DIE DANKBARKEIT GEGENÜBER ALLAH

29-10-2019

Die Dankbarkeit gegenüber Allah

Dankbarkeit bedeutet, sich bei dem Einen, Der Segen gibt, für Seine Großzügigkeit zu bedanken. Um die Dankbarkeit des Dieners als Solche ansehen zu können, sollte sie drei Qualitäten aufweisen. Diese sind die innere Erkenntnis, das Schätzen des Segens, indem man offen darüber spricht und es zur Anbetung Allahs einsetzt.

Dankbarkeit ist eine Angelegenheit des Herzens, der Zunge und der Gliedmaßen. Das Herz ist für das Wissen und die Liebe zu Ihm; die Zunge ist für die Dankbarkeit Ihm gegenüber und Seine Lobpreisung; und die Gliedmaßen sind für den Gehorsam des Einen gegenüber und das Zügeln vom verbotenen Taten. Allah, Glorreich und Erhaben ist Er, hat Dankbarkeit mit Glauben verbunden. Er sagt, dass Er Seine Geschöpfe, die Ihm danken und die an Ihn glauben, nicht zu strafen braucht. Er sagt: 

„Warum sollte Allah euch strafen, wenn ihr dankbar und gläubig seid? ...” (4:147)

Der Glorreiche und Allmächtige sagt auch, dass die Menschen, die dankbar sind, auserwählt sind vom Rest Seiner Diener, und zwar wegen Seiner Gnade. Die Er ihnen entgegen bringt. Der Allmächtige sagt auch:

„Und so haben Wir die einen von ihnen durch die anderen einer Prüfung unterzogen, so dass sie sagen: ‚Hat Allah diesen da aus unserer Mitte eine Wohltat erwiesen?’ Weiß nicht Allah am besten über die Dankbaren Bescheid?” (6:53)

Er teilt die Menschen in zwei Gruppen auf, die Dankbaren und die Undankbaren; und was Ihm am meisten verhasst ist sind Undankbarkeit und deren Leute; und die kostbarste Sache für Ihn sind Dankbarkeit und deren Leute:

„Wir haben ihn ja den (rechten) Weg geleitet, ob er nun dankbar oder undankbar sein mag.” (76:3)

Und auch:

„Und als euer Herr ankündigte: ‚Wenn ihr dankbar seid, werde ich euch ganz gewiss noch mehr (Gunst) erweisen. Wenn ihr jedoch undankbar seid, dann ist meine Strafe für» wahrstreng’.” (14:7)

In diesen Ayat macht Allah das Gewähren von Segnungen abhängig von Dankbarkeit. Es gibt keine Begrenzung bezüglich der Anzahl Seiner Segnungen, genau wie es keine Begrenzung bezüglich der Dankbarkeit gibt. Allah hat die Belohnungen sehr von Seinem Willen abhängig gemacht. Er sagt:

„…Und wenn ihr (deshalb) Armut befürchtet, so wird Allah euch durch Seine Huld reich machen. Gewiss, Allah ist Allwissend und Allweise.” (9:28)

Und auch:

„…Und vergibt, wem Er will.“ (5:40)

Und auch:

„Allah nimmt die Reue ab, von wem Er will….“ (9:15)

Niemals begrenzt Er Seine Belohnung für Dankbarkeit.

„… Und Wir werden (es) den Dankbaren vergelten.“ (3:145)

Als der Feind Allahs, Shaytan, den Wert von Dankbarkeit erkannte, strenge er sich an, die Menschen davon abzubringen:

„Hierauf werde ich ganz gewiss von vorn und von hinten, von ihrer Rechten und von ihrer Linken über sie kommen. Und Du wirst die meisten von ihnen nicht dankbar finden.“ (7:17)

Allah hat die Dankbarkeit unter Seinen Dienern als eine Minderheit beschrieben:

„…, denn (nur) wenige von Meinen Diener sind wirklich dankbar.“ (34:13)

Der Prophet saw. stand oft des Nachts so lange im Gebet, bis seine Füße geschwollen waren. Er wurde gefragt: „Warum tust du das, wo doch Allah dir bereits alle falsche Handlungen der Vergangenheit und der Zukunft vergeben hat?“ Er, möge Allah ihn segnen und ihm Heil schenken, sagte: „Soll ich denn kein dankbarer Diener bleiben?“[77]

Der Prophet saw. sagte einmal zu Mu’adh: ,,Bei Allah, du bedeutest mir viel! So vergiss nie, am Ende eines jeden Gebetes zu sagen: „0 Allah, hilf mir, immer Deiner zu gedenken, auf dass ich Dir gegenüber dankbar sei und Dir gut diene.“[78] Dankbarkeit ist immer mit Allahs Großzügigkeit verbunden und es ist diese, die Letztere wachsen lässt. Umar ibn Abdal-Aziz sagte: „Verbinde Allahs Großzügigkeit dir gegenüber mit deiner Dankbarkeit Ihm gegenüber.”

Ibn Abi’d-Dunya berichtete, dass Ali ibn Abi Talib, möge Allah mit ihm zufrieden sein, zu einem Mann des Hamazan Stammes sagte: „Allahs Großzügigkeit ist mit Dankbarkeit verbunden und Dankbarkeit ist mit dem Anwachsen Seiner Großzügigkeit verbunden. Die Großzügigkeit Allahs wird nicht aufhören zu wachsen, es sei denn die Dankbarkeit Seines Dieners hört auf.”

