AUF ALLAH VERTRAUEN ODER VORKEHRUNG TREFFEN ?

29-10-2018

Die Vorkehrungen für die Hijra des Gesandten Allahs (saw)

Für eine sichere Auswanderung des Gesandten Allahs (saw) nach Medina wurden folgende Maßnahmen getroffen:

1. Ali (ra) legte sich ins Bett des Propheten (saw) ;

Allah offenbarte Seinem Propheten (saw), dass in dieser Nacht ein Anschlag auf ihn verübt wird und befahl ihm sich nicht in sein Bett zu legen. Daraufhin ließ Rasulullah (saw) Ali (ra) in seinem Bett schlafen, um so die Kuffar zu täuschen. Als er sein Haus verließ, wurde er von einem Mann gesehen, der umgehend die Attentäter darüber informierte. Diese jedoch glaubten ihm nicht und sagten: „Siehe doch! Da liegt er.“ Bis zum Morgengrauen waren sie auf der Lauer. Erst als Ali (ra) aufstand, bemerkten sie ihren Irrtum und sagten: „Bei Allah! Der Mann hatte Recht.“

Obwohl Rasulullah (saw) wusste, dass Allah ihn beschützt, hielt ihn das nicht davon ab, umsichtig zu handeln.

So müssen die Muslime bei ihren Plänen gegen die Kuffar alle erforderlichen Vorkehrungen treffen und anschließend Allah vertrauen. Und wenn den Muslimen, aufgrund mangelhafter Pläne und Vorkehrungen, ein Übel stoßen sollte, dann dürfen sie dies nicht allein dem Schicksal zuschreiben. Und wenn Allah den Sieg, aufgrund von Nachlässigkeiten den Muslime, aufschiebt, dann sollten die Muslime nur sich selbst tadeln und den Fehler bei sich suchen. Denn wir allein sind für unsere Taten verantwortlich. Deshalb sollten wir keinen anderen schuldig suchen.

Folglich müssen wir durchdachte Pläne ausarbeiten, alle möglichen Vorkehrungen treffen und dabei allein Allah vertrauen. Sollte uns trotzdem ein Übel treffen, müssen wir für Allah geduldig sein.

 

2. Rasulullah (saw) suchte Abu Bakr (ra) heimlich und vermummt zur Mittagszeit auf, um ihm die Erlaubnis zur Hijra mitzuteilen;

Rasulullah (saw) ging zu einer Tageszeit zu Abu Bakr (ra), in der die Mekkaner für gewöhnlich schliefen. Dies ereignete sich am Anfang des Monats September. Der September ist der letzte Monat des Sommers und es ist in der Regel auch der heißeste. Deswegen befand sich niemand auf der Straße. Alle waren in ihren Häusern und schliefen. Aus Sicht der Geheimhaltung war dies ein optimaler Zeitpunkt. Deswegen konnte er auch unbemerkt Abu Bakr (ra) aufsucht. Für den Fall, dass ihn doch jemand sehen sollte, hatte sich Rasulullah (saw) zudem vermummt, um unerkannt zu bleiben.

 

3. Der heimliche Aufbruch nach Medina durch die Hintertür;

Die erste Hürde hatte der Gesandte Allahs (saw) erfolgreich gemeistert und die Kuffar umgangen, indem er Abu Bakr (ra) genau zu der Zeit aufsuchte, als alle sich zur Mittagsruhe zurückgezogen hatten.

Doch Rasulullah (saw) musste auch weiterhin achtsam bleiben, denn auch das Haus von Abu Bakr (ra) hätte unter Beobachtung stehen können. Da die Kuffar nicht wussten, dass Abu Bakrs Haus hinten einen geheimen Ausgang hatte, entschlossen sie sich es von dieser Hintertür zu verlassen. Denn in solchen entscheidenden Situationen gilt es alle erforderlichen Vorkehrungen zu treffen und anschließend allein auf Allah zu vertrauen.

 

4. Die Vermeidung des direkten Weges nach Medina und der Umweg über die Höhle bei Sawr;

Die Muschrikin aus Mekka unternahmen alles, um den Gesandten Allahs (saw) zu ergreifen und zu töten. Sie vermuteten, dass er sich auf dem Weg nach Medina befand, weswegen sie alle Routen nach Medina belagerten. Doch Rasulullah (saw) vereitelte ihre Pläne, indem er sich zuerst in der Höhle bei Sawr versteckt hielt, anstatt wie von den Kuffar vermutet den direkten Weg nach Medina zu nehmen.

