28. Sure: Al-Kasas (Die Geschichte)

15-03-2020

28. Sure: Al-Kasas (Die Geschichte)
Offenbart in Mekka
88 Ayat (Verse)

 

Der größte Teil dieser Sure wurde in der späten mekkanischen Periode offenbart, gerade der Hijra vorangehend; sie behandelt den Gegenstand der Offenbarung, und wie die Leute sie bekamen. Aber diese Sure zeigt ebenso neue Standpunkte, nämlich wie ein Prophet auf seine Aufgabe vorbereitet wird, obwohl er ein gewöhnlicher Mensch ist. Die Geschichte von Moses (a.s.) wird im Detail erzählt. Allah (t) verlieh ihm Weisheit und Wissen als er ein reifer junger Mann wurde. Als er noch ein Kind war, wollte Allah (t) ihn zu einem Seiner Propheten machen. In seiner Jugend betete er zu Allah um Vergebung und Rechtleitung. In seinem Exil fand er Hilfe und Liebe von seiner Frau und Familie. Als er predigte, stärkte ihn Allah (t). Kurzum, Allahs Gnade ist mit den Propheten von Geburt an. Allahs Botschaft wird von Leuten wie Pharao, die hochmütig sind, zurückgewiesen. Muhammed, Allahs Segen und Friede auf ihm, wurde ebenso eine gute Lebensführung gegeben, bevor er zum Propheten berufen wurde. Seine Botschaft wurde ebenfalls von den hochmütigen Mekkanern abgelehnt. Diejenigen, die den Frieden im Jenseits wollen, müssen ihre Missetaten bereuen, Glauben haben und Gutes tun; denn alle Wahrheit und Gnade kommt von Allah (t). Diejenigen, die sorglos in dieser Welt leben wollen, und sich mit Wohlstand aufblasen, werden das Schicksal von Korah erleiden, der von der Erde verschlungen wurde.

 

 

بِسْمِ اللَّـهِ الرَّحْمَـٰنِ الرَّحِيمِ

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen!

 

طسم ﴿١﴾ تِلْكَ آيَاتُ الْكِتَابِ الْمُبِينِ ﴿٢﴾ نَتْلُو عَلَيْكَ مِن نَّبَإِ مُوسَىٰ وَفِرْعَوْنَ بِالْحَقِّ لِقَوْمٍ يُؤْمِنُونَ ﴿٣﴾ إِنَّ فِرْعَوْنَ عَلَا فِي الْأَرْضِ وَجَعَلَ أَهْلَهَا شِيَعًا يَسْتَضْعِفُ طَائِفَةً مِّنْهُمْ يُذَبِّحُ أَبْنَاءَهُمْ وَيَسْتَحْيِي نِسَاءَهُمْ ۚ إِنَّهُ كَانَ مِنَ الْمُفْسِدِينَ ﴿٤﴾ وَنُرِيدُ أَن نَّمُنَّ عَلَى الَّذِينَ اسْتُضْعِفُوا فِي الْأَرْضِ وَنَجْعَلَهُمْ أَئِمَّةً وَنَجْعَلَهُمُ الْوَارِثِينَ ﴿٥﴾وَنُمَكِّنَ لَهُمْ فِي الْأَرْضِ وَنُرِيَ فِرْعَوْنَ وَهَامَانَ وَجُنُودَهُمَا مِنْهُم مَّا كَانُوا يَحْذَرُونَ ﴿٦﴾ 

„Ta-Sin-Mim. (1) Das sind die Verse des deutlichen Buches. (2) Wir verlesen dir wahrheitsgemäß einen Teil der Geschichte von Moses und Pharao, für Leute, die glauben. (3) Wahrlich, Pharao betrug sich hochmütig im Land und spaltete dessen Bewohner in Parteien. Eine Gruppe von ihnen pflegte er zu unterdrücken, indem er ihre Söhne abschlachtete und ihre Frauen am Leben ließ. Wahrlich, er war einer der Unheilstifter! (4) Und Wir wollten denen, die im Lande als schwach erachtet wurden, Huld erweisen und sie zu Führern machen und zu Erben einsetzen (5) und ihnen die Oberhand im Lande geben und Pharao und Haman und ihren Heerscharen durch sie (die Schwachen) das zeigen, was sie befürchteten.“ (Der edle Koran 28:1-6)

28:1 - Über die Bedeutung dieser arabischen Buchstaben vgl. Erläuterung der Termini.[1]

28:2 - Hier wird auf Verse hingewiesen, die in einem Buch enthalten sind, das in aller Klarheit und ohne jeden Zweifel von jedem verstanden wird. Demnach geht es nicht um ein Menschenwerk, sondern um ein vollkommenes und universales Werk Allahs.[2]

28:3 - Die Geschichte Moses beginnt hier im Gegensatz zu allen anderen Stellen mit der Kunde über seine Geburt. Dies, weil die erste Phase seiner Geschichte, mit all ihren unbarmherzigen Umständen, seiner Hilflosigkeit als Kind und der Ohnmacht seines Volkes und ihrer Erniedrigung durch den Pharao zum Hauptziel dieser Sure hinführt. Sie zeigt auf, wie die Allmacht Allahs daraufhin arbeitet, die Ungerechtigkeit und die Tyrannei allein zu zerschlagen, wenn die Menschen dies nicht zu tun vermögen, und die Unterdrückten und die Gefolterten zu befreien. Und dies war die Lehre, die die unterdrückte muslimische Minderheit in Mekka zur Zeit der Offenbarung so dringend benötigte, und die der tyrannischen Mehrheit zur Kenntnis gebracht werden sollte.[3]

28:4 - Bevor die eigentliche Geschichte beginnt, werden zuerst die Umstände erläutert, die die Ereignisse begleiteten. Wer dieser Pharao war, ist nicht genau definiert, da nicht die historische Festsetzung das Ziel der koranischen Geschichten darstellt und ihre Bedeutung nicht zu bereichern vermag. Uns genügt, zu wissen, dass diese Ereignisse sich nach der Zeit Yusufs abspielten, der seinen Vater und seine Brüder hatte nachkommen lassen, und dass diese Kinder Israels die Nachkommen Israels (Jakobs) waren, die sich in Ägypten stark vermehrt und sich zu einem großen Volk entwickelt hatten.[4] Nachdem Pharao diesen Anteil der Bevölkerung, deren Anzahl auf mehrere hunderttausend angewachsen war, nicht vertreiben konnte, um nicht seine Feinde in den Nachbarländern durch diese zu mehren, suchte er mit üblen Mitteln dieser Gefahr zu begegnen. Er zwang die Kinder Israels, gefährliche und beschwerliche Arbeiten zu verrichten, erniedrigte sie und folterte sie. Schließlich ging er dazu über, ihre männlichen Kinder zu töten, die weiblichen hingegen am Leben zu lassen, weil durch einen Hellseher des Pharaos übermittelt wurde, dass sein Untergang durch die Hilfe eines Mannes aus dem Volk der Kinder Israels vollzogen werde.[5]

28:5-6 - Allah (t) wollte etwas anderes als der Pharao; Sein Plan zielte gerade auf das Gegenteil dessen, was der Tyrann wollte. Haman war offensichtlich ein Minister des Pharaos und ist nicht zu verwechseln mit dem Haman, der in Esther 3:1 erwähnt wird und ein Minister des Perserkönigs Xerxes (485-464 v.Chr.) war, der Griechenland eroberte. Haman ist möglicherweise kein Personenname, sondern eine Analogie zu Pharao. Vielleicht handelt es sich um eine Amtsbezeichnung. Auch eine Parallele zur ägyptischen Gottheit Amun wäre denkbar. Wahrscheinlich ist das im Koran benutzte Wort "Haman" die arabisierte Form von "Ha-Amun", die Amtsbezeichnung der ägyptischen Amunspriester. Dazu der betreffenden Zeit in Ägypten der Amunskult vorherrschte, hielt dessen höchster Priester eine Stellung inne, die nur noch von Pharao selbst übertroffen wurde. Diese Vermutung wird durch Pharaos Forderung gestützt, einen hohen Turm bauen zu lassen, von dem aus er zum Gott Moses hinaufsteigen könne.[6]

 

وَأَوْحَيْنَا إِلَىٰ أُمِّ مُوسَىٰ أَنْ أَرْضِعِيهِ ۖ فَإِذَا خِفْتِ عَلَيْهِ فَأَلْقِيهِ فِي الْيَمِّ وَلَا تَخَافِي وَلَا تَحْزَنِي ۖ إِنَّا رَادُّوهُ إِلَيْكِ وَجَاعِلُوهُ مِنَ الْمُرْسَلِينَ ﴿٧﴾ فَالْتَقَطَهُ آلُ فِرْعَوْنَ لِيَكُونَ لَهُمْ عَدُوًّا وَحَزَنًا ۗ إِنَّ فِرْعَوْنَ وَهَامَانَ وَجُنُودَهُمَا كَانُوا خَاطِئِينَ ﴿٨﴾ وَقَالَتِ امْرَأَتُ فِرْعَوْنَ قُرَّتُ عَيْنٍ لِّي وَلَكَ ۖ لَا تَقْتُلُوهُ عَسَىٰ أَن يَنفَعَنَا أَوْ نَتَّخِذَهُ وَلَدًا وَهُمْ لَا يَشْعُرُونَ ﴿٩﴾

„Und Wir gaben der Mutter von Moses ein: „Säuge ihn; und wenn du für ihn fürchtest, so wirf ihn in den Fluss und fürchte dich nicht und betrübe dich nicht; denn Wir werden ihn dir wiedergeben und ihn zu einem Gesandten machen.“ (7) Und die Angehörigen Pharaos lasen ihn auf, so dass er ihnen zum Feind wurde und Kummer verursachte; denn Pharao und Haman und ihre Heerscharen waren Missetäter. (8) Und die Frau des Pharao sagte: „(Er ist) mir und dir eine Augenweide! Tötet ihn nicht. Vielleicht erweist er sich als nützlich für uns, oder wir nehmen ihn als Sohn an.“ Und sie waren ahnungslos.“ (Der edle Koran 28:7-9)

28:7-9 - Nach der Lehre des Koran und der einhelligen Meinung aller Kommentatoren war die Mutter von Moses keine Prophetin, sondern eine rechtschaffene Dienerin Allahs, die die göttlichen Eingaben durch Inspiration empfing.[7] Unter welchen Umständen der Sohn geboren wurde, der später unter dem Namen Moses bekannt werden sollte, ist hier ausgelassen worden. Die ägyptischen Hebammen hatten die Anweisung bekommen, alle neugeborenen Jungen zu töten.[8] Moses wurde vor ihnen gerettet, und die Mutter begann, das Kind zu stillen. Als jedoch die Gefahr bestand, dass der Sachverhalt bekannt würde, legte sie ihn in einen Kasten oder Korb und ließ ihn auf dem Nil treiben. Er trieb am Königspalast vorbei und wurde dort gefunden; ihm wurde der Name "Moses" gegeben, der in der altägyptischen Sprache so viel wie "ich zog ihn aus dem Wasser" bedeutet. Wie aus dem nächsten Vers sowie aus 66:11 hervorgeht, war es Pharaos eigene Frau, die ihn fand. Sie wurde von Allah (t) dazu veranlasst, ihn aufzulesen. Der kleine Moses war lieblich anzuschauen, und der Pharao hatte allem Anschein nach keinen Sohn. Durch Allahs Allmacht ergriff die Liebe sowohl das Herz der Frau als auch des Pharaos.[9] Später hatte die Mutter von Moses keinen Grund zur Trauer und Sorge[10]; denn ihr Kind wuchs unter ihrer liebevollen Obhut heran und wurde später einer der bedeutendsten Gesandten Allahs. Ausgerechnet der Junge, durch dessen Hände den Untergang des Pharao und seines Reiches herbeigeführt werden sollte. Dies war der Plan der göttlichen Vorsehung.

