DIE FURCHT VOR ALLAH - GOTTESFURCHT

20-11-2019

Die Furcht vor Allah

Mit Furcht spornt Allah Seine Diener zum Wissen und Handeln an, sodass sie näher an Ihm sind. Das Herz empfindet Schmerz und Qualen, wenn es spürt, dass etwas Schädliches bevorsteht. Es ist die Furcht, die den Körper davon abhält, ungehorsam zu sein und ihn stattdessen zum Gottesdienst zwingt. Die Abwesenheit von Furcht führt zu Vernachlässigung und Unverfrorenheit, Sünden zu begehen, wohingegen zu viel Furcht in einen Zustand von Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung resultieren kann.

Furcht vor Allah, dem Allmächtigen, entsteht manchmal aus dem Wissen über Ihn und Seine Eigenschaften, dem Wissen, dass Er mit Leichtigkeit Himmel und Erde auslöschen könnte und dass Ihn nichts davon abhalten könnte zu tun, was auch immer Er will.

Sie kann aber auch durch das ungeheure Ausmaß der vom Diener begangenen Sünden entstehen. Manchmal wird sie aber auch durch eine Kombination von beiden hervorgerufen. Die Intensität des Dieners Furcht basiert darauf, dass er sich zum einen seiner eigenen Fehler bewusst ist und zum anderen auf der Tatsache, dass Allah Omnipotent, Allmächtigen und Sich Selbst Genügend ist; Er ist niemandem Rechenschaft schuldig für das, was Er tut, wobei der Diener es aber ist. Die Person, die ihren Herrn am meisten fürchtet, ist die, die das meiste Wissen über Ihn und sich selbst hat.

Darum sagte der Prophet saw.: „Bei Allah, von allen Menschen bin ich der, der das meiste Wissen über Allah besitzt, und ich fürchte Ihn am meisten. ”[94]

Imam ash-Sha’bi wurde einmal mit „O Wissender” angeredet. Er antwortete:

„…Allah fürchten von Seinen Dienern eben nur die Gelehrten….“ (35:28)

 

Die Gottesfürchtigen

Derjenige, der Furcht verspürt ist nicht der, der weint und sich die Augen wischt, sondern der, der alles unterlässt, was eine Strafe“ nach sich ziehen könnte. Dhu’n-Nun al-Misri wurde einmal gefragt: „Wann fürchtet ein Diener wirklich?“ Er antwortete: „ Wenn er sich im gleichen Zustand befindet wie ein Kranker, der Schutz bei Allah sucht aus Furcht, dass seine Krankheit andauern könnte.“

Abu’l-Qassim al Hakim sagte: „Wer sich vor etwas fürchtet, läuft davor weg, aber wer Allah fürchtet, läuft zu Ihm.” Al-Fudayl ibn ‚Iyyad sagte: „Wenn du gefragt wirst, ob du Allah fürchtest, dann antworte nicht; denn wenn du „ja” sagst, dann würdest du lügen und wenn du mit „nein” antwortest, würde das bedeuten, dass du nicht an Ihn glaubst.”

Furcht verbrennt verbotenes Verlangen, und falsche Handlungen, die einem kostbar erscheinen mögen, könnten bald geschmacklos werden wie Honig, der aber, wie man entdeckt, vergiftet ist. Furcht zähmt die Gliedmaßen und erfüllt das Herz mit Demut, Bescheidenheit und Gelassenheit. Arroganz, Hass und Neid werden es verlassen und durch Ihn wird es erfüllt wie auch durch das Nachsinnen über die Gefahr Seiner Bestrafung; und so ist es ausschließlich mit Ihm beschäftigt, dem Nachdenken über Ihn, über sich selbst Rechenschaft ablegen und sich auf dem Wege Allahs abzumühen.

Ein Diener mit einem solchen Herzen ist sich ständig eines jeden Atemzugs bewusst und tadelt sein Selbst unaufhörlich für dessen innere Gedanken, seine Handlungen und seine Worte. Sein Zustand ist der einer Person, die in den Klauen des Löwen gefangen ist und nicht weiß, ob dieser sie entkommen lässt oder aber sie töten wird. Auf diese Weise ist er innerlich und äußerlich mit dem beschäftigt, was er fürchtet, und genau das ist der Zustand eines Menschen, der von der Furcht vor Allah überwältigt ist.