 

5. Die Höhle bei Sawr liegt nicht auf dem Weg nach Medina;

Dass Rasulullah (saw) nicht direkt nach Medina ging, sondern zuerst zur Höhle bei Sawr, was in der entgegengesetzten Richtung liegt, zeigt wie vollkommen sein Plan war.

Medina befindet sich nördlich von Mekka, wohingegen die Höhle bei Sawr im Süden, Richtung Yemen, liegt. Nachdem der Gesandte Allahs (saw) zusammen mit Abu Bakr (ra) fünf Meilen Richtung Yemen ging kamen sie an einem Berg mit sehr steilen Hängen an. Nach einem beschwerlichen Aufstieg versteckten sich beide in einer Höhle.

 

6. Sie ließen in Mekka einen Informanten zurück;

Der Gesandte Allahs (saw) befahl Abdullah (ra), dem Sohn von Abu Bakr (ra), in Mekka zu bleiben und sie täglich mit den neusten Nachrichten zu versorgen. Sie wollten und mussten genauestens darüber Bescheid wissen, was die Kuffar über sie redeten und gegen sie planten. Nur so konnte ihr Plan erfolgreich abgeschlossen werden. So versorgte Abdullah sie täglich mit Informationen, die für ihr weiteres Vorgehen entscheidend war. Denn sie durften ihr versteck nicht einfach planlos verlassen um nach Medina aufzubrechen.

Wenn Muslime wollen, dass ihre Pläne erfolgreich sind, dann müssen sie die Situation der Kuffar genauestens analysieren und ihre Pläne darauf abstimmen. Denn jeder unbedachte Plan ist stets zum Scheitern verurteilt. Je besser der Anführer die Pläne, Geheimnisse und die Bewegungen der knuff t kennt, desto erfolgreicher werden seine Pläne sein.

 

7. Die Versorgung mit Lebensmitteln während ihres Aufenthaltes in der Höhle;

Asma (r.anha),die Tochter Abu Bakrs, brachte dem Gesandten Allahs (saw) und ihrem Vater jede Macht Lebensmittel in die Höhle. Das hatten sie zuvor so abgesprochen, da sie nicht wussten, wie lange sie sich in der Höhle verstecken werden – so war wenigstens sichergestellt, dass sie dort nicht verhungern oder verdursten. Doch warum hatte Abdullah diese Aufgabe nicht mit übernommen? Die Antwort ist einfach; wenn Abdullah diese Aufgabe mit übernommen hätte, dann wäre seine Bewegungsfreiheit dadurch stark eingeschränkt worden und er hatte seine eigentliche Aufgaben nicht vernünftig erledigen können. Auch hätte es die Aufmerksamkeit der Kuffar auf Abdullah gelenkt.

Aber andersherum hätte auch Asma die Aufgabe von Abdullah mit übernehmen können. Abdullah erzählt ihr die neusten Informationen, die sie dann wiederum Rasulullah (saw) weitergibt. Hatte das nicht Sinn gemacht? Nein, denn diese Informationen waren von wesentlicher Bedeutung und mussten deswegen eindeutig und zuverlässig sein. Eine weitere Person in der Nachrichtenkette hatte die Information verfälscht oder zum Verlust bestimmter Punkte führen können. Auch war die Gefahr einfach zu groß, dass Asma die Informationen gänzlich anders aufnimmt und versteht als Abdullah es ihr erzählt. Dadurch hätte Rasulullah (saw) mangelhafte Informationen erhalten, was wiederum alle weitere Pläne negativ beeinflusst hätte. Folglich sprach alles gegen eine Zusammenführung dieser beiden Aufgaben.

Asma war die die Lieferung der Lebensmittel perfekt geeignet, ohne die Aufmerksamkeit der Kuffar zu wecken, doch für die Nachrichtenübermittlung war Abdullah einfach der geeigneter von beiden. Deswegen wurde diese Aufgabe ihm übertragen. Bei der Entscheidung waren allein Erfahrung und Fachkundigkeit ausschlaggebend. Je mehr man sich auf diese Punkte konzentriert, desto erfolgreicher werden die Pläne sein.