 

وَأَصْبَحَ فُؤَادُ أُمِّ مُوسَىٰ فَارِغًا ۖ إِن كَادَتْ لَتُبْدِي بِهِ لَوْلَا أَن رَّبَطْنَا عَلَىٰ قَلْبِهَا لِتَكُونَ مِنَ الْمُؤْمِنِينَ ﴿١٠﴾ وَقَالَتْ لِأُخْتِهِ قُصِّيهِ ۖ فَبَصُرَتْ بِهِ عَن جُنُبٍ وَهُمْ لَا يَشْعُرُونَ ﴿١١﴾  وَحَرَّمْنَا عَلَيْهِ الْمَرَاضِعَ مِن قَبْلُ فَقَالَتْ هَلْ أَدُلُّكُمْ عَلَىٰ أَهْلِ بَيْتٍ يَكْفُلُونَهُ لَكُمْ وَهُمْ لَهُ نَاصِحُونَ ﴿١٢﴾ فَرَدَدْنَاهُ إِلَىٰ أُمِّهِ كَيْ تَقَرَّ عَيْنُهَا وَلَا تَحْزَنَ وَلِتَعْلَمَ أَنَّ وَعْدَ اللَّـهِ حَقٌّ وَلَـٰكِنَّ أَكْثَرَهُمْ لَا يَعْلَمُونَ ﴿١٣﴾

„Und das Herz von Moses Mutter war (von jeder Hoffnung) entleert. Fast hätte sie ihr Geheimnis preisgegeben, wenn Wir nicht ihr Herz gestärkt hätten, damit sie am Glauben festhielte. (10) Sie sagte zu seiner Schwester: „Spüre ihm nach.“ So beobachtete sie ihn von weitem; und jene ahnten nichts. (11) Und vordem hatten Wir ihm die Ammen verwehrt. Da sagte sie (seine Schwester): „Soll ich euch eine Familie nennen, wo man ihn für euch aufziehen und ihm wohlgesinnt sein würde?“ (12) Dann gaben Wir ihn seiner Mutter zurück, damit ihr Auge mit Freude erfüllt würde und damit sie sich nicht grämte und damit sie wissen sollte, dass Allahs Verheißung wahr ist. Jedoch die meisten von ihnen wissen es nicht.“ (Der edle Koran 28:10-13)

28:10-13 - Das Herz der Moses Mutter konnte die Leere, die durch die Trennung von ihrem Kind entstanden war, kaum aushalten. Durch ihre anhaltenden mütterlichen Sorgen über ihr Kind war ihre Geduld zu Ende und hätte sie sich bald in der Öffentlichkeit verraten. Nach den historischen Überlieferungen war es seine Schwester Maryam, die ihm nachspüren sollte; sie war ca. 10 Jahre alt. Moses weigerte sich durch die Macht Allahs, die Brust der ihm zur Verfügung gestellten Milchammen zu nehmen. Das Verhalten des Kindes war besorgniserregend für seine Betreuer im Königspalast. Als sie ratlos zuschauten und die Nachricht durch die Stadt wie ein Lauffeuer ging, erschien Miriam, seine Schwester, in deren Umgebung und machte ihnen den oben genannten Vorschlag, den der "Palast" auch in seiner Not sofort akzeptierte. So kam Moses schließlich doch noch in den Genuss der Milch seiner eigenen Mutter.[11]

 

وَلَمَّا بَلَغَ أَشُدَّهُ وَاسْتَوَىٰ آتَيْنَاهُ حُكْمًا وَعِلْمًا ۚ وَكَذَٰلِكَ نَجْزِي الْمُحْسِنِينَ ﴿١٤﴾ وَدَخَلَ الْمَدِينَةَ عَلَىٰ حِينِ غَفْلَةٍ مِّنْ أَهْلِهَا فَوَجَدَ فِيهَا رَجُلَيْنِ يَقْتَتِلَانِ هَـٰذَا مِن شِيعَتِهِ وَهَـٰذَا مِنْ عَدُوِّهِ ۖ فَاسْتَغَاثَهُ الَّذِي مِن شِيعَتِهِ عَلَى الَّذِي مِنْ عَدُوِّهِ فَوَكَزَهُ مُوسَىٰ فَقَضَىٰ عَلَيْهِ ۖ قَالَ هَـٰذَا مِنْ عَمَلِ الشَّيْطَانِ ۖ إِنَّهُ عَدُوٌّ مُّضِلٌّ مُّبِينٌ ﴿١٥﴾ قَالَ رَبِّ إِنِّي ظَلَمْتُ نَفْسِي فَاغْفِرْ لِي فَغَفَرَ لَهُ ۚ إِنَّهُ هُوَ الْغَفُورُ الرَّحِيمُ ﴿١٦﴾ قَالَ رَبِّ بِمَا أَنْعَمْتَ عَلَيَّ فَلَنْ أَكُونَ ظَهِيرًا لِّلْمُجْرِمِينَ ﴿١٧﴾

„Und als er seine Vollkraft erreicht hatte und reif geworden war, verliehen Wir ihm Weisheit und Wissen; so belohnen Wir jene, die Gutes tun. (14) Und er betrat die Stadt um eine Zeit, da ihre Bewohner in einem Zustand der Unachtsamkeit waren; und er fand da zwei Männer, die miteinander kämpften. Der eine war von seiner eigenen Partei und der andere von seinen Feinden. Jener, der von seiner Partei war, rief ihn zu Hilfe gegen den, der von seinen Feinden war. So schlug Moses ihn zurück; doch es führte zu seinem Tod. Er sagte: „Das ist ein Werk Satans; er ist ein Feind, ein offenbarer Verführer.“ (15) Er sagte: „Mein Herr, ich habe mir selbst Unrecht getan, so vergib mir.“ So verzieh Er ihm; denn Er ist der Allverzeihende, der Barmherzige. (16) Er sagte: „Mein Herr, da Du mir gnädig gewesen bist, will ich niemals ein Helfer der Sünder sein.“ (Der edle Koran 28:14-17)

28:14 - In 28:10-13 haben wir unsere Erfahrung mit der Geschichte des Kindes Moses gemacht, und hier erleben wir durch einen weiten Sprung, wie es ihm ging, als er seine Vollkraft erreicht hatte, die von den Anthropologen zwischen 18 und 30 Jahren errechnet wird. Sowohl durch das Wissen und die Weisheit, die Allah ihm verlieh, als auch durch die Verbindung zu seinen Eltern lernte Moses die Lehren seiner Vorfahren Yusuf, Jakob, Isaak und Abraham kennen.[12]

28:15-17 - Moses Absicht war nicht, den Ägypter zu töten, sondern ihn zu schlagen, um den Mann von den Kindern Israels aus seiner Gewalt zu befreien. In der Tat aber tötete er ihn. Dies war auf mehrfache Weise ein unglücklicher Ausgang. Einmal hatte er die Stadt heimlich besucht; er hatte für Schwache und Verachtete Partei ergriffen; und schließlich hatte er einen Ägypter getötet. Er war voller Bedauern über diese Tat und bat Allah (t) um Hilfe und Vergebung.[13]

 

فَأَصْبَحَ فِي الْمَدِينَةِ خَائِفًا يَتَرَقَّبُ فَإِذَا الَّذِي اسْتَنصَرَهُ بِالْأَمْسِ يَسْتَصْرِخُهُ ۚ قَالَ لَهُ مُوسَىٰ إِنَّكَ لَغَوِيٌّ مُّبِينٌ ﴿١٨﴾ فَلَمَّا أَنْ أَرَادَ أَن يَبْطِشَ بِالَّذِي هُوَ عَدُوٌّ لَّهُمَا قَالَ يَا مُوسَىٰ أَتُرِيدُ أَن تَقْتُلَنِي كَمَا قَتَلْتَ نَفْسًا بِالْأَمْسِ ۖ إِن تُرِيدُ إِلَّا أَن تَكُونَ جَبَّارًا فِي الْأَرْضِ وَمَا تُرِيدُ أَن تَكُونَ مِنَ الْمُصْلِحِينَ ﴿١٩﴾

„Dann wurde er in der Stadt furchtsam und auf der Hut; und siehe, jener, der ihn zuvor um Hilfe gerufen hatte, schrie nach ihm um Beistand. Da sagte Moses zu ihm: „Du bist offensichtlich auf dem falschen Weg.“ (18) Und als er sich (dann doch) entschloss, Hand an den Mann zu legen, der ihrer beider Feind war, sagte dieser: „O Moses, willst du mich töten, so wie du gestern einen Menschen getötet hast? Du versuchst nur, ein Tyrann im Land zu werden, und du willst kein Friedensstifter sein.“ (Der edle Koran 28:18-19)

28:18 - Moses rechnete nicht mit einer solchen Umwandlung gegen ihn. Verärgert über den streitsüchtigen Charakter seines Landsmannes, distanzierte er sich von ihm. Als Moses wiederum in Betracht zog, dass die Ägypter ungerecht und Feinde der Kinder Israels überhaupt waren, wollte er noch einmal eingreifen. Aber da erhielt er eine zweifache Warnung, eine von dem kämpfenden Ägypter und die andere von einem Mann, der ihm freundlich gesinnt war.[14]

 

وَجَاءَ رَجُلٌ مِّنْ أَقْصَى الْمَدِينَةِ يَسْعَىٰ قَالَ يَا مُوسَىٰ إِنَّ الْمَلَأَ يَأْتَمِرُونَ بِكَ لِيَقْتُلُوكَ فَاخْرُجْ إِنِّي لَكَ مِنَ النَّاصِحِينَ ﴿٢٠﴾

„Da kam ein Mann vom äußersten Ende der Stadt angelaufen. Er sagte: „O Moses, die Vornehmen beraten sich gegen dich, um dich zu töten. Darum mache dich fort; denn ich rate dir gut.“ (Der edle Koran 28:20)

28:20 - Hier handelt es sich um einen Mann aus dem königlichen Palast, der seinen Glauben geheim hielt. Moses einzige Überlebensmöglichkeit bestand also darin, den Machtbereich der ägyptischen Regierung zu verlassen.[15]

 

