WAS GETAN WERDEN MUSS, WENN DIE ISLAMISCHE BEWEGUNG INS STOCKEN GERÄT

22-09-2018

Was getan werden muss, wenn die islamische Bewegung ins Stocken gerät

Es ist das zehnte Jahr der herabsendung… In Mekka leiden die Muslime unter den Foltern der Muschrikin. Nicht nur, dass die Oberen der Quraysch sich weiterhin weigern in den Islam einzutreten, sie hindern auch andere Menschen daran und tun alles mögliche, um die Muslime von ihrem Glauben abzubringen. Das Voranschreiten des Islams kam ins Stocken und die Menschen mieden die Muslime immer mehr. Weder steigt die Anzahl der Muslime an, noch verringert sich der Druck und die Folter der Muschrikin, ganz im Gegenteil, diese nehmen immer mehr an.

Als der Gesandte Allahs (saw) sah, dass es unmöglich ist in Mekka einen islamischen Staat zu errichten, wandte er sich anderen Orten zu, um dort eine neue Basis für die Dawa zu errichten. Mit dieser Absicht ging er nach Taif zum Stamm der Sakif und lud deren Anführer zum Islam ein. Als sie es ablehnten, bat er sie zumindest um ihren Schutz gegen den Stamm der Quraysch und den anderen Kuffar, damit er seine Verkündung fortsetzen konnte.

Rasulullah (saw) ging nicht nach Taif, weil er nur den Islam verkünden wollte. Sonst hätte er diesen Ort wieder umgehend verlassen, als sie es ablehnten. Aber der Gesandte Allahs (saw) blieb und bat um ihren Schutz, damit er seine Dawa weiterführen konnte. Darin ist ein deutliches Zeichen, dass Rasulullah (saw) den Hauptstütz seiner islamischen Bewegung wechseln wollte. Denn, wenn die Leute aus Taif seine bitte angenommen hätten, dann wäre er nach Taif gezogen, um die Dawa von dort aus fortzuführen.

Es hatte seinen Grund, dass Rasulullah (saw) Taif als möglichen neuen Stützpunkt auswählt und nicht Abessinien oder einen anderen Ort, wo sie ihre Ibada in aller Ruhe hätten verrichten können.

Abessinien war als neue Basis nicht geeignet, um die Muslime neu zu ordnen und den Islam zu verbreiten. Das neue Zentrum musste sich innerhalb des arabischen Raums befinden. Denn die Quelle dieser Religion, der Koran, wurde in arabischer Sprache herabgesandt. Es war nicht vorstellbar, dass der neue Stützpunkt sich in einem Ort befindet, wo kein arabisch gesprochen und der Koran nicht verstanden wird.

Nun könnte man folgendes vorhalten: Man hätte doch Abessinien als neue Basis auswählen können, um abschießend von dort aus die Verkündung in die arabischen Gebiete hinein voranzutreiben.

Doch dem ist nicht so. Denn die Araber hatten eine Eigenart, und zwar dass sie eine Einladung von nichtarabischen Stammen nie anerkennen würden. Und die abessinischen Christen waren keine Araber. Zudem hatten die Araber nicht vergessen, dass der König Abraha einst mit den Elefanten aus Abessinien nach Mekka kam um die Kaaba zu zerstören. Deswegen diente Abessinien den Muslimen nur als Zwischenlösung.

Taif hingegen hatte folgende Vorteile; Die Araber hatten zu der Zeit einen großen Respekt vor bestimmten Stämmen. In der Regel erkannten sie all das an, was auch diese Stämme anerkannten und lehnten ab, was diese ablehnten.

Taif war ein großer zentraler Ansiedlungspunkt und dessen Stamm der Sakif gehörte gemeinsam mit den mekkanischem Stamm der Quraysch zu den zwei führenden stämmen in dieser Region. Die Quraysch genossen großes Ansehen unter den Arabern, weil sie die Beschützer der Kaaba waren, und die Sakif ebenfalls, weil sie die Beschützer von Lat, dem größten Götzen in dieser Gegend, waren. Es war sehr wahrscheinlich, dass viele arabische Stämme zum Islam übergetreten wären, wenn einer dieser beiden großen Stämme den Islam akzeptiert hätte. Deswegen tat Rasulullah (saw) alles mögliche um die Quraysch für den Islam zu gewinnen. Doch als diese den Islam ablehnten, wandte er sich den Sakif zu, die im Ansehen nicht geringer standen als die Quraysch. Als auch diese den Islam ablehnte bat Rasulullah (saw) um deren Schutz, damit er in aller Ruhe einen idealen Stützpunkt für die Muslime aufbauen könnte, die organisiert und die Dawa verbreiten sollte. Eventuell sollte dies anschließend dann zur Gründung eines islamischen Staates beitragen.

In dieser Phase sehen wir Dinge, die Rasulullah (saws) nie zuvor tat. Bis dahin hatte er seine Verkündung stets in Mekka durchgeführt. Auch hatte er die Kuffar bis dahin niemals um Schutz gebeten. Diejenigen, die ihm zuvor beschützen, Taten dies von sich aus.

Die Suche Rasulullahs (saw) nach einem neuen Stützpunkt für die islamische Bewegung und seine Vorgehensweise bergen für die Verkünder sehr wichtige Lehren:

  • Wenn sich die islamische Bewegung festgefahren hat und es keine Auswege mehr gibt die Dawa fortzuführen, dann muss der Stützpunkt an einen anderen Ort verlegt werden.
    Doch muss dieser Stützpunkt bestimmte Eigenschaften besitzen; Er muss aus politischer, wirtschaftlicher und geografischer Sicht die entsprechenden Voraussetzungen haben, um die islamische Bewegung dort wiederbeleben zu können. Er muss mindestens gleichwertig zum alten Stützpunkt sein. Zudem ist auch die mögliche Verhaltensweise der dort ansässigen Bevölkerung gegenüber den Islam von entscheidender Bedeutung.
  • Wenn die islamische Bewegung ins Stocken gerät, ist es den Muslimen erlaubt die Kuffar um Schutz zu bitten, um ihre Verkündung fortführen zu können. Wie man am Beispiel des Gesandten Allahs (saw) sehen kann, ist es keinesfalls erlaubt, als Gegenleistung für den Schutz, Zugeständnisse von der Aqida zu machen. Schließlich hatte Rasulullah (saw) den Anführern von Taif nichts versprochen oder ihnen gegenüber keinerlei Zugeständnisse gemacht, als er sie um Schutz bat.


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