An dieser Stelle kommen wir nicht Drumherum ohne auf die Aufopferung und das Engament von Asma (ra) einzugehen. Asma stellt ein gutes Vorbild für alle muslimischen Frauen dieser Bewegung dar. Zu der Zeit war Asma hochschwanger. Trotzdem ging sie täglich zum fünf Meilen entfernt gelegenen Berg und stieg bis zur Höhle auf, ohne sich darüber zu beklagen. Das war eine Strapaze, die selbst normalem Menschen schert g de fallen wäre. Das zeigt uns, dass den Frauen dieser Dawa auch Aufgaben übertragen werden können, bei deren Ausführung selbst Männer Schwierigkeiten hatten. Dies verdeutlicht und die Position der Frau innerhalb dieser Bewegung; sie stehen unterstützend neben den Männern – stets bereit gegebenenfalls deren Aufgaben zu übernehmen.

 

8. Amir bin Fuhayra, der Hirte Abu Bakrs, führte die Schafe zum weiden, in die Nähe der Höhle;

Damals war das Spurenlesen weit verbreitet. Es war die beste Methode, um Menschen zu verfolgen. Da Abdullah und Asma täglich die Höhle besuchten, stellten ihre Fußspuren eine große Gefahr dar. Deshalb wurde Amir bin Fuhayra damit beauftragt die Schafe zum weiden täglich in dieses Gebiet zu führe, um dadurch die Spuren von Asma und Abdullah zu verwischen.

Daraus können wir folgende wichtige Lehre ziehen: Muslime, die sich verstecken, müssen unbedingt alle erforderliche Vorkehrungen treffen. So werden sie mit Allahs Erlaubnis von den Kuffar unentdeckt bleiben.

 

9. Der Grund, warum Rasulullah (saw) drei Tage in der Höhle von Sawr blieb;

Die Wahrscheinlichkeit, dass Rasulullah (saw) gefasst worden wäre, wenn er die Höhle bereits am den ersten Tage verlassen hätte, war sehr groß.

Die Bestimmung des exakten Zeitpunktes um die Höhle zu verlassen war abhängig von den Informationen, mit denen Abdullah sie täglich versorgte. Auch hoffte Rasulullah (saw), dass die Kuffar mit der Zeit in ihren Bemühungen sie zu fassen nachlässiger werden wurden. Dich warum hat Rasulullah (saw) dann die Höhle bereits nach drei Tagen verlassen? Denn, je länger er sich dort versteckt gehalten hatte, desto mehr hatten die Kuffar in ihren Anstrengungen die zu finden nachgelassen. Das hat einen einfachen Grund. Auch wenn die Nachlässigkeit der Kuffar mit der Zeit immer größer geworden wäre, die Gefahr, dass Abdullah und Asma auffliegen und dadurch den Gesandten Allahs (saw) in Gefahr bringen, würde he dich mit der Zeit ebenfalls größer. Folglich verließ Rasulullah die Höhle zum erst besten Zeitpunkt.

 

10. Die Hilfe Allahs (swt)

Obwohl Rasulullah (saw) alles Mögliche unternommen und jegliche Vorkehrungen getroffen hatte, kamen die Qurayschiten bis zu seinem Versteck. Das sie plötzlich vor der Höhle standen, hatte nichts damit zu tun, dass Rasulullah (saw) nachlässig gehandelt haben könnte oder dergleichen. Das geschah keinesfalls bewusst, es lag einfach nur daran, dass die Kuffar grundsätzlich überall nach ihnen suchten, sodass es nur eine Frage der Zeit war, bis sie auch dort auftauchten.

Wenn aber trotz aller getroffenen Vorkehrungen, die Kuffar einen entdecken und aus d Weg schaffen wollen, dann hilft einem Allah. So wie Er Seinem. Gesandten und dessen Freund Abu Bakr half, so wird Er auch alle anderen Muslime beschützen. In einer Situation, weit entfernt von der Hilfe der muslimischen Brüder, und kurz vor der Entdeckung durch die Kuffar half ihnen Allah (swt). Als Rasulullah (saw) dies sah, sagte er zu seinem Freund: „Sei nicht traurig. Siehe, Allah ist mit uns.“ Als dann einer der Verfolger in die Höhle schaue, sagte er: „Die Engel beschützen uns mit ihren Flügeln.“

Hierzu sagt Allah: „Allah stärkte ihn mit Heerscharen, die ihr nicht sagt.“ (at-Tauba:40)

So sind sie, die wahren Mitstreiter dieser Dawa; sie bewegen sich innerhalb der Grenzen, die Allah ihnen vorgab, ziehen alle Möglichkeiten in Betracht und treffen alle erforderlichen Vorkehrungen.