فَخَرَجَ مِنْهَا خَائِفًا يَتَرَقَّبُ ۖ قَالَ رَبِّ نَجِّنِي مِنَ الْقَوْمِ الظَّالِمِينَ ﴿٢١﴾وَلَمَّا تَوَجَّهَ تِلْقَاءَ مَدْيَنَ قَالَ عَسَىٰ رَبِّي أَن يَهْدِيَنِي سَوَاءَ السَّبِيلِ ﴿٢٢﴾ وَلَمَّا وَرَدَ مَاءَ مَدْيَنَ وَجَدَ عَلَيْهِ أُمَّةً مِّنَ النَّاسِ يَسْقُونَ وَوَجَدَ مِن دُونِهِمُ امْرَأَتَيْنِ تَذُودَانِ ۖ قَالَ مَا خَطْبُكُمَا ۖ قَالَتَا لَا نَسْقِي حَتَّىٰ يُصْدِرَ الرِّعَاءُ ۖ وَأَبُونَا شَيْخٌ كَبِيرٌ ﴿٢٣﴾ فَسَقَىٰ لَهُمَا ثُمَّ تَوَلَّىٰ إِلَى الظِّلِّ فَقَالَ رَبِّ إِنِّي لِمَا أَنزَلْتَ إِلَيَّ مِنْ خَيْرٍ فَقِيرٌ ﴿٢٤﴾ 

„Da zog er furchtsam aus ihr hinaus und spähte umher. Er sagte: „Mein Herr, rette mich vor dem ungerechten Volk.“ (21) Und als er sich in Richtung Madyan begab, sagte er: „Ich hoffe, mein Herr wird mich auf den rechten Weg leiten.“ (22) Als er zum Wasser von Madyan kam, fand er dort eine Schar von Leuten, die (ihr Vieh) tränkten. Und neben ihnen fand er zwei Frauen, die (ihr Vieh) zurückhielten. Er sagte: „Was ist mit euch?“ Sie sagten: „Wir können (unser Vieh) nicht eher tränken, als bis die Hirten (ihre Herden) fortgetrieben haben, und unser Vater ist ein hochbetagter Greis.“ (23) Da tränkte er (ihre Herde) für sie. Dann zog er sich in den Schatten zurück und sagte: „Mein Herr, ich bedarf des Guten, was immer es (auch) sei, das Du auf mich herab senden magst.“ (28:21-24)

28:21-24 - Moses entschied sich also für das Leben im Exil. Er wusste jedoch nicht, wohin er sich wenden sollte. Allahs Fügung trieb ihn jedoch nach Madyan, der Stadt des Propheten Schuayb (a.s.), acht Tage Fußmarsch von Ägypten entfernt; sie wurde nach Madyan, dem Sohn Abrahams benannt. Die Bewohner der Stadt waren Araber von der Volksgruppe der Amoriter, die ethnisch und sprachlich mit den Kindern Israels engverwandt waren. Das erste Ziel eines Wüstenwanderers ist gewöhnlich eine Wasserquelle, von der man seinen Durst stillt, und bei der er menschliche Gesellschaft finden kann. Als Moses dorthin kam, fand, dass die Hirten ihre Herden zur Tränke führten. Ihm als einem Fremden stand es nicht zu, sich dazwischenzudrängen. Er wartete und bemerkte zwei junge Mädchen, die ebenfalls mit ihren Tieren warteten, um diese zu tränken. Er half den beiden so, wie dies der Text beschreibt.[16]

 

فَجَاءَتْهُ إِحْدَاهُمَا تَمْشِي عَلَى اسْتِحْيَاءٍ قَالَتْ إِنَّ أَبِي يَدْعُوكَ لِيَجْزِيَكَ أَجْرَ مَا سَقَيْتَ لَنَا ۚ فَلَمَّا جَاءَهُ وَقَصَّ عَلَيْهِ الْقَصَصَ قَالَ لَا تَخَفْ ۖ نَجَوْتَ مِنَ الْقَوْمِ الظَّالِمِينَ ﴿٢٥﴾ قَالَتْ إِحْدَاهُمَا يَا أَبَتِ اسْتَأْجِرْهُ ۖ إِنَّ خَيْرَ مَنِ اسْتَأْجَرْتَ الْقَوِيُّ الْأَمِينُ ﴿٢٦﴾ قَالَ إِنِّي أُرِيدُ أَنْ أُنكِحَكَ إِحْدَى ابْنَتَيَّ هَاتَيْنِ عَلَىٰ أَن تَأْجُرَنِي ثَمَانِيَ حِجَجٍ ۖ فَإِنْ أَتْمَمْتَ عَشْرًا فَمِنْ عِندِكَ ۖ وَمَا أُرِيدُ أَنْ أَشُقَّ عَلَيْكَ ۚ سَتَجِدُنِي إِن شَاءَ اللَّـهُ مِنَ الصَّالِحِينَ ﴿٢٧﴾ قَالَ ذَٰلِكَ بَيْنِي وَبَيْنَكَ ۖ أَيَّمَا الْأَجَلَيْنِ قَضَيْتُ فَلَا عُدْوَانَ عَلَيَّ ۖ وَاللَّـهُ عَلَىٰ مَا نَقُولُ وَكِيلٌ ﴿٢٨﴾

„Und eine der beiden (Frauen) kam zu ihm gelaufen voller Scham. Sie sagte: „Siehe, mein Vater lädt dich ein, damit er dich dafür belohnen kann, dass du unser Vieh getränkt hast.“ Als er nun zu ihm kam und ihm seine Geschichte erzählte, sagte er: „Fürchte dich nicht; du bist dem ungerechten Volk entronnen.“ (25) Da sagte eine der beiden (Frauen): „O mein Vater, stell ihn in deinen Dienst ein; denn der beste Mann, den du einstellen kannst, ist wahrlich der, der stark und ehrlich ist.“ (26) Er sagte: „Ich will dir eine von diesen meinen zwei Töchtern zur Frau geben unter der Bedingung, dass du dich mir auf acht Jahre zum Dienst verpflichtest. Willst du dann zehn (Jahre) vollmachen, so steht es bei dir. Ich möchte aber nicht hart zu dir sein; du wirst in mir, so Allah will, einen rechtschaffenen (Mann) finden. (27) Er sagte: „Das sei zwischen mir und dir (abgemacht). Welche der beiden Fristen ich auch erfülle - es soll mich kein Vorwurf treffen; und Allah ist Zeuge dessen, was wir sagen.“ (Der edle Koran 28:25-28)

28:25-28 - Der Inhalt dieses Textblocks gibt die Auskunft darüber, wie die Geschichte des Moses in Madyan weiterging.[17] Hierzu ist nur noch folgendes zu bemerken:

1. Der Ausdruck „Fürchte dich nicht; du bist dem ungerechten Volk entronnen“ weist daraufhin, dass Pharao damals keine Macht über das Gebiet von Madyan besaß.

2. Ein Vormund darf seinen Schützling einem Mann zur Ehe anbieten. Dies geschah z.B. zur Zeit des Propheten Muhammed, Allahs Segen und Friede auf ihm, als Umar (r) seine Tochter Hafsa dem Propheten (صلى الله عليه و سلم) zur Ehe anbot. Eine andere Frau bot sich selbst dem Propheten zur Ehe an, und zwar mit den Worten: „Ich möchte mich dir schenken!“[18] Demnach darf auch die Frau sich selbst einem Mann zur Ehe anbieten.

3. Eine Eheschließung kann durch eine Gegenleistung geschlossen werden, was auch in der islamischen Gesetzgebung anerkannt ist. Dies wird aus der Sunna ersichtlich, wonach der Prophet (صلى الله عليه و سلم) einen Heiratswilligen, der der Braut keine Morgengabe schenken konnte, gefragt hat: „Was hast du vom Koran auswendig gelernt?“ Er antwortete: „Die Sure "Al-Bakara" (Die Kuh), und die nächste Sure.“ Daraufhin erwiderte der Prophet: „Dann lehre sie zwanzig Verse davon.“ Dadurch war der Heiratswillige dazu verpflichtet, als Lehrer im Dienst seiner Frau tätig zu sein.

4. Aus dem Verlauf der Ereignisse in diesen beiden Versblöcken 28:21-24 und 28:25-28 kann man davon ausgehen, dass es seiner Zeit um eine freie und aufgeschlossene Gesellschaft handelt, in der Frauen abmühten, ihre Herde unter dem Gedränge der Männer zu tränken. Dennoch waren sie nicht schamlos; denn eine der beiden Frauen kam zu Moses gelaufen "in voller Scham"[19] (Unser Prophet Muhammed (صلى الله عليه و سلم) betonte, dass die Scham zum Glauben gehört). Die Frau besaß damals die freie Meinungsäußerung, indem sie sagte: „O mein Vater, stell ihn in deinen Dienst ein; denn der beste Mann, den du einstellen kannst, ist wahrlich der, der stark und ehrlich ist.“ Nach ihrer Äußerung kann man vermuten, dass Moses der jungen Frau gefiel und durch seine Präsenz im Haus die Heirat mit einer der beiden Töchter eingeleitet werden kann. Bei all diesen Gedanken dürfen wir nicht außeracht lassen, dass sich die derartige Freiheit auf einem Gebiet abspielte, auf dem ein Prophet Allahs lebte und den Ehevertrag für seine Tochter mit den Worten schloss: „... und Allah ist Zeuge dessen, was wir sagen.“ Wir finden ferner heraus, dass die gesellschaftliche Freiheit in Madyan nicht gegen die damals herrschenden Gebote des Glaubens stieß.[20]

 

فَلَمَّا قَضَىٰ مُوسَى الْأَجَلَ وَسَارَ بِأَهْلِهِ آنَسَ مِن جَانِبِ الطُّورِ نَارًا قَالَ لِأَهْلِهِ امْكُثُوا إِنِّي آنَسْتُ نَارًا لَّعَلِّي آتِيكُم مِّنْهَا بِخَبَرٍ أَوْ جَذْوَةٍ مِّنَ النَّارِ لَعَلَّكُمْ تَصْطَلُونَ ﴿٢٩﴾ فَلَمَّا أَتَاهَا نُودِيَ مِن شَاطِئِ الْوَادِ الْأَيْمَنِ فِي الْبُقْعَةِ الْمُبَارَكَةِ مِنَ الشَّجَرَةِ أَن يَا مُوسَىٰ إِنِّي أَنَا اللَّـهُ رَبُّ الْعَالَمِينَ ﴿٣٠﴾ وَأَنْ أَلْقِ عَصَاكَ ۖ فَلَمَّا رَآهَا تَهْتَزُّ كَأَنَّهَا جَانٌّ وَلَّىٰ مُدْبِرًا وَلَمْ يُعَقِّبْ ۚ يَا مُوسَىٰ أَقْبِلْ وَلَا تَخَفْ ۖ إِنَّكَ مِنَ الْآمِنِينَ ﴿٣١﴾ اسْلُكْ يَدَكَ فِي جَيْبِكَ تَخْرُجْ بَيْضَاءَ مِنْ غَيْرِ سُوءٍ وَاضْمُمْ إِلَيْكَ جَنَاحَكَ مِنَ الرَّهْبِ ۖ فَذَانِكَ بُرْهَانَانِ مِن رَّبِّكَ إِلَىٰ فِرْعَوْنَ وَمَلَئِهِ ۚ إِنَّهُمْ كَانُوا قَوْمًا فَاسِقِينَ ﴿٣٢﴾