 

Die Vorteile der Furcht vor Allah

Allah der Allmächtig und Glorreich, gewährt denen, die Ihn fürchten, Rechtleitung, Gnade, Wissen und Akzeptanz:

„… ist Rechtleitung und Barmherzigkeit für die vor ihrem Herrn Ehrfurcht haben.“ (7:154)

Und auch:

„… Allah fürchten von Seinen Dienern eben nur die Gelehrten….“ (35:28)

Und auch:

„Ihr Lohn bei ihrem Herrn sind die Gärten Edens, durcheilt von Bächen, ewig und auf immer darin zu bleiben. Allah hat Wohlgefallen an ihnen, und sie haben Wohlgefallen an Ihm; das ist für jemanden, der seinen Herrn fürchtet.“ (98:8)

Allah hat Seinen Dienern auferlegt, Ihn zu fürchten und hat Glauben von Furcht abhängig gemacht. Er sagt:

„...sondern fürchtet Mich, wenn ihr gläubig seid.” (3:175)

Deshalb ist es unvorstellbar, dass ein Gläubiger keine Furcht vor Allah empfindet. Die Schwäche seiner Furcht ist im Verhältnis zur Schwäche seines Wissens und Glaubens.

Der Prophet saw. sagte: „Kein Gläubiger, der nicht aus Furcht vor Allah, dem Allmächtigen, geweint hat, wird je in das Feuer eingehen, es sei denn Milch kehrt zurück in das Euter.”[95]

Al-Fudayl ibn 'Iyyad sagte: „Wer immer Allah fürchtet, wird durch diese Furcht zu allem Guten geleitet.”

Ash-Shibli sagte: „Es gab keine Zeit in der ich Allah gefürchtet habe, ohne dass ich eine Tür der Weisheit und Rechtleitung zu Ihm gefunden habe.“ Yahya ibn Mu‘ ad sagte: „Jede schlechte Tat, die ein Gläubiger begangen hat, zieht zwei Konsequenzen nach sich: die Furcht vor der Bestrafung und die Hoffnung auf Vergebung.“

Allah, der Erhabene, sagt im Qur’an:

„Gewiss, diejenigen, die aus Furcht vor ihrem Herrn besorgt sind und die an die Zeichen ihres Herrn glauben und die ihrem Herrn nicht(s) beigesellen und die geben, was sie geben, während ihre Herzen sich (davor) ängstigen, weil sie zu ihrem Herrn zurückkehren werden, diese beeilen sich mit den guten Dingen, und sie werden sie erreichen.” (23:57-61)

Es wurde von Aisha berichtet, möge Allah mit ihr zufrieden sein, dass sie sagte: „Ich fragte den Gesandten Allahs saw. über diese Ayat und sagte: ‚Sind es die, die berauschende Getränke trinken, die Ehebruch begehen und die stehlen?’ Er, Allah segne ihn und schenke ihm Heil, sagte: ‚Nein, O Tochter van as-Siddiqu,[96] es sind die, die regelmäßig fasten und beten und Zakat geben und befürchten, dass ihre guten Taten vielleicht nicht angenommen werden ihn und schenke ihm Heil, sagte: ‚Nein, O Tochter van as-Siddiqu es sind die, die regelmäßig fasten und beten und Zakat geben und befürchten, dass ihre guten Taten vielleicht nichtangenommen werden könnten: „…diese beeilen sich mit den guten Dingen,...[97]

Es wurde durch Abu Dharr berichtet, möge Allah mit ihm zufrieden sein, dass der Gesandte Allahs saw. die Surah aus dem Qur’an rezitierte, beginnend mit der Ayah:

„Ist (nicht) über den Menschen eine Spanne der endlosen Zeit gekommen, in der er nichts Nennenswertes ist?” (76:1)

