفَيْنِ قَالَ انفُخُوا ۖ حَتَّىٰ إِذَا جَعَلَهُ نَارًا قَالَ آتُونِي أُفْرِغْ عَلَيْهِ قِطْرًا ﴿٩٦﴾ فَمَا اسْطَاعُوا أَن يَظْهَرُوهُ وَمَا اسْتَطَاعُوا لَهُ نَقْبًا ﴿٩٧﴾ قَالَ هَـٰذَا رَحْمَةٌ مِّن رَّبِّي ۖ فَإِذَا جَاءَ وَعْدُ رَبِّي جَعَلَهُ دَكَّاءَ ۖ وَكَانَ وَعْدُ رَبِّي حَقًّا ﴿٩٨﴾  وَتَرَكْنَا بَعْضَهُمْ يَوْمَئِذٍ يَمُوجُ فِي بَعْضٍ ۖ وَنُفِخَ فِي الصُّورِ فَجَمَعْنَاهُمْ جَمْعًا ﴿٩٩﴾

„Hierauf verfolgte er einen Weg, bis, als er den Ort zwischen den beiden Bergen erreichte, er diesseits von ihnen ein Volk fand, das beinahe kein Wort verstand. Sie sagten: „O Zulkarnain, Yajuj und Majuj stiften Unheil auf der Erde. Sollen wir dir eine Gebühr dafür aussetzen, dass du zwischen uns und ihnen eine Sperrmauer errichtest?“ Er sagte: „Was mir mein Herr an fester Stellung verliehen hat, ist besser (als eure Gebühr). Doch helft mir mit (eurer Arbeits)kraft‚ damit ich zwischen euch und ihnen einen aufgeschütteten Wall errichte. Bringt mir die Eisenstücke.“ Als er nun zwischen den beiden Berghängen gleich hoch (aufgeschüttet) hatte, sagte er: „Blast (jetzt).“ Als er es zum Glühen gebracht hatte, sagte er: „Bringt mir, damit ich (es) darüber gieße, geschmolzenes Kupfer.“ So konnten sie ihn weder überwinden, noch konnten sie ihn durchbrechen. Er sagte: „Das ist eine Barmherzigkeit von meinem Herrn. Wenn dann das Versprechen meines Herrn eintrifft, lässt Er ihn in sich zusammensinken; und das Versprechen meines Herrn ist wahr.“ Wir lassen die einen von ihnen an jenem Tag wie Wagen unter die anderen geraten und es wird ins Horn geblasen. Dann versammeln Wir sie vollständig.“ (Der edle Koran 18:92-99)

 

Diese Verse belegen, dass Allah Zulkarnain, den aufrichtigen, rechtschaffenen König, dienstbar machte, um eine Sperrmauer zwischen Yajuj und Majuj und den Menschen zu errichten. Wenn die ausgemachte und vorgesehene Zeit jedoch eintrifft und die Stunde naht, bricht die Sperrmauer zusammen und Yajuj und Majuj brechen mit einer hohen Geschwindigkeit und in sehr großen Scharen aus, so dass ihnen kein Mensch stand halten kann. Sie werden wie Wogen unter den anderen geraten und Schaden und Unheil über die Menschen bringen. Das ist ein Zeichen für das bevorstehende Blasen ins Horn, den Untergang des Diesseits und das Eintreten der Stunde[7], wie es in den hierauf folgenden Ahadis näher beschrieben wird.

 

Die Beweise aus der Sunna für das Ausbrechen von Yajuj und Majuj

Es gibt zahlreiche Ahadis, die das Ausbrechen von Yajuj und Majuj behandeln. Sie haben den sinngemäßen Tawatur erreicht, von denen einige bereits erwähnt wurden und einige noch im Folgenden aufgelistet werden:

1. Umm Habiba bint Abu Sufyan berichtete, dass Zainab bint Dschahsch berichtete, dass der Prophet (صلى الله عليه و سلم) eines Tages erschrocken zu ihr kam und sagte:

„La ilaha illa Allah (Es gibt keinen Gott außer Allah)! Wehe den Arabern vor einem Übel, das kurz bevorsteht; heute wurde von der Sperrmauer von Yajuj und Majuj so viel geöffnet (er bildete mit seinem Daumen und den nachfolgenden Finger einen Kreis).“ Ich sagte: „O Prophet, gehen wir zugrunde, obwohl unter uns die Rechtschaffenen sind?“ Er sagte: „Ja, wenn al-Chabath (das vermehrte Töten) stark verbreitet ist.“ (Sahih Buchari 6/381; 13/106, Sahih Muslim 18/24) 

 