„Als Moses nun die Frist erfüllt hatte und mit seinen Angehörigen reiste, gewahrte er an der Seite des Berges ein Feuer. Er sagte zu seinen Angehörigen: „Bleibt hier, ich habe ein Feuer wahrgenommen; vielleicht kann ich euch eine Nachricht von dort bringen oder eine Feuersglut, so dass ihr euch wärmen könnt.“ (29) Und als er zu ihm kam, da wurde er von der rechten Seite des Tales am gesegneten Ort aus dem Baum angerufen: „O Moses, wahrlich, Ich bin Allah, der Herr der Welten. (30) Und wirf deinen Stock hin.“ Als er ihn sich regen sah, als wäre er eine Riesenschlange, da wandte er sich zur Flucht und schaute nicht zurück. „O Moses, tritt vor und fürchte dich nicht; denn du gehörst zu jenen, die in Sicherheit sind. (31) Steck deine Hand in deinen Hemdschlitz; sie wird ohne Übel weiß hervorkommen; und zieh deinen Arm an dich, um die Ängstlichkeit von dir zu jagen. Das sollen zwei Beweise von deinem Herrn für Pharao und seine Vornehmen sein; denn sie sind ein frevelndes Volk.“ (Der edle Koran 28:29-32)

28:29-32 - Die Vertragszeit, zu der Moses verpflichtet war, war abgelaufen. Moses verlässt Madyan und befindet sich mit den Seinen auf einer Reise, deren Ziel hier im Koran nicht genannt ist. Ob er vorhatte, nach Ägypten zu reisen, um seine Mutter zu besuchen und ihr seine junge Familie vorzustellen, spielt hier keine Rolle neben den gewaltigen Ereignissen für den Glauben; denn er wurde an dieser Stelle angerufen, um sowieso nach Ägypten zu reisen. Den Auftrag dazu erhielt er an der Seite des Berges Sinai, wo er das Feuer gewahrte. Es war kein gewöhnliches Feuer, das lodert und vernichtet, sondern eine feuerähnliche Erscheinung, um die Aufmerksamkeit eines Menschen zu sich zu ziehen, der gerade nach einer Feuerglut bzw. einer menschlichen Gesellschaft sucht. Man kann hier nicht herausfinden, worauf der Koran mit den Angaben über die örtlichen Gegebenheiten, z.B. über die rechte Seite des Tales, den gesegneten Ort, in dem der Baum stand, von dem der Anruf herkam, hinweisen will. Es mag sein, dass die Stelle dort nach dieser Beschreibung leicht erkennbar ist, damit die Menschen in ihr den heiligen Charakter erkennen. Es mag auch sein, dass die Erwähnung der rechten Seite nach einem Prinzip im Glauben geschah. Denn unser Prophet (صلى الله عليه و سلم) hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass wir beim Essen und Trinken die rechte Hand benutzen und bei allen guten Dingen unseres Vorhabens von der rechten Seite anfangen. Sogar das Betreten der Moschee und der Wohnung soll mit dem rechten Fuß beginnen. Das Handschütteln in einer Menschenversammlung soll von rechts nach links gehen. Genauso geht der Umlauf um die Kaaba während der Pilgerfahrt. Die Entsendung Moses zum Pharao mit den genannten Wunderzeichen erfüllt die Verheißung Allahs an Moses Mutter, als er noch ein Säugling war: „Wir werden ihn dir wiedergeben und ihn zu einem Gesandten machen.“ (28:7)[21]

 

قَالَ رَبِّ إِنِّي قَتَلْتُ مِنْهُمْ نَفْسًا فَأَخَافُ أَن يَقْتُلُونِ ﴿٣٣﴾ وَأَخِي هَارُونُ هُوَ أَفْصَحُ مِنِّي لِسَانًا فَأَرْسِلْهُ مَعِيَ رِدْءًا يُصَدِّقُنِي ۖ إِنِّي أَخَافُ أَن يُكَذِّبُونِ ﴿٣٤﴾ قَالَ سَنَشُدُّ عَضُدَكَ بِأَخِيكَ وَنَجْعَلُ لَكُمَا سُلْطَانًا فَلَا يَصِلُونَ إِلَيْكُمَا ۚ بِآيَاتِنَا أَنتُمَا وَمَنِ اتَّبَعَكُمَا الْغَالِبُونَ ﴿٣٥﴾

„Er sagte: „Mein Herr, ich habe einen von ihnen erschlagen, und ich fürchte, sie werden mich töten. (33) Und mein Bruder Aaron - er ist beredter als ich mit seiner Zunge; sende ihn darum als Helfer mit mir, auf dass er mich bestätige; denn ich fürchte, sie werden mich der Falschheit bezichtigen.“ (34) Er sprach: „Wir wollen dich mit deinem Bruder stärken, und Wir wollen euch beiden Macht geben, so dass sie euch nicht erreichen werden - durch Unsere Zeichen. Ihr beide und die, welche euch folgen, werden die Sieger sein.“ (Der edle Koran 28:33-35)

28:33-35 - Moses erzählte dem Erhabenen Schöpfer seine menschlichen Sorgen, und Allah (t) erfüllte seine Wünsche. Er stärkte ihn nicht nur durch seinen Bruder, sondern gab den beiden darüber hinaus Macht, "so dass Pharao und seine Heerscharen sie nicht erreichen werden." Diese Art zeigt, dass der Mensch bleibt mit seiner Denkweise, auch wenn er sich in der Gegenwart des Allerhöchsten befindet. Hätte Moses dies nicht gesagt, so hätte er trotzdem Allahs Beistand in vollkommener Weise erhalten; denn Allah (t) hört, sieht und hilft, wo die Hilfe nötig ist.[22]

 

فَلَمَّا جَاءَهُم مُّوسَىٰ بِآيَاتِنَا بَيِّنَاتٍ قَالُوا مَا هَـٰذَا إِلَّا سِحْرٌ مُّفْتَرًى وَمَا سَمِعْنَا بِهَـٰذَا فِي آبَائِنَا الْأَوَّلِينَ ﴿٣٦﴾ وَقَالَ مُوسَىٰ رَبِّي أَعْلَمُ بِمَن جَاءَ بِالْهُدَىٰ مِنْ عِندِهِ وَمَن تَكُونُ لَهُ عَاقِبَةُ الدَّارِ ۖ إِنَّهُ لَا يُفْلِحُ الظَّالِمُونَ ﴿٣٧﴾

„Als dann Moses zu ihnen mit Unseren deutlichen Zeichen kam, da sagten sie: „Das ist nichts als ein Zaubertrug, und wir haben von unseren Vorvätern nie dergleichen gehört.“ (36) Und Moses sagte: „Mein Herr weiß am besten, wer es ist, der Seine Führung gebracht hat, und wem der glückselige Lohn der Wohnstatt zuteilwerden wird. Wahrlich, die Frevler haben nie Erfolg.“ (Der edle Koran 28:36-37)

28:36-37 - Dies ist wortwörtlich derselbe Einwand, wie er auch gegen den Propheten Muhammed (صلى الله عليه و سلم) damals in Mekka vorgebracht wurde. Seine Gegner widersetzten sich der deutlichen Wahrheit, die nicht zu widerlegen ist. So nennen die Leugner die Zeichen "Zauberei"; denn ein anderes Argument können sie nicht finden.[23]

 

وَقَالَ فِرْعَوْنُ يَا أَيُّهَا الْمَلَأُ مَا عَلِمْتُ لَكُم مِّنْ إِلَـٰهٍ غَيْرِي فَأَوْقِدْ لِي يَا هَامَانُ عَلَى الطِّينِ فَاجْعَل لِّي صَرْحًا لَّعَلِّي أَطَّلِعُ إِلَىٰ إِلَـٰهِ مُوسَىٰ وَإِنِّي لَأَظُنُّهُ مِنَ الْكَاذِبِينَ ﴿٣٨﴾ وَاسْتَكْبَرَ هُوَ وَجُنُودُهُ فِي الْأَرْضِ بِغَيْرِ الْحَقِّ وَظَنُّوا أَنَّهُمْ إِلَيْنَا لَا يُرْجَعُونَ ﴿٣٩﴾ فَأَخَذْنَاهُ وَجُنُودَهُ فَنَبَذْنَاهُمْ فِي الْيَمِّ ۖ فَانظُرْ كَيْفَ كَانَ عَاقِبَةُ الظَّالِمِينَ ﴿٤٠﴾ وَجَعَلْنَاهُمْ أَئِمَّةً يَدْعُونَ إِلَى النَّارِ ۖ وَيَوْمَ الْقِيَامَةِ لَا يُنصَرُونَ ﴿٤١﴾ وَأَتْبَعْنَاهُمْ فِي هَـٰذِهِ الدُّنْيَا لَعْنَةً ۖ وَيَوْمَ الْقِيَامَةِ هُم مِّنَ الْمَقْبُوحِينَ ﴿٤٢﴾

„Und Pharao sagte: „O ihr Vornehmen, ich kenne keinen anderen Gott für euch außer mir; so brenne mir, o Haman, (Ziegel aus) Ton und mache mir einen Turm, damit ich den Gott Moses erblicken kann, obgleich ich ihn gewiss für einen Lügner erachte.“ (38) Und er und seine Heerscharen verhielten sich ohne Recht hochmütig im Lande. Und sie meinten, nie zu Uns zurückgebracht zu werden. (39) So erfassten Wir ihn und seine Heerscharen und setzten sie mitten im Meer aus. Schau darum, wie der Ausgang der Missetäter war! (40) Und Wir machten sie zu Führern, welche (Menschen) zum Feuer luden; und am Tage der Auferstehung werden sie keinen Beistand finden. (41) Und Wir ließen ihnen in dieser Welt einen Fluch folgen; und am Tage der Auferstehung werden sie unter den Verabscheuten sein.“ (Der edle Koran 28:38-42)

28:38-42 - Nach Ibn Kathir war Haman Minister und Berater des Pharao. Ziegelbrennung war und ist bis heute noch in Ägypten gewöhnlich die Herstellungsart von Baumaterial. Diese Rede an Haman zeigt die enge Denkweise des Pharao. Dieselbe Einstellung kam eine Zeitlang im Kommunistischen Russland zum Ausdruck, als man Satelliten und Astronauten in den Weltraum schickte und behauptete, "da oben sei kein Gott zu finden". Da jedoch dieser Pharao, dem sich Moses (a.s.) gegenüberstellt, sich entgegen jeder Vernunft arrogant verhielt, vergleicht der Koran seine Haltung mit der eines Menschen, der nicht an die Auferstehung und an das Jüngste Gericht glaubt und damit keine Veranlassung sieht, sich der Verantwortung Allah (t) gegenüber entsprechend zu verhalten.[24]

 

وَلَقَدْ آتَيْنَا مُوسَى الْكِتَابَ مِن بَعْدِ مَا أَهْلَكْنَا الْقُرُونَ الْأُولَىٰ بَصَائِرَ لِلنَّاسِ وَهُدًى وَرَحْمَةً لَّعَلَّهُمْ يَتَذَكَّرُونَ ﴿٤٣﴾

„Und wahrlich, Wir gaben Moses die Schrift, nachdem Wir die früheren Geschlechter vernichtet hatten, als ein Mittel zur Ermahnung für die Menschen und als Führung und Barmherzigkeit, auf dass sie (Meiner Macht) eingedenk sein mögen.“ (Der edle Koran 28:43)