Al-Hasan sagte: „Sprich oft über Seine Großzügigkeit, denn darüber sprechen ist Dankbarkeit.“

Allah befahl Seinem Gesandten, Allah segne ihn und schenke ihm Heil, über die Großzügigkeit seines Herrn zu sprechen in der Ayah:

„…und was die gibst deines Herrn angeht, so erzähle (davon).“ (93:11)

Allah, der Erhabene, ist zufrieden, wenn die Wirkung Seiner Großzügigkeit auf Seinen Diener sich at ist, denn das ist in sich selbst eine Form der Dankbarkeit.[79]

Wenn immer Abu al-Mughirah gefragt wurde, wie es ihm ginge, dann würde er antworten: „Wir sind gänzlich von der Großzügigkeit des Herrn umgeben und dementsprechend können wir gar nicht genug dankbar sein. Er ist uns gegenüber höchst liebevoll, obwohl Er und nicht braucht; wir dagegen sind respektlos Ihm gegenüber, obwohl wir von Ihm völlig abhängig sind.“

Sharih sagte: „Immer wenn dem Diener ein Unglück zustößt, gewährt ihm Allah frei Dinge: dass es sich nicht auf seinen Glauben auswirkt, dass es nicht schlimmer ist, als es sein könnte, und dass es, da es so verfügt wurde, bereits geschehen und vorüber ist.“

Yunus ibn Ubaid berichtete, dass Abu Ghunaimah einmal gefragt wurde: „Wie geht es dir?“ Er antwortete: „Ich bin zwischen zwei Wohltaten Allahs mir gegenüber hin und hergerissen, wobei ich nicht weiß, welche besser ist: die Tatsache, dass Allah meine schlechten Taten für mich verborgen hat, sodass man mich dafür verhöhnen könnte oder die Zuneigung und Liebe mit gegenüber, die Allah in die Herzen Seiner Kreaturen platziert hat, und die ich wegen meiner Handlungen und Taten überhaupt nicht verdient habe.“

Suffian sagte bezüglich dieser Ayah im Qur’an,

„Lasse Mich (alleine) mit diejenigen, die diese Aussage für Lüge erklären; Wir werden sie stufenweise (dem Verderben) näherbringen, von wo sie nicht wissen,“ (68:44) dass Allah Deine Wohltaten ihnen angenehm erscheinen lässt, gleichzeitig ihnen aber die Möglichkeit nimmt, dafür dankbar zu sein.

Andere haben gesagt, dass, wenn immer solche Menschen eine Sünde begehen, Er ihnen eine Wohltat überträgt. Ein Mann fragte einmal Abu Hazim: „O Abu Hazim, was ist die Dankbarkeit der Augen?“ Er antwortet: „Es ist zu enthüllen, was immer Gutes sie sehen und zu verschleiern, was immer Schlechtes sie sehen.“

Der Mann sagte: „Und was ist die Dankbarkeit der Ohren?“ Er antwortet: „Wenn du etwas Gutes mit ihnen hörst, verstehst du es, und wenn du etwas Schlechtes hörst, weißt du es zurück.“ Der Mann fragte weiter: „Und was ist die Dankbarkeit der Hände?“ Er antwortet: „Benutze sie nicht, um etwas zu nehmen, was nicht dir gehört, und hakte sie nicht davon ab zu geben, was für Allah ist.“ Der Mann fragte: „Und was ist die Dankbarkeit des Bauches?“ Er antwortete: „Dass sein unterer Teil für Nahrung ist und sein oberer Teil für Wissen.“ (was bedeutet, dass man ihn nicht mit Essen regelrecht vollstopfen sollte.) Der Mann fragte weiter: „Und was ist die Dankbarkeit der Geschlechtsteile?“

Abu Hazim antwortete, indem er folgende Ayah des Qur’ans rezitierte:

„… und diejenigen, die ihre Scham hüten, außer gebeuh3r ihren Gattinnen oder was ihre Rechte Hand (an Sklavinnen) besitzt, denn sie sind (hierin) nicht zu Tafeln, wer aber darüber hinaus (etwas) begehrt, das sind dir Übertreter,“ (23:5-7)

Der Mann fuhr fort mit seinen Fragen: „Was ist die Dankbarkeit der Füße?“ Er antwortete: „Wenn du vom Ableben eines rechtschaffenen Mannes hörst, der seine Füße dazu benutzte, Gutes und Taten des Gottesdienstes zu tun, dann benutze sie auf die gleiche Art und Weise. Wenn aber dieser Mann jemand war, den du nicht mochtest, dann wende dich von dem ab, was er zu tun pflegte und sei Allah dankbar. Doch derjenige, der nur mit seiner Zunge seine Dankbarkeit ausdrückt, ist wie ein Mann, der sich nur mit dem Saum seines Gewandes bedeckt, ohne es anzuziehen, sodass es ihm weder in der Hitze und der Kälte, noch bei Schnee oder Regen von Nutzen ist.“

Ein Mann von wissen schrieb einmal an seinen Bruder: „Uns wurde so viel von Allahs Wohltaten gewährt, trotz unserer vielen schlechten Taten, dass es uns unmöglich ist, die alle aufzuzählen. Und wir wissen gar nicht, für was wir mehr dankbar sein müssen, die beste unserer guten Taten, die uns Allah ermöglicht hat zu tun oder die hässlichste von unseren schlechten Taten, die Er für und verschleiert hat.“

 

 

 

 

 


[77] Al-Bukhari, Muslim

[78] Ahmad, al-Musnad, al-Hakim

[79] At-Tirmidhi, al-Hakim


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Hilafet-i İslamiyye
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