DIE BEMÜHUNG UM DIE DAWA

Nicht jeder kann den Islam zum Sieg verhelfen

01-10-2018

Die Bemühung Rasulullah (saw) bei anderen Stämme Schutz zu finden

Während dieser Phase der offenen Verkündung suchte der Gesandte Allahs (saw) die einzelnen zur Hajj angereisten Stämme auf um sie zu „La ilaha illallah“ einzuladen und sagte: „Nimmt den İman an, auf dass ihr die Errettung erlangt.“

Bis zum 10. Jahr seiner Entsendung hatte Rasulullah (saw) bei seiner Verkündung nur den İman erklärt aber die Menschen nie um Schutz gebeten. Aber in diesem 10.Jahr, während der Hajj, bat er alle Stämme, die seine Verkündung ablehnten, auch um deren Schutz, damit er seine Verkündung fortführen konnte. Denn der Schutz war für die Ausbreitung des Islams notwendig. Und in Mekka gab es niemanden mehr, der ihm hatte Schutz gewähren können.

Die Stämme, die der Gesandte um Schutz bat, waren die Banu Amir, Schayban İbn Salaba, die Banu Kalb, die Banu Hanifa und die Banu Kinda. Von diesen Stämmen war die Antwort der Banu Haifa am übelsten.

Doch folgende Punkte gilt es hier zu beachten: Die Tatsache, dass Rasulullah (saw) die Stämme auch dann noch um Schutz bat, obwohl diese den Islam ablehnten, ist nicht gleichbedeutend mit der Anerkennung oder dem Zufriedensein ihres Kufrs oder ihrer Verherrlichung! Denn als er sie um ihren Schutz bat, hatte er sie weder wie Muslime behandelt, noch ihren Kufr gelobt oder gar verherrlicht. Einen Kafir, den man auch wie ein Kafir behandelt, um Schutz zu bitten, bedeutet keinesfalls, dass man seinen Kufr anerkennt. Sich mit einer Gegebenheit abzufinden bedeutet nicht, dass man auch zufrieden damit ist. Zumal der Gesandte Allahs (saw) diese Stämme dazu aufrief: „Sagt LA ilahe illallah damit ihr errettet werdet, über die Gebiete der Könige herrscht und wahre Ehre findet, denn die Ehre liegt allein im Islam.“ Deswegen kann niemand behaupten, dass Rasulullah (saw) ihren Kufr anerkannt hat und damit zufrieden war.

Die Stämme Banu Klinda und Banu Kalb hatten sowohl den Islam, als auch die Bitte um Schutz abgelehnt.

Was die Stämme der Banu Amr und Schayban Bin Salaba angeht; aus den Gesprächen und Verhandlungen zwischen ihnen und dem Gesandten (saw) kann man folgende wichtige Hinweise bezüglich der Methode der islamischen Bewegung entnehmen:
Noch bevor der Gesandte Allahs (saw) dem Stamm der Schayban den Islam verkündete, schickte er Abu Bakr (ra) zu ihnen, um mehr informativen über sie zu erhalten. Abu Bakr (ra) erkundete sich, ob dieser Stamm überhaupt in der Lage war den Muslimen zu helfen, beziehungsweise stark genug war um sie zu beschützen. Diese Vorgehensweise zeigt uns, dass Rasulullah (saw) nicht willkürlich jeden Stamm um Hilfe bat, sondern nur jene, die auch in der Lage gewesen wären ihn gegen die Islam Feinde zu beschützen.

Alle Stämme, die Rasulullah (saw) um Schutz bat, gehörten in der Regel zu den Großen unter den arabischen Stämmen. Die Banu Kinda waren im Süden von Arabien beheimatet, die Banu Hanifa in Yamama und die Schayban im heutigen Irak.

Demnach sollten Muslime, die gezwungen sind Schutz und Asyl bei den Kuffar zu suchen, solche Staaten auswählen, die auch in der Lage sind sie gegen ihre Feinde zu beschützen.

Auf die Bitte des Gesandten Allahs (saw) hin, ihn zu beschützen, antwortete ihm Masna vom Stamm der Schayban: „Wenn du Schutz gegen die Araber willst, dann können wir das tun. Doch wir haben Abkommen mit den Byzantinern und den Perser; und dass wozu du aufrufst wird ihnen nicht gefallen. Gegen sie können wir dich nicht beschützen.“ Daraufhin entgegnete ihm der Gesandte Allahs (saw) wie folgt: „Der Religion Allahs helfen nur jene, die es auch gänzlich anerkennen.“ (Sira İbn Kathir)

Auch diese Antwort Rasulullah (saw) beinhaltet wichtige Informationen; Der Stamm der Schayban stand den Byzantinern und den Perser, den damaligen zwei Supermächten, sehr nahe. Insbesondere die Perser waren sehr mächtig und bei fast allen schlachten überlegen. Und der Kaiser von Byzanz hatte zu einem späteren Zeitpunkt die Einladung des Gesandten Allahs (saw) zum Islam zerrissen und Leute entsandt, damit sie ihn töten.