Sie wissen, dass Allah sie beschützen und unterstützen wird, wenn sie selbst nicht nachlässig sind. Ihnen ist bewusst, dass der Sieg allein in der Hand Allahs liegt und sie sich Ihm aufrichtig zuwenden und Ihn um Hilfe bitten müssen.

 

11. Das profitieren von den Erfahrungen und den fachlichen Kompetenzen der Kuffar;

Rasulullah (saw) und Abu Bakr hatten den Muschrik Abdullah bin Uraykit von Stamm der Quraysch zu ihrem Wegweiser genommen, damit er sie nach Medina führt. Denn er war vertrauenswürdig und kannte den Weg nach Medina sehr gut. Abi Bakr gab ihm zuvor zwei seiner Kamele, damit er sie für den Weg vorbereitet. Wie vereinbart, trafen sie sich am dritten Tag an der Höhle von Sawr.

Daran sehen wir; wenn es erforderlich ist, dürfen Muslime für die islamische Bewegung von den Erfahrungen und den fachlichen Kompetenzen der Kuffar Nutzen ziehen.

 

12. Die Täuschung der Kuffar durch die Muslime;

Auf dem Weg zur Höhle bei Sawr trafen der Gesandte Allahs (saw) und Abu Bakr (ra) auf einen Mann. Dieser fragte Abu Bakr (auf Rasulullah deutend): „Wer ist dieser Mann?“ Abu Bakr antwortete ihm: „Das ist der Mann, der mir den richtigen Weg zeigt.“ Daraufhin dachte der Fremde, dass Rasulullah sein Wegweiser sei, obwohl Abu Bakr eigentlich meinte, dass Rasulullah (saw) ihm den Weg ins Paradies zeigt. Abi Bakr verheimlichte mit dieser mehr Deutungen Antwort die wahre Identität des Propheten (saw), deshalb, weil er genau wusste, dass er von allen gesucht wird. Die Qurayschiten hatten ein Kopfgeld in Höhe von 100 Kamelen ausgesetzt. Für Leute aus der Wüste war das sehr viel – dafür hätten sie alles getan.

Das zeigt uns, dass es erlaubt ist, wenn es die Situation erfordert, die Kuffar mit mehrdeutigen Antworten zu täuschen, ohne dadurch gelogen zu haben.

Hierzu sagt der Gesandte Allahs (saw): „Die Benutzung von mehrdeutigen Worten, ohne ihre äußere Bedeutung zu beabsichtigen, sondern eine Andere, ist ein Weg um eine Lüge zu vermeiden.“ (Ibn Adiy-Bayhaki-Maarid)

 

13. Die Vermeidung des direkten Weges nach Medina;

Rasulullah (saw) und seine Begleiter gingen zunächst eine Weile Richtung Jemen, anstatt den direkten Weg nach Medina zu nehmen. Später schwenken sie nach Westen auf die Küstenroute zu.

Obwohl der Gesandte Allahs (saw) drei Tage in der Höhle verbrachte, in der Hoffnung, dass die Kuffar nachlässig werden, war es für ihn nicht ausreichend. Deswegen hat er den direkten Weg nach Medina gemieden.

Abdullah bin Uraykit kannte sich so gut aus, dass er sie auf kaum benutzten Wegen nach Medina führte. Dabei benutzte er nicht einmal die von den Menschen bekannten Nebenwege.

Mit dieser Vorgehensweise wollte der Gesandte Allahs (saw) gänzlich von den Kuffar unentdeckt bleiben.

 

14. Suraka und das Verhalten Rasulullah ihm gegenüber;

Auf der gesamten Wegstrecke verhielt sich Abu Bakr (ra) äußerst aufmerksam; wenn er Gefahr von vorne erwartete, ging er vor Rasulullah (saw), befürchtete er Gefahr von hinten, dann ging er hinter ihm.