2. An-Nawwas Ibn Sam’an berichtete:

„Allah offenbart Isa (a.s.), dass Er Menschen ausbrechen ließ, die niemand zu besiegen vermag. So führe meine Diener zum Tur (Berg). Allah sendet Yajuj und Majuj und sie laufen von jeder Anhöhe schnell herbei. Sodann passieren sie den See von Tabariya und trinken ihn aus, bis der letzte von ihnen kommt und sagt: „Hier gab es einmal Wasser.“ Der Prophet Isa und seine Gefährden werden umzingelt, sodass der Schädel eines Stiers ihm lieber ist, als es euch 100 Dinar sind. So wenden sich Isa (a.s.) und seine Gefährten an Allah und bitten Ihn. Alsdann entsendet Allah an-Naghaf (eine Wurmart, die in den Nasen von Kamelen und Schafen vorkommt) in ihre Hälse, sodass sie alle wie ein einzelner sofort sterben. Dann werden Isa (a.s.) und seine Gefährten vom Berg auf die Erde gebracht und finden keine Stelle ohne deren Leichen und Gestank. Danach wenden sich Isa und seine Gefährten an Allah und bitten Ihn. Daraufhin entsendet Er Vögel, deren Hälse wie die von Kamelen sind. Sie tragen die Leichen dorthin, wo Allah es vorgesehen hat.“ (Sahih Muslim 18/68-69) 

Und er fügte eine Überlieferung hinzu, in der sie sagen:

„Hier gab es einmal Wasser.“ Dann laufen sie weiter, bis sie am Berg al-Chimr/Chumr ankommen, einem Berg bei der al-Quds Moschee und sagen: „Wir haben alle Bewohner der Erde getötet, lasst uns die Bewohner des Himmels töten.“ Dann werfen sie mit Pfeil und Bogen in Richtung Himmel und Allah lässt ihre Bögen mit Blut versehen wieder herunterfallen.“ (Sahih Muslim 18/70-71) 

 

3. Hudhaifa Ibn Usaid berichtet, als der Gesandten Allahs (صلى الله عليه و سلم) über die Zeichen der Stunde berichtete, erwähnte er auch „Yajuj und Majuj“. (Sahih Muslim 18/27)

 

4. Von Abdullah Ibn Mas’ud wird berichtet, dass er sagte:

„Als die Nacht stattfand, in der der Prophet (صلى الله عليه و سلم) die Nachtreise (Isra) unternahm, begegnete er Ibrahim, Musa und Isa (Allahs Frieden sei auf sie) und sie sprachen über die Stunde. Sie baten Isa zu sprechen. Er nannte das Töten des Dajjas und sagte: „Dann kehren die Menschen in ihre Länder zurück. Da treffen Yajuj und Majuj auf sie, die aus jeder Anhöhe schnell herbeilaufen. Jedes Wasser, woran sie vorbeilaufen, trinken sie aus und alles, woran sie vorbeilaufen, zerstören sie. Sie (die Menschen) bitten mich, dann bitte ich Allah, dann tötet Er sie und die Erde ist von ihrem Gestank umhüllt. Danach bitten sie (die Menschen) mich, so bitte ich Allah, dann schickt Er die Wolken mit Wasser, die sie tragen und ihre Körper ins Meer wirft.“ (Mustadrak al-Hakim 4/488-489, Musnad Imam Ahmad 4/189-190) 

 

5. Abu Huraira berichtet vom Propheten (صلى الله عليه و سلم):

„Sie gehen auf die Menschen los und trinken das Wasser. Die Menschen flüchten vor ihnen, danach schießen sie mit ihren Pfeilen in den Himmel, die dann blutgetränkt zurückfallen und sagen daraufhin: „Wir haben die Erdbewohner bezwungen und die Himmelsbewohner besiegt.“ Ein Zeichen ihrer Übermacht. Alsdann schickt Allah an-Naghf auf ihren Rücken, welches sie vernichtet. Bei Dem, in Dessen Hand die Seele Muhammads liegt, die Tiere der Erde werden dick, satt und mehr als sie benötigen vom toten Fleischfressen.“ (Sunan at-Tirmidhi 8/597-599, Sunan Ibn Maje 2/1364-1365)

 

Die Sperrmauer von Yajuj und Majuj

Zulkarnain hat die Sperrmauer von Yajuj und Majuj errichtet, nachdem ihre Nachbarn ihn um Hilfe vor ihnen gebeten haben. Im Koran wird gesagt:

قَالُوا يَا ذَا الْقَرْنَيْنِ إِنَّ يَأْجُوجَ وَمَأْجُوجَ مُفْسِدُونَ فِي الْأَرْضِ فَهَلْ نَجْعَلُ لَكَ خَرْجًا عَلَىٰ أَن تَجْعَلَ بَيْنَنَا وَبَيْنَهُمْ سَدًّا ﴿٩٤﴾ قَالَ مَا مَكَّنِّي فِيهِ رَبِّي خَيْرٌ فَأَعِينُونِي بِقُوَّةٍ أَجْعَلْ بَيْنَكُمْ وَبَيْنَهُمْ رَدْمًا ﴿٩٥﴾