Wenn Rasulullah (saw) das Angebot Masnas angenommen hätte, dann wäre er gegen die Perser und die Byzantinern schutzlos gewesen, zumal diese danach trachten den Islam zu vernichten. Selbst der Stamm Schayban, wäre unter Umstände, aufgrund ihrer vertraglichen Bindung zu diesen beiden Mächten, gegen die Muslime vorgegangen. Das hatte wiederum die komplette Vernichtung der wiederbelebten islamische Bewegung bedeuten können. Folglich lehnte der Gesandte Allahs (saw) Masnas Angebot ab.

Daran sehen wir, dass Muslime bei der Bewertung der Angebote der Kuffar sehr wachsam sein müssen. So wie sie keinerlei Zugeständnisse von ihrer Aqida machen dürfen, so sollten sie auch keine Angebote annehmen, die sie nicht zum Ziel führen und somit der islamischen Gemeinschaft eher schaden.

Als Rasulullah (saw) die Banu Amir zum Islam einlud und um ihren Schutz bat, sagte einer von ihnen: „Bei Allah, wenn ich diesen Mann (Rasulullah) den Quraysch entreißen könnte, dann würde ich mit ihm über die Araber siegen.“ und fragte weiter: „Was hältst du davon; wir schwören dir Treue und wenn Allah dich über deine Gegner zum Sieg führt, wird dann die Herrschaft uns gehören?“ Darauf antwortete ihm der Gesandte Allahs (saw): „Die Herrschaft gehört allein Allah. Er gibt sie, wem Er will.“

Damit weist der Gesandte Allahs (saw) auf folgende wichtige Punkte hin: Gleich wie schwach die Muslime auch sein mögen, niemals dürfen sie die Herrschaft anderen außer Allah zusprechen, auch nicht anteilig. Denn die Herrschaft ist allein das Recht Allahs und keiner Seiner Diener hat auch nur den geringsten Anteil daran. Diesbezüglich sind Zugeständnisse nicht gestattet.

Das gleiche gilt auch für die Demokratie. Ein islamischer Staat kann niemals mit demokratischen Mitteln errichtet werden. Denn die Demokratie ist Kufr. In einer Demokratie gehört die Herrschaft dem Volk, wohingegen sie im Islam allein Allah gehört. Der Glaube, dass auch andere außer Allah das Recht auf Herrschaft haben dürfen, ist Kufr. Folglich ist auch der Glaube an einem demokratischen System Kufr. Selbst wenn 99% der Bevölkerung den Islam wollten, wäre es Kufr, Muslime mit Hilfe demokratischer Wahlen an die Macht zu bringen. Denn demokratische Wahlen beinhalten den Grundgedanken, dass auch Menschen Anteile an der Herrschaft haben können. Und das ist nicht mit dem Tauhid vereinbar. Weil diese Tatsache dem Gesandten Allahs (saw) sehr wohl bekannt war, lehnte er die Anfrage der Banu Amir auf Anteile an der Herrschaft ab: „Die Herrschaft gehört allein Allah.“

Zu beachten gilt zudem: Muslime dürfen den Kuffar nicht das Recht geben in ihrem Namen zu sprechen, selbst dann nicht, wenn sie Hilfe von ihnen erhalten. Denn mit der Erteilung einer solchen Vollmacht, wären sie für jeden Kufr, der in ihrem Namen begangen wird, und den damit verursachten Schaden für die Muslime mitverantwortlich. Deswegen dürfen Muslime nur durch Muslime vertreten werden.

Auch dürfen die Muslime niemals zulassen, dass die Kuffar sie für ihre eigenen Zwecke missbrauchen. Hierbei sollten sie sehr achtsam sein und die Angebote der Kuffar diesbezüglich äußerst gründlich analysieren.

Wie wir aus der Antwort des Gesandten Allah (saw) an den Stamm der Schayban sehen, können nur jene dieser Religion zur Herrschaft verhelfen, die es auch im ganzen anerkennen mit Leuten, Gruppierungen oder Regierungen, die diese Religion zwar zum Teil anerkennen aber auch zum Teil ablehnen, kann man nicht aufbrechen um den Islam zur Herrschaft verhelfen, die bereit sind alles auf diesem Weg zu opfern, mit aller Kraft dafür arbeiten und ihren Lohn nicht bei den Menschen, sondern allein bei Allah suchen.

Als Fazit kann man folgende Punkte hervorheben:

  • Die Muslime müssen ihre soziale, wirtschaftliche und geografische Situation sehr gut einschätzen und entsprechend vorgehen
  • Nachdem sie ihre Pläne, die gänzlich dem Wohlgefallen Allahs entsprechen müssen, gemacht haben, müssen sie für den Erfolg alle erforderlichen Vorkehrungen treffen, Allah um Hilfe bitten und allein Ihm vertrauen. Denn Erfolg und Misserfolg liegen allein in Seiner Hand. Auch hat Er denen Seine Hilfe versprochen, die Seiner Religion helfen.


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