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01.09.2026 308

DEUTSCHLAND IM JAHR 2029 UND WORAUF SICH MUSLIME VORBEREITEN SOLLTEN – FURKAN BIN ABDULLAH

DEUTSCHLAND IM JAHR 2029 UND WORAUF SICH MUSLIME VORBEREITEN SOLLTEN – FURKAN BIN ABDULLAH

DEUTSCHLAND IM JAHR 2029 UND WORAUF SICH MUSLIME VORBEREITEN SOLLTEN – FURKAN BIN ABDULLAH

 

Deutschland befindet sich im Jahr 2029 an einem politischen Wendepunkt. Der gesellschaftliche Ton ist rauer geworden. Begriffe, Forderungen und Vorstellungen, die früher noch als offen rassistisch oder verfassungsrechtlich bedenklich galten, sind zunehmend in die Mitte der politischen Debatte vorgedrungen. Migration, der Islam und die sichtbare muslimische Lebensweise werden immer häufiger als Bedrohung dargestellt.

Muslime müssen erkennen, dass diese Entwicklung nicht plötzlich entstanden ist. Sie steht in einer langen Geschichte europäischer Machtpolitik: Kolonialismus, Orientalismus, die wirtschaftliche Ausbeutung muslimischer Länder und die politische Einteilung der Menschen in vermeintlich höher- und minderwertige Gruppen haben über Jahrhunderte Spuren hinterlassen. Auch heute zeigen Teile der politischen, medialen und gesellschaftlichen Eliten eine von Rassismus und Islamfeindlichkeit geprägte Seite. Sie sprechen von Freiheit und Menschenrechten, wenden diese Grundsätze jedoch nicht immer gleichermaßen auf alle Menschen an.

Wenn muslimische Länder angegriffen werden, wenn palästinensische Kinder sterben oder muslimische Gemeinschaften unterdrückt werden, schweigen viele jener Stimmen, die sich ansonsten als Verteidiger der Menschenwürde darstellen. Von Muslimen wird dagegen fortwährend verlangt, sich zu rechtfertigen, sich zu distanzieren und ihre religiösen Überzeugungen den jeweils herrschenden politischen Erwartungen anzupassen.

Keine Angst und keine Spaltung

Die Muslime müssen sich auf eine Zeit vorbereiten, in der der gesellschaftliche und politische Druck weiter zunehmen kann. Moscheen, Vereine, Prediger und islamische Bildungsangebote könnten stärker kontrolliert werden. Begriffe wie „Extremismus“ oder „politischer Islam“ könnten immer weiter ausgelegt werden, sodass schließlich bereits eine selbstbewusste islamische Haltung unter Verdacht gerät.

Unsere Antwort darauf darf weder Angst noch blinde Wut sein.

Muslime müssen standhaft bleiben, unabhängig davon, ob sie türkischer, arabischer, kurdischer, bosnischer, afrikanischer, deutscher oder anderer Herkunft sind. Der Islam verbindet uns über Nationalitäten, Hautfarben und Sprachen hinweg. Wer uns entlang ethnischer und nationaler Grenzen spaltet, schwächt unsere Gemeinschaft.

Wir dürfen uns weder gegeneinander aufhetzen lassen noch die Fehler jener übernehmen, die uns ungerecht behandeln. Gerade in Zeiten der Unterdrückung zeigt sich, ob wir wirklich an den Grundsätzen des Islam festhalten.

Widerstand bedeutet Standhaftigkeit und Gerechtigkeit

Widerstand gegen ein unterdrückerisches System bedeutet nicht Willkür, Hass oder Gewalt gegen Unschuldige. Islamischer Widerstand bedeutet, die Wahrheit auszusprechen, Unrecht sichtbar zu machen, Betroffene zu schützen und alle rechtmäßigen gesellschaftlichen und juristischen Möglichkeiten zu nutzen.

Dazu gehören:

  • islamische Bildung und die Weitergabe des Glaubens,
  • gesellschaftliche und politische Organisation,
  • rechtlicher Beistand für Betroffene,
  • unabhängige muslimische Medien,
  • wirtschaftliche und soziale Solidarität,
  • friedlicher Protest,
  • der Schutz der Moscheen und Familien,
  • Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinweg,
  • das konsequente Eintreten für die Würde jedes Menschen.