„Sie sagten: „O Zulkarnain, Yajuj und Majuj stiften Unheil auf der Erde. Sollen wir dir eine Gebühr dafür aussetzen, dass du zwischen uns und ihnen eine Sperrmauer errichtest?“ Er sagte: „Was mir mein Herr an fester Stellung verliehen hat, ist besser (als eure Gebühr). Doch helft mir mit (eurer Arbeits)kraft‚ damit ich zwischen euch und ihnen einen aufgeschütteten Wall errichte.“ (Der edle Koran 18:94-95) 

Das ist, was über die Sperrmauer überliefert wurde. Gemäß dem Koranvers liegt die Sperrmauer im Osten[8]:

حَتَّىٰ إِذَا بَلَغَ مَطْلِعَ الشَّمْسِ

„bis, als er den Ort des Sonnenaufgangs erreichte (…)“ (Der edle Koran 18:90)

Der genaue Ort dieser Sperrmauer ist nicht bekannt. Könige und Historiker versuchten diesen Ort ausfindig zu machen. Es wird berichtet, dass der Kalif al-Wathiq (abbasidischer Kalif) einige seiner Führer mit einem Bataillon entsandte, um die Sperrmauer zu sehen, zu erkunden und sie nach Rückkehr lokalisieren zu können. Sie gingen von Land zu Land und von Königreich zu Königreich, bis sie die Sperrmauer erreichten, einen Bau aus Eisen und Kupfer vorfanden und erwähnten, dass sie ein riesiges Tor, mit gewaltigen Schlössern versehen, fanden. Sie sahen Reste von Milch und Honig auf einer sich dort befindenden Brücke und dass sich Wächter von den dort ansässigen Königen befänden und dass er (der Bau) beachtlich und sehr hoch sei, welcher nicht erklommen werden kann und so auch nicht die Berge drum herum. Dann kehrten sie in ihre Heimat zurück. Ihre Abwesenheit hielt mehr als zwei Jahre an und sie sahen und beobachteten merkwürdige Dinge.[9]

Diese Geschichte nannte Ibn Kathir in seinem Tafsir, ohne eine Überlieferungskette zu erwähnen, so dass es keine Gewissheit über die Richtigkeit bzw. Wahrheit dieser Geschichte gibt. 

Die vorangegangenen Verse deuten jedoch darauf hin, dass die Sperrmauer zwischen zwei Bergen errichtet ist. Allah sagt: 

„Bis, als er den Ort zwischen den beiden Bergen erreichte (…)“ (Der edle Koran 18:93),

„Als er nun zwischen den beiden Berghängen gleich hoch (aufgeschüttet) hatte (…)“ (Der edle Koran 18:96)

Dies erfolgte mit den Eisenstücken, dann goss er darüber geschmolzenes Kupfer. Es wird überliefert:

„Ein Mann sagte zum Propheten (صلى الله عليه و سلم): „Ich sah die Sperrmauer wie ein gestreiftes Gewand.“ Er sagte: „Du hast sie gesehen.“ (Buchari überlieferte ihn mu’qllaq in seinem Sahih 6/381)

Sayyid Kutub sagte: „Eine Sperrmauer wurde in der Nähe der Stadt Tarmuth/Tarmith/Tirmith (eine damals bekannte Stadt) gefunden, die als „das Eisentor“ bekannt wurde. In den Anfängen des 15. Jahrhunderts n.Chr. passierte es der deutsche Wissenschaftler … (Name nicht gefunden) und erwähnte es in seinem Buch, so auch der spanische Historiker ...(Name nicht gefunden) auf seiner Reise im Jahre 1403 n.Chr. Er sagte: „Die Sperrmauer der Stadt Eisentor ist auf dem Weg zwischen Samarkand und Indien.“ Es kann auch sein, dass dies die Sperrmauer ist, die Zulkarnain errichtet hatte.“ (Tafsir ath-Thilal 4/2293)

Meines Erachtens ist dies möglicherweise die Mauer der Stadt Tinnith, die Yaqut al-Hamawi in Mu’dscham al-Buldan erwähnt hat und nicht die Sperrmauer von Zulkarnain. 