28:43 - Als erstes von Allah (t) inspiriertes Gesetz stellte die Thora den Beginn eines neuen Abschnittes in der Menschheitsgeschichte dar. Mit der Entsendung der Thora begann das Zeitalter der Offenbarungen, welche für die Menschheit "als Führung und Barmherzigkeit" des Erhabenen Schöpfers gelten. Nach der Herabsendung der Thora wurden die frevelhaften Völker nicht mehr restlos in ihrer Gesamtheit vernichtet. Hiernach wurde der Kampf auf dem Weg Allahs als Gebot für die Gläubigen vorgeschrieben. Dieses Gebot wird im Koran an verschiedenen Stellen bekräftigt und hat Gültigkeit bis zum Weltende.[25]

 

وَمَا كُنتَ بِجَانِبِ الْغَرْبِيِّ إِذْ قَضَيْنَا إِلَىٰ مُوسَى الْأَمْرَ وَمَا كُنتَ مِنَ الشَّاهِدِينَ ﴿٤٤﴾ وَلَـٰكِنَّا أَنشَأْنَا قُرُونًا فَتَطَاوَلَ عَلَيْهِمُ الْعُمُرُ ۚ وَمَا كُنتَ ثَاوِيًا فِي أَهْلِ مَدْيَنَ تَتْلُو عَلَيْهِمْ آيَاتِنَا وَلَـٰكِنَّا كُنَّا مُرْسِلِينَ ﴿٤٥﴾ وَمَا كُنتَ بِجَانِبِ الطُّورِ إِذْ نَادَيْنَا وَلَـٰكِن رَّحْمَةً مِّن رَّبِّكَ لِتُنذِرَ قَوْمًا مَّا أَتَاهُم مِّن نَّذِيرٍ مِّن قَبْلِكَ لَعَلَّهُمْ يَتَذَكَّرُونَ ﴿٤٦﴾ وَلَوْلَا أَن تُصِيبَهُم مُّصِيبَةٌ بِمَا قَدَّمَتْ أَيْدِيهِمْ فَيَقُولُوا رَبَّنَا لَوْلَا أَرْسَلْتَ إِلَيْنَا رَسُولًا فَنَتَّبِعَ آيَاتِكَ وَنَكُونَ مِنَ الْمُؤْمِنِينَ ﴿٤٧﴾

„Und du warst weder auf der westlichen Seite, als Wir Moses den Auftrag gaben, noch warst du unter den Augenzeugen. (44) Jedoch Wir ließen (nach Moses) Geschlechter entstehen, und das Leben wurde ihnen lang! Und du verweiltest nicht unter dem Volk von Madyan, um ihnen Unsere Zeichen vorzutragen; Wir aber schickten (ihnen) Gesandte. (45) Und du warst nicht auf der Seite des Berges als Wir (Moses) anriefen. Vielmehr (haben Wir dich) als eine Barmherzigkeit deines Herrn (entsandt), damit du ein Volk warnen mögest, zu dem vor dir kein Warner gekommen war, auf dass sie ermahnt seien. (46) Und wäre es (nur deshalb), dass sie nicht sagen können, wenn ein Unglück sie um dessentwillen treffen sollte, was ihre Hände vorausgeschickt haben: „Unser Herr, warum hast Du uns keine Gesandten geschickt, dass wir Deine Zeichen hätten befolgen können und dann unter den Gläubigen gewesen wären?“ (Der edle Koran 28:44-47)

28:44-47 - Unser Prophet Muhammed, Allahs Segen und Friede auf ihm, wird hier auf die Tatsache aufmerksam gemacht, dass er kein Wissen und keine Vorkenntnis über den Verlauf der Geschehnisse über Moses, die Offenbarung der Thora und die Örtlichkeit gehabt hatte, und dass diese ihm von seinem Allerhöchsten Gott kommen.[26]

 

فَلَمَّا جَاءَهُمُ الْحَقُّ مِنْ عِندِنَا قَالُوا لَوْلَا أُوتِيَ مِثْلَ مَا أُوتِيَ مُوسَىٰ ۚ أَوَلَمْ يَكْفُرُوا بِمَا أُوتِيَ مُوسَىٰ مِن قَبْلُ ۖ قَالُوا سِحْرَانِ تَظَاهَرَا وَقَالُوا إِنَّا بِكُلٍّ كَافِرُونَ ﴿٤٨﴾ قُلْ فَأْتُوا بِكِتَابٍ مِّنْ عِندِ اللَّـهِ هُوَ أَهْدَىٰ مِنْهُمَا أَتَّبِعْهُ إِن كُنتُمْ صَادِقِينَ ﴿٤٩﴾ فَإِن لَّمْ يَسْتَجِيبُوا لَكَ فَاعْلَمْ أَنَّمَا يَتَّبِعُونَ أَهْوَاءَهُمْ ۚ وَمَنْ أَضَلُّ مِمَّنِ اتَّبَعَ هَوَاهُ بِغَيْرِ هُدًى مِّنَ اللَّـهِ ۚ إِنَّ اللَّـهَ لَا يَهْدِي الْقَوْمَ الظَّالِمِينَ ﴿٥٠﴾ وَلَقَدْ وَصَّلْنَا لَهُمُ الْقَوْلَ لَعَلَّهُمْ يَتَذَكَّرُونَ ﴿٥١﴾   

„Doch als nun die Wahrheit von Uns zu ihnen kam, da sagten sie: „Warum ist ihm nicht das gleiche gegeben worden wie das, was Moses gegeben wurde?“ Haben sie denn nicht das geleugnet, was Moses zuvor gegeben wurde? Sie hatten gesagt: „(Dies sind) zwei Zauberwerke, die einander stützen.“ Und sie sagten: „Wir leugnen beide.“ (48) Sprich: „So bringt ein Buch von Allah herbei, das eine bessere Führung als diese beiden (Bücher) hat, damit ich ihm folge, wenn ihr wahrhaftig seid.“ (49) Doch wenn sie dir nicht Folge leisten, dann wisse, dass sie nur ihren eigenen Neigungen folgen. Und wer ist irrender als der, der ohne Führung Allahs seinen eigenen Neigungen folgt? Wahrlich, Allah leitet das ungerechte Volk nicht. (50) Und wahrlich, Wir haben ihnen das Wort immer wieder übermittelt, auf dass sie ermahnt seien.“ (Der edle Koran 28:48-51)

28:48-51 - Unser Prophet Muhammed (صلى الله عليه و سلم) glich Moses (a.s.) in vieler Hinsicht; aber die Zeit, in der er lebte, unterschied sich grundlegend von Moses Zeit. Das Wunder des Korans war anders und dauerhafter als Moses Stab und die strahlende Hand. Wenn jedoch die Banu Kuraysch Wunder nach ihrem Geschmack bekommen hätten, hätten sie dann geglaubt? Glaubten sie etwa an Moses (a.s.)? Sie hatten sich nur von den Juden Argumente geholt gegen Dinge, an die diese selbst nicht glaubten. Wie der Koran immer wieder betont, sind die darin erläuterten ethischen Wahrheiten dieselben wie in früheren Offenbarungen. Die Götzendiener Mekkas glaubten auch nicht an Moses (a.s.) und befolgten auch nicht seine Lehren. Deswegen hatten sie gar nicht das Recht zu einem solchen Einwand gegen den Propheten. Al-Kalbiyy berichtete: „Die Banu Kuraysch haben die Juden über die Sendung Muhammeds befragt. Als diese antworteten: „Wir finden ihn mit seinen Merkmalen und Eigenschaften in der Thora“, sagten sie: „Zwei Zauberer, die einander helfen.“ Moses (a.s.) wurde von den Ägyptern als Magier bezeichnet, und die wunderbaren Worte des Korans wurden von den Banu Kuraysch Magie genannt. Obwohl der Koran Moses Botschaft bestätigte, behaupteten die Gegner, sie befanden sich im Widerspruch zueinander.[27]

 

الَّذِينَ آتَيْنَاهُمُ الْكِتَابَ مِن قَبْلِهِ هُم بِهِ يُؤْمِنُونَ ﴿٥٢﴾ وَإِذَا يُتْلَىٰ عَلَيْهِمْ قَالُوا آمَنَّا بِهِ إِنَّهُ الْحَقُّ مِن رَّبِّنَا إِنَّا كُنَّا مِن قَبْلِهِ مُسْلِمِينَ ﴿٥٣﴾ أُولَـٰئِكَ يُؤْتَوْنَ أَجْرَهُم مَّرَّتَيْنِ بِمَا صَبَرُوا وَيَدْرَءُونَ بِالْحَسَنَةِ السَّيِّئَةَ وَمِمَّا رَزَقْنَاهُمْ يُنفِقُونَ ﴿٥٤﴾ وَإِذَا سَمِعُوا اللَّغْوَ أَعْرَضُوا عَنْهُ وَقَالُوا لَنَا أَعْمَالُنَا وَلَكُمْ أَعْمَالُكُمْ سَلَامٌ عَلَيْكُمْ لَا نَبْتَغِي الْجَاهِلِينَ ﴿٥٥﴾

„Diejenigen, denen Wir die Schrift zuvor gegeben haben, glauben an ihn (den Koran). (52) Und wenn er ihnen verlesen wird, dann sagen sie: „Wir glauben daran. Wahrlich, es ist die Wahrheit von unserem Herrn; wir hatten uns (Ihm) schon vordem ergeben.“ (53) Diese werden ihren Lohn zweimal erhalten, weil sie geduldig waren und das Böse durch das Gute abwehrten und von dem spendeten, was Wir ihnen gegeben hatten. (54) Und wenn sie leeres Gerede hören, so wenden sie sich davon ab und sagen: „Für uns (seien) unsere Taten und für euch (seien) eure Taten. Friede sei auf euch! Wir suchen keine Unwissenden.“ (Der edle Koran 28:52-55)

28:52-55 - Gemeint hier sind die sog. Schriftbesitzer, u.a. Juden und Christen, die den Islam annahmen und die Glaubwürdigkeit des Koran bestätigten; denn sie sahen, dass der Islam eine natürliche und folgerichtige Fortsetzung göttlicher Offenbarungen in früheren Zeitaltern. Sie hießen den Islam nicht nur willkommen, sondern erhoben den Anspruch, seit jeher "Muslime" gewesen zu sein. Abraham, Moses und Jesus waren alle Muslime im Sinne der Hingabe an Allah (Islam). Ihr Lohn bei Allah ist deshalb verdoppelt, weil sie, bevor sie den Islam kannten, aufrichtig und wahrhaftig ihrem früheren Gesetz folgten und nun Allahs Botschaft darin erkannten. Historisch bezieht sich dies möglicherweise auch auf diejenigen Christen, die auf der Suche nach der Wahrheit von Abessinien nach Mekka kamen und mit ihrer mühevollen Reise keinerlei materiellen Gewinn verbanden.[28]

 

إِنَّكَ لَا تَهْدِي مَنْ أَحْبَبْتَ وَلَـٰكِنَّ اللَّـهَ يَهْدِي مَن يَشَاءُ ۚ وَهُوَ أَعْلَمُ بِالْمُهْتَدِينَ ﴿٥٦﴾ وَقَالُوا إِن نَّتَّبِعِ الْهُدَىٰ مَعَكَ نُتَخَطَّفْ مِنْ أَرْضِنَا ۚ أَوَلَمْ نُمَكِّن لَّهُمْ حَرَمًا آمِنًا يُجْبَىٰ إِلَيْهِ ثَمَرَاتُ كُلِّ شَيْءٍ رِّزْقًا مِّن لَّدُنَّا وَلَـٰكِنَّ أَكْثَرَهُمْ لَا يَعْلَمُونَ ﴿٥٧﴾