Ähnlich vorsichtig verhielten sie sich als sie unterwegs auf Suraka trafen. Dieser verlangte den Schutz des Gesandten Allahs (saw). Rasulullah (saw) gewährte ihm seinen Wunsch und ermahnte ihn zugleich: „Verrate niemanden, dass wir uns hier befinden!“ Suraka antwortete: „Gut, ich werde euch nicht verraten. Doch gib mir einen Schutzbrief von dir.“ Daraufhin lies Rasulullah (saw) einen Schutzbrief ausstellen und gab es ihm. Suraka hielt sein Versprechen und verheimlichte den Weg des Gesandten Allahs (saw). Wenn er sah, dass jemand in diese Richtung gehen wollte, hielt er sie zurück, indem er ihnen sagte: „Ich komme von dort. Da ist niemand.“

Suraka würde nie Muslim, doch aufgrund der Wunder, die er bezeugt, war er sich sicher, dass niemand in der Lage ist dem Gesandten Allahs (saw) zu schaden und dass er am Ende obsiegen wird. Deswegen bestand er auf seinen Schutzbrief und half ihm, indem er die Leute, die Rasulullah (saw) suchten, auf die falsche Fährte führte.

Auch aus diesem Ereignis können wir folgende wichtige Lehren ziehen:

Wenn wir den islamischen Staat gründen wollen, dann müssen wir die uns Gutgesinnten und die uns Feindlichgesinnten unter den Kuffar sehr gut kennen.

Die muslimische Gemeinschaft muss auch von den Kuffar profitieren, die sich ihnen gegenüber gutgesinnt verhalten. Auch wenn sie das nur mit dem Hintergedanken tun, dass der Islam am Ende doch noch obsiegen könnte.

Zudem müssen die Muslime ihr Versprechen gegenüber den Kuffar einhalten, so wie Rasulullah (saw) sein Versprechen gegenüber Suraka erfüllte.

Äußerlich betrachtet hatte Rasulullah (saw) sein Versprechen gegenüber Suraka eigentlich töten müssen, um so die Geheimhaltung aufrecht zu halten. Doch weil er den Charakter von Suraka sehr gut kannte und überzeugt davon war, dass dadurch ihn keine Gefahr für den Islam ausgeht, sah er davon ab und ließ ihn am Leben. Gewiss basierte diese Entscheidung auf der Offenbarung Allahs.

Ein muslimischer Anführer, der mit einer ähnlichen Situation konfrontiert ist, muss seine Entscheidung aufgrund seiner Erfahrung, seiner persönlichen Einschätzung und durchgeführten Nachforschung fällen. Wenn der Anführer trotz sorgfältiger Überlegung die falsche Entscheidung getroffen haben sollte, so darf er dafür nicht geadelt werden.

Es kann passieren, dass der Anführer nach reiflicher Überlegung bestimmte Kuffar vertraut. Doch das Gegenteil ist ebenfalls möglich. Bei solchen kritischen Fragen muss der Anführer der Muslime alle Möglichkeiten ausschöpfen, Nachforschungen durchführen, Ruhe bewahren und aufrichtig Allah um Hilfe bitten, sowie Ihm vertrauen.

Wenn der Anführer die richtige Entscheidung traf, dann nur weil Allah ihm dabei behilflich war. Traf er jedoch trotz aller Vorkehrungen die falsche Entscheidung, dann müssen die Muslime wissen, dass man ihn dafür nicht beschuldigen darf.

Die Lehren aus der Hijra des Gesandten Allahs (saw) können wir wie folgt zusammenfassen:

  1. Für die Ausarbeitung der erfolgreichen Pläne und Vorbereitungen müssen wir alles Menschenmögliche tun.Um den Plan so erfolgreich wie nur möglich zu machen und die Geheimhaltung aufrecht zu halten, müssen wir unsere Nachforschungen und Analysen bestmöglich durchführen.
  2. Wir dürfen niemals vergessen, dass wir nicht unsere Plänen vertrauen dürfen sondern allein nur Allah (swt).
  3. Wenn tritt aller Vorkehrungen, den Muslimen doch ein Unheil widerfahren sollte, dann müssen wir wissen, dass das nur zu ihrem Guten ist und dass sie damit geprüfte werden. Die Muslime sind stets zufrieden mit ihrem Schicksal und der eingetroffenen Vorsehung Allahs.


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