Dann sagte er saw. : „Ich sehe, was ihr nicht seht, und ich höre, was ihr nicht hört. Der Himmel hat gestöhnt, und er hat ein Recht dazu. Bei Dem, in Dessen Hand meine Seele ist, es gibt keinen Raum von sogar vier Fingern breit, in dem es Nicht einen Engel gibt, der sich vor Allah niederwirft. Ich schwöre bei Allah, dass, wenn ihr nur wüsstet, was ich weiß, ihr nur wenig lachen, aber dafür viel weinen würdet, und ihr würdet kein Vergnügen an Frauen haben und stattdessen hinausgehen und Allah um Hilfe anflehen. Ich wünschte, ich wär ein Baum, den man fällen könnt! Und würde aufhören zu existieren.“[98]

Dieser Hadith deutet darauf hin, dass, wenn wir nur so viel über die Macht Allahs und Seine Vergeltung für die Ungehorsamen wüssten wie der Prophet saw., würden unser Weinen, unser Kummer und unsere Furcht davor, was uns erwarten mag, sehr sehr lange andauern. Wahrscheinlich würden wir nie wieder lachen.

Aisha, möge Allah mit ihr zufrieden sein, berichtete, dass, wann immer der Wind sich ändern würde und Stürme wüteten, das Verhalten des Propheten saw. sich verändern würde und er im Zimmer aufgeregt auf und ab gehen, das Zimmer verlassen und zurückkehren würde. All das war wegen seiner Furcht vor Allahs Bestrafung.”[99]

Abdullah ibn ash-Shukhair berichtete, dass, wenn immer der Prophet saw. sein Gebet verrichten wollte, ein gurgelndes Geräusch wie aus einem Kessel aus seiner Brust entweichen würde.[100]

Wenn man sich den Zustand der Gefährten des Heiligen Propheten saw. anschaut, und die rechtschaffenen Männer dieser Ummah, die nach ihnen kamen, möge Allah mit ihnen zufrieden sein, dann wird man erkennen, dass sie alle gänzlich damit beschäftigt waren, die besten Taten zu begehen, und gleichzeitig waren sie erfüllt mit Furcht vor dem Schöpfer. Wir, dagegen tun Dinge, die so weit weg von diesem Ideal sind und fühlen uns trotzdem sicher.

Abu Bakr as-Siddiq, möge Allah mit ihm zufrieden sein, sagte: „Ich wünschte ich wäre nur ein Hahr auf dem Kopf eines Gläubigen.” Wenn immer er sich zum Gebet bereit machte, zitterte er am ganzen Körper wie Espenlauf, aus Furcht vor Allah.

Umar ibn al-Khattab, möge Allah mit ihm zufrieden sein, las einmal Surat at-Tur und als er zur Ayah

„Die Strafe deines Herrn wird gewiss hereinbrechen,” (52:7) kam, weinte er so bitterlich, dass er erkrankte, und die Leute kamen, um sich nach seinem Zustand zu erkundigen.

Als er im Sterben lag, sagte er zu seinem Sohn: „Lass meine Wange die Erde berühren, vielleicht wird mir Allah dann vergeben.” Dann sagte er: „Ich bin verloren, wenn Er mir nicht vergibt.” Er sagte dies dreimal und verschied. Wenn er des Nachts den Qur'an rezitierte und zu einer Ayah kam, die ihn mit Furcht erfüllte, würde er tagelang im Haus bleiben, so dass die Leute kamen, um sich nach ihm zu erkundigen, denn sie dachten, er wäre krank. Sein vieles Weinen hinterließ zwei dunkle Linien auf seinem Gesicht.