„Wahrlich, du kannst dem den Weg nicht weisen, den du liebst; Allah aber weist dem den Weg, dem Er will; und Er kennt jene am besten, die die Führung annehmen. (56) Und sie sagen: „Wenn wir deiner Führung folgten, so würden wir von unserem Land weggerissen werden.“ Haben Wir denn kein sicheres Schutzgebiet errichtet, zu dem die Früchte aller Art gebracht werden als Versorgung von Uns? Jedoch die meisten von ihnen wissen es nicht.“ (Der edle Koran 28:56-57)

28:56-57 - Der Anlass für diese Offenbarung war der Tod von Abu Talib, einem Onkel, den der Prophet sehr lieb hatte und der ihn geschützt und ihm bei der Verkündung des Islam geholfen hatte. Dem Propheten lag natürlich am Herzen, dass Abu Talib das Glaubensbekenntnis vor seinem Tod sprach, aber die Führer der heidnischen Banu Kuraysch hielten ihn davon ab und verursachten damit dem Propheten großes Leid.[29]

 

وَكَمْ أَهْلَكْنَا مِن قَرْيَةٍ بَطِرَتْ مَعِيشَتَهَا ۖ فَتِلْكَ مَسَاكِنُهُمْ لَمْ تُسْكَن مِّن بَعْدِهِمْ إِلَّا قَلِيلًا ۖ وَكُنَّا نَحْنُ الْوَارِثِينَ ﴿٥٨﴾ وَمَا كَانَ رَبُّكَ مُهْلِكَ الْقُرَىٰ حَتَّىٰ يَبْعَثَ فِي أُمِّهَا رَسُولًا يَتْلُو عَلَيْهِمْ آيَاتِنَا ۚ وَمَا كُنَّا مُهْلِكِي الْقُرَىٰ إِلَّا وَأَهْلُهَا ظَالِمُونَ ﴿٥٩﴾

„Und so manche Stadt haben Wir vernichtet, die sich ihrer Fülle des Unterhalts rühmte! Und dort stehen ihre Wohnstätten, die nach ihnen nicht bewohnt worden sind - mit Ausnahme einiger weniger. Und Wir wurden die Erben. (58) Und dein Herr würde nie die Städte zerstören, ohne zuvor in ihrer Mitte einen Gesandten erweckt zu haben, der ihnen Unsere Verse verliest; noch zerstörten Wir die Städte, ohne dass ihre Bewohner (zuvor) gefrevelt hätten.“ (Der edle Koran 28:58-59)

28:58-59 - Die Undankbarkeit war stets ein Grund dafür, dass Allah (t) den Menschen Seine Gnade entzieht und sie bestraft. Allah machte z.B. die Stadt Mekka zum Ort der Sicherheit und gewährte seinen Bewohnern die Versorgung.[30] So sollen sich die Götzendiener mit ihrem Widerwillen aufhören, damit ihnen nicht das gleiche widerfährt, wie jenen verwüsteten Städten, die sie kennen. Allah (t) verfährt dennoch mit den Undankbaren in gerechter Weise und lässt kein Volk untergehen, ehe Er zu ihnen einen Propheten entsendet, der sie vor den fatalen Folgen ihrer Undankbarkeit warnt und die frohe Botschaft für die Befolgung der Gebote verkündet. Aus diesem Grund wurde auch unser Prophet (صلى الله عليه و سلم) nach Mekka entsandt.[31]

 

وَمَا أُوتِيتُم مِّن شَيْءٍ فَمَتَاعُ الْحَيَاةِ الدُّنْيَا وَزِينَتُهَا ۚ وَمَا عِندَ اللَّـهِ خَيْرٌ وَأَبْقَىٰ ۚ أَفَلَا تَعْقِلُونَ ﴿٦٠﴾ أَفَمَن وَعَدْنَاهُ وَعْدًا حَسَنًا فَهُوَ لَاقِيهِ كَمَن مَّتَّعْنَاهُ مَتَاعَ الْحَيَاةِ الدُّنْيَا ثُمَّ هُوَ يَوْمَ الْقِيَامَةِ مِنَ الْمُحْضَرِينَ ﴿٦١﴾

„Und was euch auch an Dingen gegeben wurde - es ist nur eine zeitweilige Nutznießung des irdischen Lebens und sein Schmuck; und das aber, was bei Allah ist, ist besser und bleibender. Wollt ihr denn nicht begreifen? (60) Ist denn der, dem Wir eine schöne Verheißung gaben, die er erfüllt sehen wird, gleich jenem, den Wir mit den guten Dingen des irdischen Lebens versorgt haben? Doch dann, am Tage der Auferstehung, wird er unter den Vorgeführten sein.“ (Der edle Koran 28:60-61)

28:60-61 - Der Wohlstand und die guten Dinge auf dieser Erde sind vergänglich und stellen nur eine zeitweilige Nutznießung und eine Prüfung dar. Unser Prophet (صلى الله عليه و سلم) sagte: „Bei Allah, das irdische Leben ist, gemessen am Jenseits, wie wenn einer von euch seinen Finger ins Wasser taucht; er soll dann sehen, mit was dieser zu ihm zurückkommt.“[32]

 

قَالَ الَّذِينَ حَقَّ عَلَيْهِمُ الْقَوْلُ رَبَّنَا هَـٰؤُلَاءِ الَّذِينَ أَغْوَيْنَا أَغْوَيْنَاهُمْ كَمَا غَوَيْنَا ۖ تَبَرَّأْنَا إِلَيْكَ ۖ مَا كَانُوا إِيَّانَا يَعْبُدُونَ ﴿٦٣﴾ وَقِيلَ ادْعُوا شُرَكَاءَكُمْ فَدَعَوْهُمْ فَلَمْ يَسْتَجِيبُوا لَهُمْ وَرَأَوُا الْعَذَابَ ۚ لَوْ أَنَّهُمْ كَانُوا يَهْتَدُونَ ﴿٦٤﴾ وَيَوْمَ يُنَادِيهِمْ فَيَقُولُ مَاذَا أَجَبْتُمُ الْمُرْسَلِينَ ﴿٦٥﴾ فَعَمِيَتْ عَلَيْهِمُ الْأَنبَاءُ يَوْمَئِذٍ فَهُمْ لَا يَتَسَاءَلُونَ ﴿٦٦﴾ فَأَمَّا مَن تَابَ وَآمَنَ وَعَمِلَ صَالِحًا فَعَسَىٰ أَن يَكُونَ مِنَ الْمُفْلِحِينَ ﴿٦٧﴾

„An jenem Tage wird Er sie rufen und sprechen: „Wo sind nun Meine Partner, die ihr wähntet?“ (62) Diejenigen, über die das Urteil gefällt wird, sagen: „Unser Herr, dies sind jene, die wir irreführten. Wir führten sie irre, wie wir selbst irregingen. Wir sprechen uns vor Dir (von ihnen) los. Nicht wir waren es, die sie anbeteten.“ (63) Und es wird gesprochen: „Ruft eure Götter an.“ Und sie werden sie anrufen, doch jene werden ihnen nicht antworten. Und sie werden die Strafe erleben. Wären sie doch dem rechten Weg gefolgt! (64) Und an jenem Tage wird Er sie rufen und sprechen: „Welche Antwort gabt ihr den Gesandten?“ (65) Dann werden ihnen an jenem Tage alle Ausreden dunkel werden, und sie werden einander nicht befragen können. (66) Was aber denjenigen, der bereut und glaubt und das Rechte wirkt, angeht, so ist es wohl möglich, dass er unter den Erfolgreichen sein wird.“ (Der edle Koran 28:62-67)

28:62-67 - Dieser Versblock befasst sich mit der Prüfung jener, die sich falschen Gottheiten zuwandten. Verehrer und Verehrte sprechen sich voneinander los: Wir haben uns selbst nicht zu ihren Göttern gemacht.[33] Mit anderen Worten, sie dienten lediglich ihren eigenen Leidenschaften. Die Frage „Welche Antwort gabt ihr den Gesandten?“ ist eine Vorhaltung an die Übeltäter; denn Allah (t) weiß sehr wohl, welche Antwort sie den Gesandten gegeben haben. Dies bedeutet ferner, dass diese Übeltäter nicht auf Allahs Gesandte gehört hatten. Abschließend wird von dem Tag der Auferstehung mit einer Parallele berichtet: Während für die Übeltäter das Elend seinen Höhepunkt erreicht, ist nun die Rede von dem, der umkehrt, sich zum Glauben bekennt und gute Werke verrichtet.[34]

 

وَرَبُّكَ يَخْلُقُ مَا يَشَاءُ وَيَخْتَارُ ۗ مَا كَانَ لَهُمُ الْخِيَرَةُ ۚ سُبْحَانَ اللَّـهِ وَتَعَالَىٰ عَمَّا يُشْرِكُونَ ﴿٦٨﴾ وَرَبُّكَ يَعْلَمُ مَا تُكِنُّ صُدُورُهُمْ وَمَا يُعْلِنُونَ ﴿٦٩﴾ وَهُوَ اللَّـهُ لَا إِلَـٰهَ إِلَّا هُوَ ۖ لَهُ الْحَمْدُ فِي الْأُولَىٰ وَالْآخِرَةِ ۖ وَلَهُ الْحُكْمُ وَإِلَيْهِ تُرْجَعُونَ ﴿٧٠﴾

„Und dein Herr erschafft, was Er will, und erwählt, was Ihm gefällt. Nicht ihnen steht die Wahl zu. Gepriesen sei Allah und Hocherhaben über das, was sie anbeten! (68) Und dein Herr weiß, was ihre Herzen verbergen und was sie kundgeben. (69) Und Er ist Allah; es ist kein Gott außer Ihm. Ihm gebührt aller Preis am Anfang und am Ende. Sein ist die Herrschaft, und zu Ihm werdet ihr zurückgebracht.“ (Der edle Koran 28:68-70)

28:68-70 - Hier erfahren die Menschen mit Nachdruck die absolute Unabhängigkeit des Schöpfers und Seine Erhabenheit gegenüber Seinen Geschöpfen. Kurz und bündig müssen wir ohne "wenn" und "aber" wissen, dass Er - Gepriesen ist Er - erschafft, was Er will, und erwählt von seinen Geschöpfen, was Ihm gefällt, um die Aufgabe der Verkündung der Botschaft zu übernehmen.

