NEGUS DURFTE SEINEN IMAN VERHEIMLICHEN, JAFAR (R.A) ABER NICHT?

23-08-2018

Der Grund, warum Negus seinen Iman verheimlichen durfte, aber Jafar (ra) nicht

Als die Muslime nach Abessinien auswanderten, verkündeten sie dem Kaiser von Abessinien den Islam. Daraufhin akzeptierte Negus den Islam und wurde Muslim, was er jedoch nicht öffentlich verkündete. Das Negus seinen Iman verheimlichte, verbirgt gewiss viele Weisheiten. Dieses Verhalten hat weder den Islam noch seiner Aqida geschadet. Ganz im Gegenteil, dadurch konnte er die Muslime nicht nur vor den Muschrikin schützen, sondern ermöglichte ihnen auch ihre Verkündung in aller Ruhe fortzuführen. Weil die Kuffar nicht wusste, dass er Muslim war, konnten sie keine seiner Taten dem Islam zuschreiben.

Negus verheimlichte seinen Iman keinesfalls aus Angst vor den Muschrikin oder aus Angst davor seine Herrschaft zu verlieren.

Wegen seiner gesonderten Stellung, hatte er explizit die Erlaubnis für seine Taqiyya gegenüber den Muschrikin bekommen. Denn seine Position als Kaiser von Abessinien brachte dem Islam und den Muslimen sehr viele Vorteile.

Doch die Situation von Jafer bin Abu Talib (ra) war anders. Ihm wurde es nicht erlaubt zum Vorteil der Muslime Taqiyya zu machen und dadurch bestimmte Wahrheiten des Islams zu verheimlichen. Denn seine Position war die eines Vertreters des Islams. Jeder seiner Fehler wäre unweigerlich dem Islam zugeschrieben worden und hätte somit den Anschein erweckt, als ob diese im Islam erlaubt wären, das jedoch etwas ist, was der Islam ausdrücklich verbietet.

Hierin sind für den Verkünder wichtige lehren enthalten:

Einem Muslim, der offen als Verkünder auftritt, ist es verboten gegenüber den Muschrikin Taqiyye zu machen und somit scheinbar wesentlich Wahrheiten des Islams zuwider zu handeln. Denn dadurch wurden diese Taten ebenfalls dem Islam zugeschrieben und hätten den Irrgang andere zu Folge. Im Gegensatz dazu ist es einem Muslim, der seine Aqida verheimlicht, erlaubt zum Vorteil des Islams Taqiyya zu machen, unter der Bedingung dadurch seinem Iman nicht zu schaden.

An dieser Stelle ist es angebracht ein zurzeit weitverbreitetea Missverständnis aufzuklären, das viele Leute in die irre führt.

Heutzutage führen bestimmte Leute das Verhalten von Negus als Beweis an und behaupten, dass man innerhalb der Kufr-Systeme deren Gesetzte anerkennen (wenn auch nur äußerlich) und politische Parteien gründen darf, um dem Islam zur Herrschaft zu verhelfen. Dies jedoch ist eindeutiger Kufr. Es ist Kufr, ohne wahren Zwang (İkrah al-Mulji), die Gesetze der Kuffar anzuerkennen, auch wenn diese vom Herzen abgelehnt werden. Das ist auch deswegen Kufr, weil andere Menschen dadurch die Anerkennung der Kuffar-Gesetze als erlaubt ansehen und somit ebenfalls Irre gehen könnten.

Jafar bin Abu Talib (ra) war ein öffentlicher Vertreter des Islams und ihm war die Gefahr bewusst, dass Menschen auch Dinge, die mit dem Islam nichts zu tun haben, ebenfalls dem Islam zuschreiben könnten. Deshalb hat er trotz aller Gefahren den Islam offen verkündet. Denn er wusste, dass es Kufr gewesen wäre in diesem Fall Taqiyya zu machen und die Wahrheit zu verheimlichen.

Negus hingegen stellte keinen Vertreter des Islams dar. Folglich wurden auch keine seiner Taten dem Islam zugeschrieben. Auch hatte Negus zu keinem Zeitpunkt irgend etwas getan, was seiner Aqida hätte schaden können. Das jedoch kann man von heutigen Politikern keinesfalls behaupten.


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