Ibn Abbas sagte ihm einmal: „Allah hat viele Länder durch dich in die Muslim Ummah gebracht, und durch dich wurden viele Siege errungen.” Umar antwortete: „Alles, was ich erhoffe ist, dass ich errettet werde. Ich wünsche mir weder Belohnung noch Bestrafung.“

Uthman ibn Affan, möge Allah mit ihm zufrieden sein, weinte, bis sein Bart vollkommen durchnässt war und zwar jedes Mal, wenn er vor einem Grab stand. Er sagte dann immer: „Stünde ich zwischen dem Garten und dem Feuer und wüsste nicht, in welchem der beiden ich enden würde, würde ich lieber zu Asche zerfallen, bevor ich mein Schicksal wüsste.“

Abu’d-Darda‘ pflegte zu sagen: „Wenn ihr wüsstet, auf was ihr nach dem Tode stoßen werdet, würdet ihr wahrscheinlich nie wieder mit Appetit essen nach euren Durst löschen oder Häuser für eine Unterkunft aufsuchen, stattdessen würdet ihr hinausgehen, eure Brüste schlagen und euer Schicksal beweinen. Ich wünschte, ich wäre ein Baum, den man zersägt und zerstört.“[101]

Ibn Abbas hatte Haut unter seinen Augen, die wie verschlissenes Sandalenleder aussah wegen seines häufigen Weinens.

Ali ibn Abi Talib, möge Allah ihn ehren, war einmal von Traurigkeit überkommen, nachdem er sein Morgengebet verrichtet hatte und sagte: „Nie zuvor habe ich Menschen gesehen wie die Gefährten des Gesandten Allahs saw. . Ihre Haare waren zerzaust, ihre Gesichter waren blass, sie waren mit Staub bedeckt und die Stelle zwischen ihren Augen sahen aus wie die Kniee von Ziegen. Sie hatten die ganze Nacht im Gebet und mit dem Rezitieren des Qur’ans verbracht, entweder stehend oder in der Niederwerfung. Wenn dann die Dämmerung einbrach, würden sie auch diese damit verbringen, Allahs zu gedenken, sich dabei hin-und-her-wiegend wie Bäume an einem stürmischen Tag, mit Tränen, die aus ihren Augen strömten bis ihre Kleidung vollkommen durchnässt war. Bei Allah, es scheint mir, dass die Menschen, die jetzt um mich herum sind, die Nacht nur schlafend verbracht haben.” Dann erhob er sich und wurde nie wieder lachend gesehen, bis er von Ibn Muljim erstochen wurde.

Musa ibn Mas’du sagte: „Immer wenn wir in der Gesellschaft von Suffian waren, hatten wir das Gefühl, als ob das Feuer uns umgeben hatte wegen der Furcht und Panik, die wir in seinen Augen sehen konnten.” Al-Hassan wurde einmal so beschrieben: „Immer wenn er sich uns näherte, erschien es uns als ob er gerade seinen besten Freund begraben hatte; immer wenn er mit Leuten zusammen saß, sah er aus wie ein Gefangenen der gerade zum Tode durch Köpfen verurteilt worden ist; und immer wenn das Feuer erwähnt wurde, war es als ob es speziell für ihn erschaffen worden ist.”

Es wurde berichtet, dass Zuharah ibn Abu Awfa einige Leute im Morgengebet leitete und dazu Surat al-Mudathir aus dem Qur’an las. Als er zu der Stelle kam,

„Wenn dann ins Horn gestoßen wird, so wird jener Tag ein schwerer Tag sein…,“ (74:8-9) ringte er nach Luft Und fiel tot um.[102]

Von Abdullah ibn Amr ibn al-As wird berichtet, dass er gesagt haben soll, „Weint, und wenn ihr das nicht könnt, dann tut so als ob ihr weint! Ich schwöre bei Dem, in Dessen Hand mein Leben ist, dass, wenn einer von euch wirklich wüsste, ihr würdet Flehen, bis eure Stimmen versagen und beten, bis euer Rücken bricht. ”[103]

 

 

 


[94] Al-Bukhari

[95] At-Tirmidhi

[96] Der ehrliche

[97] At-Tirmidhi

[98] Al-Bukhari, At-Tirmidhi

[99] Al-Bukhari, Muslim

[100] At-Tirmidhi

[101] Da´if, dieser Hadith wird nicht nur Abu´d-Darda zugeschrieben, sondern ist auch von as-Suyuti, in al-Jami´ as-Saghir aufgezeichnet

[102] Ad-Dhahabi, Kitab al-´Ibar

[103] Al-hakim, Kitab al-Ahwaal


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Hilafet-i İslamiyye
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