 

قُلْ أَرَأَيْتُمْ إِن جَعَلَ اللَّـهُ عَلَيْكُمُ اللَّيْلَ سَرْمَدًا إِلَىٰ يَوْمِ الْقِيَامَةِ مَنْ إِلَـٰهٌ غَيْرُ اللَّـهِ يَأْتِيكُم بِضِيَاءٍ ۖ أَفَلَا تَسْمَعُونَ ﴿٧١﴾ قُلْ أَرَأَيْتُمْ إِن جَعَلَ اللَّـهُ عَلَيْكُمُ النَّهَارَ سَرْمَدًا إِلَىٰ يَوْمِ الْقِيَامَةِ مَنْ إِلَـٰهٌ غَيْرُ اللَّـهِ يَأْتِيكُم بِلَيْلٍ تَسْكُنُونَ فِيهِ ۖ أَفَلَا تُبْصِرُونَ ﴿٧٢﴾ وَمِن رَّحْمَتِهِ جَعَلَ لَكُمُ اللَّيْلَ وَالنَّهَارَ لِتَسْكُنُوا فِيهِ وَلِتَبْتَغُوا مِن فَضْلِهِ وَلَعَلَّكُمْ تَشْكُرُونَ ﴿٧٣﴾

„Sprich: „Was haltet ihr davon, wenn Allah die Nacht über euch bis zum Tage der Auferstehung dauern ließe? Welcher Gott außer Allah könnte euch ein Licht bringen? Wollt ihr denn nicht hören?“ (71) Sprich: „Was haltet ihr davon, wenn Allah den Tag über euch bis zum Tage der Auferstehung dauern ließe? Welcher Gott außer Allah könnte euch eine Nacht zur Ruhe bringen? Wollt ihr es denn nicht einsehen?“ (72) Und in Seiner Barmherzigkeit erschuf Er für euch die Nacht und den Tag, auf dass ihr darin ruhen mögt und auf dass ihr nach Seiner Huld trachtet und dankbar sein mögt.“ (Der edle Koran 28:71-73)

28:71-73 - Der Wechsel von Tag und Nacht ist ein Ergebnis der Erdumdrehung vor der Sonne, die zur Schöpfung Allahs gehört, um das Leben auf Erden zu erhalten. Tag und Nacht sind beide für nützliche Zwecke des menschlichen Lebens bestimmt. Um eine Änderung in diesem göttlichen System vornehmen zu können muss man Herrschaft über die Sonne und die ganze Erde haben, und dies ist nicht für die Geschöpfe möglich; denn es liegt lediglich in der Hand des Erhabenen Schöpfers Selbst, Der die Sonne aus dem Westen aufgehen lassen kann.[35]

 

وَيَوْمَ يُنَادِيهِمْ فَيَقُولُ أَيْنَ شُرَكَائِيَ الَّذِينَ كُنتُمْ تَزْعُمُونَ ﴿٧٤﴾ وَنَزَعْنَا مِن كُلِّ أُمَّةٍ شَهِيدًا فَقُلْنَا هَاتُوا بُرْهَانَكُمْ فَعَلِمُوا أَنَّ الْحَقَّ لِلَّـهِ وَضَلَّ عَنْهُم مَّا كَانُوا يَفْتَرُونَ ﴿٧٥﴾

„Und an jenem Tage wird Er sie rufen und sprechen: „Wo sind nun Meine Partner, die ihr wähntet?“ (74) Und Wir werden aus jedem Volk einen Zeugen holen und sprechen: „Bringt euren Beweis herbei.“ Dann werden sie erkennen, dass die Wahrheit Allah gehört. Und das, was sie zu erdichten pflegten, wird für sie verloren sein.“ (Der edle Koran 28:74-75)

28:74-75 - Am Tag der Auferstehung wird Allah (t) die Götzendiener vor ihrem eigenen Propheten zur Rechenschaft ziehen, der als Zeuge für die Wahrheitsverkündung seiner Botschaft stehen wird.[36]

 

إِنَّ قَارُونَ كَانَ مِن قَوْمِ مُوسَىٰ فَبَغَىٰ عَلَيْهِمْ ۖ وَآتَيْنَاهُ مِنَ الْكُنُوزِ مَا إِنَّ مَفَاتِحَهُ لَتَنُوءُ بِالْعُصْبَةِ أُولِي الْقُوَّةِ إِذْ قَالَ لَهُ قَوْمُهُ لَا تَفْرَحْ ۖ إِنَّ اللَّـهَ لَا يُحِبُّ الْفَرِحِينَ ﴿٧٦﴾ وَابْتَغِ فِيمَا آتَاكَ اللَّـهُ الدَّارَ الْآخِرَةَ ۖ وَلَا تَنسَ نَصِيبَكَ مِنَ الدُّنْيَا ۖ وَأَحْسِن كَمَا أَحْسَنَ اللَّـهُ إِلَيْكَ ۖ وَلَا تَبْغِ الْفَسَادَ فِي الْأَرْضِ ۖ إِنَّ اللَّـهَ لَا يُحِبُّ الْمُفْسِدِينَ ﴿٧٧﴾

„Wahrlich, Korah gehörte zum Volk Moses, und doch unterdrückte er es. Und wir gaben ihm so viel Schätze, dass ihre Schlüssel sicher eine Bürde für eine Schar von Starken gewesen wären. Da sagte sein Volk zu ihm: „Freue dich nicht; denn Allah liebt diejenigen nicht, die frohlocken. (76) Sondern suche in dem, was Allah dir gegeben hat, die Wohnstatt des Jenseits; und vergiss deinen Teil an der Welt nicht; und tue Gutes, wie Allah dir Gutes getan hat; und begehre kein Unheil auf Erden; denn Allah liebt die Unheilstifter nicht.“ (Der edle Koran 28:76-77)

28:76-77 - Dies erklärt auch die Kombination von Korah und Pharao in 29:39 und 40:24. Obgleich Korah zu den Kindern Israels gehörte, hatte er sich auf die Seite Pharaos und Hamans geschlagen und wandte sich gegen sein eigenes Volk. Wie Pharao als König politische Tyrannei und Haman als Priester falsche, die Ungerechtigkeit stützende Ideologie verkörpert, steht Korah für wirtschaftliche Ausbeutung und Selbstherrlichkeit. Den dreien gegenüber steht Moses (a.s.) als prophetische Persönlichkeit und Übermittler des göttlichen Gesetzes. Da er zum Stamm Levi gehörte, war er mit Moses (a.s.) verwandt. Er beneidete seinen Verwandten und wünschte, er könnte die diesem zuteil gewordene Ehre und Würde auf sich selbst lenken.[37]

 

قَالَ إِنَّمَا أُوتِيتُهُ عَلَىٰ عِلْمٍ عِندِي ۚ أَوَلَمْ يَعْلَمْ أَنَّ اللَّـهَ قَدْ أَهْلَكَ مِن قَبْلِهِ مِنَ الْقُرُونِ مَنْ هُوَ أَشَدُّ مِنْهُ قُوَّةً وَأَكْثَرُ جَمْعًا ۚ وَلَا يُسْأَلُ عَن ذُنُوبِهِمُ الْمُجْرِمُونَ ﴿٧٨﴾

„Er sagte: „Es (die Schätze) wurde mir nur um des Wissens willen, das ich besitze, gegeben.“ Wusste er denn nicht, dass Allah vor ihm schon Geschlechter vernichtet hatte, die noch gewaltigere Macht und größeren Reichtum als er besaßen? Und die Schuldigen werden nicht nach ihren Sünden befragt.“ (Der edle Koran 28:78)

28:78 - Korah war so engstirnig, dass er seine Klugheit und sein Geschick für die Ursache seines Reichtums hielt und nun glaubte, er sei aufgrund dessen allen anderen überlegen und berechtigt, sich über sie zu erheben.[38]

 

فَخَرَجَ عَلَىٰ قَوْمِهِ فِي زِينَتِهِ ۖ قَالَ الَّذِينَ يُرِيدُونَ الْحَيَاةَ الدُّنْيَا يَا لَيْتَ لَنَا مِثْلَ مَا أُوتِيَ قَارُونُ إِنَّهُ لَذُو حَظٍّ عَظِيمٍ ﴿٧٩﴾ وَقَالَ الَّذِينَ أُوتُوا الْعِلْمَ وَيْلَكُمْ ثَوَابُ اللَّـهِ خَيْرٌ لِّمَنْ آمَنَ وَعَمِلَ صَالِحًا وَلَا يُلَقَّاهَا إِلَّا الصَّابِرُونَ ﴿٨٠﴾

„So ging er denn in seinem Schmuck hinaus zu seinem Volk. Jene nun, die nach dem Leben in dieser Welt begierig waren, sagten: „O wenn wir doch das gleiche besäßen wie das, was Korah gegeben wurde! Er hat wahrlich großes Glück.“ (79) Die aber, denen Wissen zuteil geworden war, sagten: „Wehe euch, Allahs Lohn ist besser für den, der glaubt und gute Werke tut; und keiner wird ihn erlangen außer den Geduldigen.“ (Der edle Koran 28:79-80)

28:79-80 - Als Korah sich auf dem Höhepunkt seines Ruhmes befand, beneideten ihn weltlich gesinnte Menschen und dachten daran, wie glücklich sie an seiner Stelle sein würden. Eine solche Einstellung finden wir überall und zu jeder Zeit, dass nämlich irdische Pracht die Gemüter beeinflusst und diejenigen überwältigt, denen am irdischen Leben gelegen ist, und die nicht nach Höherem und Edlerem aufschauen.[39]

 

فَخَسَفْنَا بِهِ وَبِدَارِهِ الْأَرْضَ فَمَا كَانَ لَهُ مِن فِئَةٍ يَنصُرُونَهُ مِن دُونِ اللَّـهِ وَمَا كَانَ مِنَ الْمُنتَصِرِينَ ﴿٨١﴾ وَأَصْبَحَ الَّذِينَ تَمَنَّوْا مَكَانَهُ بِالْأَمْسِ يَقُولُونَ وَيْكَأَنَّ اللَّـهَ يَبْسُطُ الرِّزْقَ لِمَن يَشَاءُ مِنْ عِبَادِهِ وَيَقْدِرُ ۖ لَوْلَا أَن مَّنَّ اللَّـهُ عَلَيْنَا لَخَسَفَ بِنَا ۖ وَيْكَأَنَّهُ لَا يُفْلِحُ الْكَافِرُونَ ﴿٨٢﴾

„Dann ließen Wir ihn von der Erde verschlingen, und (auch) sein Haus; und er hatte keine Schar, die ihm gegen Allah helfen konnte, noch konnte er sich (selbst) retten. (81) Und jene, die sich noch tags zuvor an seine Stelle gewünscht hatten, sagten: „Sieh nur! Es ist wahrlich Allah, Der denen von Seinen Dienern die Mittel zum Unterhalt erweitert und beschränkt, denen Er will. Wäre uns Allah nicht Gnädig gewesen, hätte Er uns (von der Erde) verschlingen lassen. Sieh nur! Die Ungläubigen haben nie Erfolg.“ (Der edle Koran 28:81-82)

28:81-82 - Dieselbe Erde, auf der Korah und sein prachtvolles Haus standen, gab ihren festen Halt auf und konnte ihn und sein Haus nicht mehr tragen. In ihr verschwanden er und sein Reichtum auf nie Wiedersehen. Wer nunmehr Korahs irdischen Reichtum bewunderte und sich selbst wünschte, wünscht sich jetzt nicht, bei einem solchen Untergang an seiner Stelle zu sein.[40]

 

تِلْكَ الدَّارُ الْآخِرَةُ نَجْعَلُهَا لِلَّذِينَ لَا يُرِيدُونَ عُلُوًّا فِي الْأَرْضِ وَلَا فَسَادًا ۚ وَالْعَاقِبَةُ لِلْمُتَّقِينَ ﴿٨٣﴾ مَن جَاءَ بِالْحَسَنَةِ فَلَهُ خَيْرٌ مِّنْهَا ۖ وَمَن جَاءَ بِالسَّيِّئَةِ فَلَا يُجْزَى الَّذِينَ عَمِلُوا السَّيِّئَاتِ إِلَّا مَا كَانُوا يَعْمَلُونَ ﴿٨٤﴾