Muslime dürfen nicht zu Spiegelbildern ihrer Unterdrücker werden. Wenn andere ungerecht handeln, gibt uns das nicht das Recht, selbst ungerecht zu sein. Der Koran verpflichtet uns, selbst gegenüber Menschen, mit denen wir im Konflikt stehen, gerecht zu bleiben:

„Und der Hass gegen bestimmte Menschen soll euch nicht dazu verleiten, nicht gerecht zu handeln. Seid gerecht! Das kommt der Gottesfurcht näher.“ (Der edle Koran 5:8)

Genau darin liegt der Unterschied: Wir widersetzen uns dem Unrecht, ohne unsere eigenen moralischen Grenzen zu verlieren. Wir verteidigen unsere Rechte, ohne Unschuldige anzugreifen. Wir sprechen die Wahrheit, ohne Lügen zu verbreiten. Wir bleiben standhaft, ohne unsere Herzen von Hass beherrschen zu lassen.

Die Prüfungen wiederholen sich

Die Gläubigen wurden zu allen Zeiten geprüft. Die Propheten wurden verspottet, verleumdet, vertrieben und bekämpft. Ihre Anhänger wurden unter Druck gesetzt, damit sie ihren Glauben aufgeben oder verwässern. Dennoch blieb die Wahrheit bestehen, während die Macht ihrer Gegner verging.

Deshalb dürfen Muslime die Schwierigkeiten unserer Zeit nicht als Zeichen dafür verstehen, dass Allah (SwT) sie verlassen habe. Prüfungen gehören zum Weg des Glaubens. Sie offenbaren, wer nur in bequemen Zeiten an seinen Grundsätzen festhält und wer auch unter Druck standhaft bleibt. Vergisst eines niemals: Die dunkelste Zeit der Nacht ist jene, die dem Morgen am nächsten ist.

Wenn die Feindseligkeit zunimmt, darf unsere Hoffnung nicht kleiner werden. Wenn die Lüge lauter wird, müssen wir die Wahrheit ruhiger und deutlicher aussprechen. Wenn die Gesellschaft uns auseinanderbringen will, müssen wir enger zusammenstehen. Und wenn Angst verbreitet wird, müssen wir uns daran erinnern, dass Macht, Ansehen und Herrschaft vergänglich sind.

Keine Aufgabe der islamischen Grundsätze

Verlieren werden letztlich jene, die aus Angst vom Islam abweichen, ihre grundlegenden Überzeugungen verbergen oder die Wahrheit gegen gesellschaftliche Anerkennung eintauschen. Damit ist nicht jeder politische oder gesellschaftliche Ausgleich gemeint. Der Islam erlaubt Verträge, Zusammenarbeit und vernünftige Lösungen. Verwerflich wird der Kompromiss dort, wo für kurzfristige Sicherheit grundlegende Glaubens- und Gerechtigkeitsprinzipien geopfert werden.

Die Zukunft verlangt deshalb keine unüberlegte Radikalität, sondern Glauben, Wissen, Geduld, Disziplin und gemeinschaftliches Handeln. Unsere Kinder müssen ihre Religion kennen. Unsere Gemeinden müssen unabhängig und verantwortungsbewusst arbeiten. Unsere Gelehrten und Verantwortlichen dürfen weder käuflich noch durch politischen Druck steuerbar sein.

Deutschland im Jahr 2029 könnte für Muslime eine schwere Prüfung werden. Doch eine Prüfung ist nicht automatisch eine Niederlage. Eine Gemeinschaft verliert nicht dadurch, dass sie angefeindet wird. Sie verliert erst dann, wenn sie ihre Orientierung, ihre Gerechtigkeit und ihren Glauben aufgibt.

Unsere Aufgabe besteht darin, standhaft zu bleiben, das Unrecht zurückzuweisen und selbst dort gerecht zu handeln, wo andere die Gerechtigkeit verlassen. Wir fürchten keine Menschen, aber wir behandeln jeden Menschen gerecht. Wir ergeben uns keiner Unterdrückung, überschreiten jedoch auch im Widerstand nicht die Grenzen Allahs.

Denn auf jede Nacht folgt ein Morgen, auf jede Bedrängnis folgt Erleichterung, und keine ungerechte Macht besteht für immer.


Furkan bin Abdullah
Potsdam den 19.03.1448 / 01.09.2026

 

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