Im Übrigen ist nicht Schwerpunkt dieser Arbeit, den Ort der Sperrmauer herauszufinden; wir belassen es daher bei dem, was Allah uns berichtet hat und was in den authentischen Überlieferungen überliefert wurde und zwar, dass Yajuj und Majuj existieren, bis der vorgeschriebene Zeitpunkt eintritt, in dem die Sperrmauer in sich zusammenbricht und sie dann ausbrechen. Dies erfolgt dann, wenn die Stunde nah ist, wie Allah sagt: 

قَالَ هَـٰذَا رَحْمَةٌ مِّن رَّبِّي ۖ فَإِذَا جَاءَ وَعْدُ رَبِّي جَعَلَهُ دَكَّاءَ ۖ وَكَانَ وَعْدُ رَبِّي حَقًّا ﴿٩٨﴾  وَتَرَكْنَا بَعْضَهُمْ يَوْمَئِذٍ يَمُوجُ فِي بَعْضٍ ۖ وَنُفِخَ فِي الصُّورِ فَجَمَعْنَاهُمْ جَمْعًا ﴿٩٩﴾

„Er sagte: „Das ist eine Barmherzigkeit von meinem Herrn. Wenn dann das Versprechen meines Herrn eintrifft, lässt Er ihn in sich zusammensinken; und das Versprechen meines Herrn ist wahr.“ Wir lassen die einen von ihnen an jenem Tag wie Wagen unter die anderen geraten und es wird ins Horn geblasen. Dann versammeln Wir sie vollständig.“ (Der edle Koran 18:98-99)

 

Ein weiterer Beweis, dass die Sperrmauer noch besteht, ist der folgende Hadis: 

„Sie graben jeden Tag an ihr bis sie im Begriff sind, sie zu durchbrechen, dann sagt ihr Anführer: „Hört auf, morgen durchbrecht ihr ihn.“ Allah lässt jedoch die Sperrmauer noch stärker sein als vorher, bis sie ihre Zeit erreicht haben. Wenn Allah beschließt sie herauszulassen, sagt ihr Anführer: „Hört auf, morgen werdet ihr ihn durchbrechen, inschaallah (so Allah will).“ Dann kehren sie (das nächste Mal) zurück und finden sie so vor, wie sie die Mauer hinterlassen haben, brechen durch sie durch und gehen auf die Menschen los, trinken das Wasser und bringen die Menschen zum Flüchten.“ (At-Tirmidhi, Ibn Maje, al-Hakim siehe S. 359 Originalbuch) 

In den beiden Sahih-Büchern wurde überliefert, dass ein kleiner Teil geöffnet wurde, über den sich der Prophet (صلى الله عليه و سلم) erschrak. 

Sayyid Kutub ist der Meinung, ohne sich darüber sicher zu sein, dass das Versprechen Allahs, dass die Sperrmauer in sich zusammenbricht, bereits erfolgt ist, Yajuj und Majuj bereits ausgebrochen sind und dass sie die Tataren sind, die im 7. Jahrhundert n.H. erschienen, die islamischen Königreiche zerstörten und Unheil stifteten. (Fi Zilal al-Koran 4/2293-2294)

Über diese Tataren sagte al-Qurtubi: „Es sind von ihnen, vom Turkvolk in dieser Zeit Menschen erschienen, die nur Allah fassen kann und niemand konnte sie von den Muslimen abhalten außer Allah, als wären sie Yajuj und Majuj oder ihre Verboten.“ (Tafsir al-Qurtubi 11/58)

Diese Tataren lebten Zurzeit von Qurtubi und er hörte von ihnen und von ihrem Töten und ihrem Unheil und nahm (deshalb) an, dass sie Yajuj und Majuj oder ihre Verboten sind.

Was jedoch tatsächlich zu den großen Zeichen der Stunde gehört nämlich das Ausbrechen von Yajuj und Majuj am Ende der Zeit ist noch nicht eingetroffen, weil die authentischen Überlieferungen darauf hindeuten, dass ihr Ausbrechen nach dem Herabsteigen Isas (a.s.) erfolgen wird und dass er sie verfluchen wird, woraufhin Allah sie vernichtet, sie anschließend im Meer werfen und Land und Leute von ihnen befreien wird.

 

[1] An-Nihaya /al-Fitan wa-l-Malihim 1/152-153

[2] Fath al-Bari (13/107)

[3] An-Nihaya /al-Fitan wa-l-Malahim

[4] Minhat al-Ma´bud fi Tartib Musnad at-Tayalisi 2/219, Fath al-Bari 13/107

[5] An-Nihaya /al-Fatan wa-l-Malahim 1/153

[6] Fath al-Bari 13/107

[7] At-Tabari 16/15-28; 17/87-92, Tafsir Ibn Kathir 5/191-196; 5/366-372, Tafsir al-Qurtubi 11/341-342

[8] Tafsir ibn Kathir 5/191

[9] Tafsir Ibn Kathir 5/193


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Hilafet-i İslamiyye
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