„Jene Wohnstatt im Jenseits! Wir geben sie denen, die weder Selbsterhöhung auf Erden noch irgendein (anderes) Verderbnis begehren. Und der Ausgang ist für die Gottesfürchtigen. (83) Wer Gutes vollbringt, soll Besseres als das erhalten; wer jedoch eine böse Tat vollbringt - jenen, die böse Werke tun, sollen nur gemäß dem vergolten werden, was sie getan haben.“ (Der edle Koran 28:83-84)

28:83-84 - Wenn Korah im irdischen Leben keinen dauerhaften Anteil am göttlichen Segen haben konnte, so wird er überhaupt keinen Anteil haben in der Wohnstatt im Jenseits; denn diese ist nur für diejenigen vorbehalten, die weder Selbsterhöhung auf Erden noch irgendein anderes Verderbnis begehren. Selbsterhöhung ist der Ergebung in Allahs Willen (Islam) entgegengesetzt. Unser Prophet (صلى الله عليه و سلم) hat gesagt: „Mir wurde offenbart, euch (Muslime) zur Bescheidenheit aufzurufen. So darf keiner von euch, sich über den anderen erheben, oder den anderen unterdrücken.“ Und ein Mann hat den Propheten (صلى الله عليه و سلم) gefragt: „O Gesandter Allahs, ich trage gern schöne Gewänder und Schuhe. Gehört dies auch zur Selbsterhöhung?“ Der Prophet antwortete: „Nein! Allah ist schön und liebt alles Schöne.“[41] Bei der Belohnung ist die Barmherzigkeit maßgebend, indem eine gute Tat vielfach belohnt wird; bei der Bestrafung dagegen herrscht Gerechtigkeit, indem eine üble Tat im gleichen Maß vergolten wird. Böses kann im Falle der Umkehr vergeben werden, wird jedoch auf keinen Fall strenger bestraft als es die Gerechtigkeit erfordert.[42]

 

إِنَّ الَّذِي فَرَضَ عَلَيْكَ الْقُرْآنَ لَرَادُّكَ إِلَىٰ مَعَادٍ ۚ قُل رَّبِّي أَعْلَمُ مَن جَاءَ بِالْهُدَىٰ وَمَنْ هُوَ فِي ضَلَالٍ مُّبِينٍ ﴿٨٥﴾ وَمَا كُنتَ تَرْجُو أَن يُلْقَىٰ إِلَيْكَ الْكِتَابُ إِلَّا رَحْمَةً مِّن رَّبِّكَ ۖ فَلَا تَكُونَنَّ ظَهِيرًا لِّلْكَافِرِينَ ﴿٨٦﴾ وَلَا يَصُدُّنَّكَ عَنْ آيَاتِ اللَّـهِ بَعْدَ إِذْ أُنزِلَتْ إِلَيْكَ ۖ وَادْعُ إِلَىٰ رَبِّكَ ۖ وَلَا تَكُونَنَّ مِنَ الْمُشْرِكِينَ ﴿٨٧﴾ وَلَا تَدْعُ مَعَ اللَّـهِ إِلَـٰهًا آخَرَ ۘ لَا إِلَـٰهَ إِلَّا هُوَ ۚ كُلُّ شَيْءٍ هَالِكٌ إِلَّا وَجْهَهُ ۚ لَهُ الْحُكْمُ وَإِلَيْهِ تُرْجَعُونَ ﴿٨٨﴾

„Wahrlich, Er, Der den Koran bindend für dich gemacht hat - Er wird dich zur Stätte der Wiederkehr zurückbringen. Sprich: „Mein Herr weiß am besten, wer es ist, der auf dem rechten Weg ist, und wer sich in einem offenbaren Irrtum befindet.“ (85) Und du hattest selbst keine Hoffnung, dass dir das Buch offenbart würde; allein es ist eine Barmherzigkeit deines Herrn; darum sei nicht ein Beistand für die Ungläubigen. (86) Und lass dich von niemandem von den Zeichen Allahs abwenden, nachdem sie zu dir niedergesandt worden sind; und rufe (die Menschen) zu deinem Herrn und sei nicht einer der Götzendiener. (87) Und rufe neben Allah keinen anderen Gott an. Es ist kein Gott außer Ihm. Alle Dinge sind vergänglich, bis auf Sein Angesicht. Sein ist die Herrschaft und zu Ihm werdet ihr zurückgebracht werden.“ (Der edle Koran 28:85-88)

28:85-88 - Die heidnischen Araber hatten gehofft, auf dem Weg des gegenseitigen Gebens und Nehmens den Propheten (صلى الله عليه و سلم) veranlassen zu können, Kompromisse mit ihm zu schließen. Diese Worte zum Ende dieser sehr eindrucksvollen Sure setzen allen solchen falschen Erwartungen ein Ende. Keine Hingabe außer an Allah (t), keine Anbetung außer Ihm, keine Macht außer der Seinen und keine Zuflucht vor Ihm außer der Zuflucht zu Ihm und unter Seinem Schutz. Alles ist vergänglich, Geld, Macht, Leben, diese Erde und alles, was sich darauf befindet, ebenso der Himmel und was darin ist und dieses gesamte Dasein, das wir kennen oder auch nicht kennen. Nur Allah (t) allein ist ewig. Niemand nimmt an Seinen Entscheidungen teil und Sein Ratsschluss kann von niemandem zurückgewiesen werden.[43] Die "Städte der Wiederkehr" ist sowohl ein Beiname der Stadt Mekka, als auch eine Bezeichnung für die Stätte im Jenseits nach der Auferstehung. Es wird überliefert, dass diese Verse in Al-Guḥfah offenbart wurden, einem Ort an der Straße von Mekka nach Medina, und zwar während der Auswanderung des Propheten (صلى الله عليه و سلم); er war traurig darüber, dass er seine Heimat Mekka verließ und wurde damit getröstet. Diese Antwort sollte der Prophet jenen ungläubigen Mekkanern geben, die behaupteten, er würde sich in offenkundigem Irrtum befinden. Hier gibt Allah (t) ein Versprechen von Sich aus, dass die Wiederkehr nach Mekka so sicher ist wie die Verbindlichkeit des Koran zu Muhammed, Allahs Segen und Friede auf ihm, und zu seiner Nation (arab.: Umma). Der Beweis für die Wiederkehr nach der Auferstehung wird umso stärker, solange der Koran seit Generationen vorgetragen, gelehrt und seine Grundsätze in der Praxis verwirklicht werden - genauso wie Allah (t) dies vorbestimmt und geplant hat. Somit ist dies ein Ausdruck der Erfüllung göttlicher Macht.[44]


 

Alles Lob gebührt Allah, Dem Herrn der Welten.

 


[1] s.u. "Alif"

 

[2] vgl. 12:1; 26:2 und die Anmerkung dazu

 

[3] vgl. Übersetzung des BavariaVerlags, die in diesem Werk vorrangig vorkommt / vgl. 2:47-59; 7:103-141; 10:75-92; 11:96-99; 17:101-104; l9:51-52; 20:9ff.; 28:36-40 und die Anmerkung dazu

 

[4] vgl. Sure 12

 

[5] vgl. Übersetzung des BavariaVerlags, die in diesem Werk vorrangig vorkommt

 

[6] vgl. Übersetzung des BavariaVerlags, die in diesem Werk vorrangig vorkommt / vgl. 28:38; 40:36-37 / vgl. Übersetzung des BavariaVerlags, die in diesem Werk vorrangig vorkommt

 

[7] vgl. 12:109; 16:43; 21:7 und die Anmerkung dazu

 

[8] vgl. 28:4

 

[9] vgl. 20:39

 

[10] vgl. 28:10-13

 

[11] vgl. 20:40-44 und die Anmerkung dazu

 

[12] Was die Belehrung des Menschen angeht, vgl. 2:31, die Anmerkung dazu und die Einleitung des Titels: "Islam für Schüler", Islamische Bibliothek

 

[13] vgl. 20:9-10; 20:40-44; 26:21 und die Anmerkung dazu

 

[14] vgl. 28:20 / vgl. ferner 20:40-44 und die Anmerkung dazu

 

[15] vgl. 20:40-44 und die Anmerkung dazu

 

[16] vgl. 20:40-44 und die Anmerkung dazu

 

[17] vgl. 28:21-24

 

[18] vgl. Übersetzung des BavariaVerlags, die in diesem Werk vorrangig vorkommt

 

[19] vgl. 28:25

 

[20] vgl. 20:40-44 und die Anmerkung dazu

 

[21] vgl. ferner 7:108; 19:52; ; 20:10, 12, 17-22, 24, 30; 26:29-36; 27:7-8, 10 und die Anmerkung dazu

 

[22] vgl. 20:9, 27-28, 48; 26:12-13 und die Anmerkung dazu

 

[23] vgl. Übersetzung des BavariaVerlags, die in diesem Werk vorrangig vorkommt / vgl. 74:24 und die Anmerkung dazu

 

[24] vgl. Übersetzung des BavariaVerlags, die in diesem Werk vorrangig vorkommt / vgl. 7:130-136; 79:24 und die Anmerkung dazu

 

[25] vgl. 6:91, 154 und die Anmerkung dazu

 

[26] vgl. 20:134 und die Anmerkung dazu

 

[27] vgl. Übersetzung des BavariaVerlags, die in diesem Werk vorrangig vorkommt / vgl. 5:48; 34:31 und die Anmerkung dazu

 

[28] vgl. 13:22; 26:196-197 und die Anmerkung dazu

 

[29] vgl. den Titel: "Muḥammad, Prophet der Barmherzigkeit", Islamische Bibliothek; ferner 2:62, 126; 5:69; 6:48; 14:4, 35-41; 29:64-69; 46:13 und die Anmerkung dazu

 

[30] vgl. dazu 2:126; 106:1ff.

 

[31] vgl. 6:130-132; 11:117; 17:15 und die Anmerkung dazu

 

[32] vgl. Übersetzung des BavariaVerlags, die in diesem Werk vorrangig vorkommt

 

[33] vgl. 10:28

 

[34] vgl. 6:22-23; 34:41 und die Anmerkung dazu

 

[35] vgl. dazu 2:258

 

[36] vgl. 4:41; 6:24; 7:53; 10:28-30; 11:21; 16:87 und die Anmerkung dazu

 

[37] vgl. Übersetzung des BavariaVerlags, die in diesem Werk vorrangig vorkommt / vgl. 28:78 und die Anmerkung dazu

 

[38] vgl. 39:49 und die Anmerkung dazu

 

[39] vgl. Übersetzung des BavariaVerlags, die in diesem Werk vorrangig vorkommt

 

[40] vgl. 30:33-37 und die Anmerkung dazu

 

[41] vgl. Übersetzung des BavariaVerlags, die in diesem Werk vorrangig vorkommt

 

[42] vgl. 6:160; 27:87-90 und die Anmerkung dazu

 

[43] vgl. Übersetzung des BavariaVerlags, die in diesem Werk vorrangig vorkommt

 

[44] vgl. 24:1; 55:26-27 und die Anmerkung dazu

 

 


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Hilafet-i İslamiyye
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